Status quo

Grammatik Mehrwortausdruck
Aussprache  [ˌʃtatʊs ˈkvoː]
Hauptbestandteil Status
Herkunft  status quōlat ‘Zustand, in dem’ < statuslat ‘Stand, Zustand’ + qui, quae, quodlat ‘der, die, das’
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

gegenwärtiger Zustand, aktuelle Situation
siehe auch Status quo ante
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: den Status quo erhalten, bewahren; den Status quo gefährden, riskieren
als Genitivattribut: Beibehaltung, Bewahrung des Status quo
mit Adjektivattribut: der territoriale, gegenwärtige, politische Status quo
in Präpositionalgruppe/-objekt: wenig, nichts ändert sich am Status quo
Beispiele:
Unglücklicherweise gibt sich der Kapitalismus mit dem Status quo nie zufrieden, selbst wenn er perfekt ist. [Die Welt, 06.03.2019]
Wer in der Paulskirche [als Empfänger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels] spricht, in der 1848 das erste deutsche Parlament zusammentrat, hat den aktuellen Status quo des Gemeinwesens zu reflektieren. [Süddeutsche Zeitung, 15.10.2018]
Es geht beiden Seiten nicht darum, eine wirkliche Aussöhnung herbeizuführen und Frieden zu schaffen, sondern vor allem darum, den Status quo zu erhalten. [Die Zeit, 12.12.2017 (online)]
Einige Mitglieder [des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB)] wünschten sich demnach noch stärkere geldpolitische Maßnahmen als die, welche die EZB damals beschloss. Andere plädierten für die Beibehaltung des Status quo. [Die Zeit, 14.01.2016 (online)]
Bereits jetzt macht die Alterung Deutschland zu einem konservativen, statischen und risikoscheuen Land, das droht in der Bewahrung des Status quo zu erstarren. [Die Welt, 14.12.2015]
Sollte sich am Status quo nichts ändern, käme in 50 Jahren auf einen Ruheständler nur noch etwas mehr als ein Berufstätiger. [Neue Zürcher Zeitung, 04.02.2011]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Status · Statussymbol · Status quo · gestatten · statthaft
Status m. ‘(Familien)stand, Stellung, Zustand, Vermögensstand, Rechtslage’, mhd. frühnhd. stat m., ‘Stand, Zustand, Gelegenheit, Lebensweise, Würde’; entlehnt aus lat. status ‘das Stehen, Stand, Wuchs, Zustand, Umstände, Lage, Gelegenheit, (durch die Geburt bedingte) Stellung, fester Bestand, Wohlstand’, zu lat. stāre (statum) ‘stehen’. Eine Neuentlehnung in lat. Form (1. Hälfte 16. Jh.) zeigt Status anfangs in einem dem (daraus entlehnten) Wort Staat (s. d.) entsprechenden Sinne (vgl. auch die Fügung nlat. status in statu ‘Staat im Staate’, 18. Jh.), begegnet dann (seit Mitte des 16. Jhs.) vornehmlich in der oben angegebenen Bedeutung und schließlich (18. Jh.) als medizinischer Terminus für ‘Gesundheits- oder Krankheitszustand, Untersuchungsergebnis, klinischer Befund’, vgl. Blutstatus. Statussymbol n. ‘Besitz oder Verhalten, die das soziale Prestige eines Menschen in den Augen seiner Umwelt ausmachen’ (Mitte 20. Jh.), nach amerik.-engl. status symbol; vgl. auch sozialer Status (Ende 19. Jh.). Status quo m. ‘der gegenwärtige (rechtliche) Zustand’ (Anfang 19. Jh.), Schlagwort im Völkerrecht, wörtlich ‘Zustand, in dem’ (ergänze: ‘sich etw. befindet’); nach nlat. in statu quo (ante) ‘im früheren, bisherigen Zustand’ (18. Jh.). In Anschluß an mhd. stat m. (s. oben) gestatten Vb. ‘erlauben’, ahd. gistatōn (9. Jh.), mhd. gestaten ‘Gelegenheit geben, gewähren, erlauben’. statthaft Adj. ‘erlaubt, zulässig’, mhd. statehaft ‘die Gelegenheit zu etw. habend, gerüstet, angesehen, wohlhabend’; vgl. ahd. unstatahaft (8. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(derzeitiger) Status · Ausgangslage · Fallkonstellation · Gegebenheiten · Sachlage · Sachverhalt · gegenwärtiger Zustand  ●  Stand der Dinge  Hauptform · Status quo  geh.
Assoziationen
Zitationshilfe
„Status quo“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Status%20quo>.

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