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Stau, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stau(e)s · Nominativ Plural: Staus/Staue
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Stau‹ als Erstglied: Stauberater · Stauende · Staumelder · Staupilot · Stauprognose · Stauteilnehmer · Stauumfahrung
 ·  mit ›Stau‹ als Letztglied: Affektstau · Bearbeitungsstau · Eisstau · Gefühlsstau · Harnstau · Hitzestau · Investitionsstau · Papierstau · Reformstau · Rückstau · Verkehrsstau · Wasserstau · Windstau · Wärmestau
eWDG

Bedeutungen

1.
durch Absperrung bewirkter Stillstand und das Ansteigen von etw. Fließendem, Strömendem, besonders von Wasser
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
der Stau des Wassers, Flusses
der Stau des Eises am Brückenpfeiler
ein Stau des Blutes im Herzen
der Stau in einer Talsperre
Meteorologie Aufsteigen von Luftmassen vor einem Gebirge mit Wolkenbildung und Niederschlägen
Beispiel:
der Stau des Windes vor den Alpen
bildlich Stockung
Beispiele:
an der Kreuzung kam es zu einem plötzlichen Stau der Fahrzeuge
einen übermäßigen Stau der Züge auf der Strecke vermeiden
2.
Wasserwirtschaft Stauanlage
Beispiel:
So werden vielfach Staue angelegt, die das Wasser zurückhalten [ Tageszeitung1972]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stauen · Stau · Staudamm · Staumauer · Stausee · Stauung · verstauen
stauen Vb. ‘fließendes Wasser in seinem Lauf hemmen’ (17. Jh.), ‘Waren, Gegenstände fest schichten’ (18. Jh.), aus dem Nd. ins Hd. aufgenommen; vgl. als vereinzelten Vorläufer bereits mhd. (md.) stouwen ‘Wasser zum Stehen bringen’. Mnd. stouwen, (ablautend) stūwen ‘hemmen, stauen, stillen, stocken, nicht abfließen (lassen)’, (hansisch) ‘Güter im Schiff fest verpacken’, mnl. nl. stouwen ‘aufstauen (vom Wasser), jagen, quälen, reizen’, aengl. stōwian ‘zurückhalten’, engl. to stow ‘verstauen, packen’ und (in der Bedeutung abweichend) ahd. stouwōn (9. Jh.), stouwen (10. Jh.; irstouwen, 9. Jh.), mhd. stöuwen, stouwen, stöun, stoun ‘(an)klagen, (Einhalt) gebieten, schelten’, got. stōjan ‘richten’ lassen sich mit der gemeinsamen Ausgangsbedeutung ‘zum Stehen bringen’ wie aslaw. staviti ‘stellen, zum Stehen bringen, verhindern, beenden’, russ. stávit’ (ставить) ‘stellen, setzen’, lit. stovė́ti ‘(da-, still)stehen’, lett. stāvēt ‘stehen’ auf die zur Wurzel ie. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’ (s. stehen) gehörende Erweiterung ie. *st(h)āu-, *st(h)ū- zurückführen (s. auch Staude, staunen, stützen). – Stau m. ‘Hemmung, Stillstand von Fließendem’ (Wasser, Verkehr), auch ‘das angestaute Wasser’ (18. Jh.), mnd. stouw ‘Stauung eines fließenden Gewässers, Stauwerk’. Staudamm m. Staumauer f. (19. Jh.), Stausee m. (20. Jh.). Stauung f. ‘Abdämmung, aufgestautes Gewässer’ (18. Jh.), mnd. stöuwinge. verstauen Vb. ‘fest und ordnungsgemäß in einen Raum, einen Behälter packen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Autoschlange · Engpass · Rückstau · Stau · Stauung · Verkehrsstau · zähfließender Verkehr  ●  Stop and Go  engl. · Blechlawine  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Stau‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stau‹.

Verwendungsbeispiele für ›Stau‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Westlich der City reiht sich hier Tunnel an Tunnel, und dennoch gehört der Stau zur täglichen Routine. [Die Zeit, 09.08.1996, Nr. 33]
Staus kann es noch immer geben, aber die Auslastung des Netzes ist insgesamt viel besser. [Die Zeit, 11.11.2013, Nr. 46]
Daher könne er Staus bis zu einer Stunde im Voraus mit fast 90‑prozentiger Sicherheit voraussagen. [Die Zeit, 01.11.2013, Nr. 44]
Komplett autonomes Fahren könne man sich eher in Situationen wie langen Staus vorstellen. [Die Zeit, 25.08.2013 (online)]
Dieser Stau kann ebenso einsam und aggressiv machen wie der andere. [Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 325]
Zitationshilfe
„Stau“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stau>.

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