Stau, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stau(e)s · Nominativ Plural: Staus/Staue
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Stau‹ als Erstglied: ↗Stauende · ↗Staumelder · ↗Staupilot · ↗Stauprognose · ↗Stauteilnehmer · ↗Stauumfahrung
 ·  mit ›Stau‹ als Letztglied: ↗Affektstau · ↗Bearbeitungsstau · ↗Eisstau · ↗Gefühlsstau · ↗Harnstau · ↗Hitzestau · ↗Investitionsstau · ↗Papierstau · ↗Reformstau · ↗Rückstau · ↗Verkehrsstau · ↗Wasserstau · ↗Windstau · ↗Wärmestau
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
durch Absperrung bewirkter Stillstand und das Ansteigen von etw. Fließendem, Strömendem, besonders von Wasser
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
der Stau des Wassers, Flusses
der Stau des Eises am Brückenpfeiler
ein Stau des Blutes im Herzen
der Stau in einer Talsperre
Meteorologie Aufsteigen von Luftmassen vor einem Gebirge mit Wolkenbildung und Niederschlägen
Beispiel:
der Stau des Windes vor den Alpen
bildlich Stockung
Beispiele:
an der Kreuzung kam es zu einem plötzlichen Stau der Fahrzeuge
einen übermäßigen Stau der Züge auf der Strecke vermeiden
2.
Wasserwirtschaft Stauanlage
Beispiel:
So werden vielfach Staue angelegt, die das Wasser zurückhalten [Tageszeitung1972]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stauen · Stau · Staudamm · Staumauer · Stausee · Stauung · verstauen
stauen Vb. ‘fließendes Wasser in seinem Lauf hemmen’ (17. Jh.), ‘Waren, Gegenstände fest schichten’ (18. Jh.), aus dem Nd. ins Hd. aufgenommen; vgl. als vereinzelten Vorläufer bereits mhd. (md.) stouwen ‘Wasser zum Stehen bringen’. Mnd. stouwen, (ablautend) stūwen ‘hemmen, stauen, stillen, stocken, nicht abfließen (lassen)’, (hansisch) ‘Güter im Schiff fest verpacken’, mnl. nl. stouwen ‘aufstauen (vom Wasser), jagen, quälen, reizen’, aengl. stōwian ‘zurückhalten’, engl. to stow ‘verstauen, packen’ und (in der Bedeutung abweichend) ahd. stouwōn (9. Jh.), stouwen (10. Jh.; irstouwen, 9. Jh.), mhd. stöuwen, stouwen, stöun, stoun ‘(an)klagen, (Einhalt) gebieten, schelten’, got. stōjan ‘richten’ lassen sich mit der gemeinsamen Ausgangsbedeutung ‘zum Stehen bringen’ wie aslaw. staviti ‘stellen, zum Stehen bringen, verhindern, beenden’, russ. stávit’ (ставить) ‘stellen, setzen’, lit. stovė́ti ‘(da-, still)stehen’, lett. stāvēt ‘stehen’ auf die zur Wurzel ie. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’ (s. ↗stehen) gehörende Erweiterung ie. *st(h)āu-, *st(h)ū- zurückführen (s. auch ↗Staude, ↗staunen, ↗stützen). Stau m. ‘Hemmung, Stillstand von Fließendem’ (Wasser, Verkehr), auch ‘das angestaute Wasser’ (18. Jh.), mnd. stouw ‘Stauung eines fließenden Gewässers, Stauwerk’. Staudamm m. Staumauer f. (19. Jh.), Stausee m. (20. Jh.). Stauung f. ‘Abdämmung, aufgestautes Gewässer’ (18. Jh.), mnd. stöuwinge. verstauen Vb. ‘fest und ordnungsgemäß in einen Raum, einen Behälter packen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Autoschlange · ↗Engpass · ↗Rückstau · Stau · ↗Stauung · ↗Verkehrsstau · zähfließender Verkehr  ●  Stop and Go  engl. · Blechlawine  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Stau‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stau‹.

Verwendungsbeispiele für ›Stau‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Tausende steckten mit ihren Autos im Stau fest - nichts ging mehr!
Bild, 27.08.2004
Viele würden ja in Kauf nehmen, stundenlang im Stau zu stehen.
Der Tagesspiegel, 03.01.2003
Dieser Stau kann ebenso einsam und aggressiv machen wie der andere.
Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 325
Doch bald verstrickten sie sich zu Staus, und diejenigen, die um jeden Preis weiterfahren wollten, um sich zu verwirklichen, brachten es nur zu einem Frontalzusammenstoß.
konkret, 1983
Dies erklärt sich durch einen Stau der Luftsäule im Zapfen des Mundstücks.
Rasmussen, Mary u. a.: Posaune. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1962], S. 39388
Zitationshilfe
„Stau“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stau>, abgerufen am 04.07.2020.

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