Staub, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Staub(e)s · wird nur im Singular verwendet
Nebenform Technik Staub · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Staub(e)s · Nominativ Plural: Stäube/Staube
Aussprache
Wortbildung mit ›Staub‹ als Erstglied: ↗Staubbeutel · ↗Staubblatt · ↗Staubbrille · ↗Staubbürste · ↗Staubentwicklung · ↗Staubexplosion · ↗Staubfahne · ↗Staubfeuerung · ↗Staubfilter · ↗Staubfontäne · ↗Staubfänger · ↗Staubgefäß · ↗Staubkamm · ↗Staubkohle · ↗Staubkorn · ↗Staubkruste · ↗Staubkörnchen · ↗Staublappen · ↗Staublawine · ↗Staublunge · ↗Staubmantel · ↗Staubmaske · ↗Staubmasse · ↗Staubpartikel · ↗Staubsauger · ↗Staubschicht · ↗Staubsturm · ↗Staubteilchen · ↗Staubtuch · ↗Staubwedel · ↗Staubwolke · ↗Staubzucker · ↗Stäubchen · ↗staubdicht · ↗stauberfüllt · ↗staubfein · ↗staubfrei · ↗staubig · ↗staubsaugen · ↗staubtrocken
 ·  mit ›Staub‹ als Letztglied: ↗Braunkohlenstaub · ↗Braunkohlestaub · ↗Diamantenstaub · ↗Diamantstaub · ↗Feilstaub · ↗Feinststaub · ↗Goldstaub · ↗Kohlenstaub · ↗Mondstaub · ↗Mörtelstaub · ↗Reisestaub · ↗Schneestaub · ↗Schwebstaub · ↗Sternenstaub · ↗Zementstaub · ↗Ziegelstaub
 ·  mit ›Staub‹ als Grundform: ↗stauben
eWDG, 1976

Bedeutung

Menge feinster, sich ablagernder oder in der Luft schwebender fester Teilchen
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
dichter, (finger)dicker, feiner, grauer, giftiger Staub
der Staub der Straße
der Staub dringt in die Poren
ein Stäubchen flog mir ins Auge
auf den Blättern lag Staub
der Wind wirbelt den Staub auf
den Staub von den Kleidern bürsten, aus dem Teppich klopfen
sie wischte den Staub von den Möbeln, wischte Staub
wir haben beim Kehren viel Staub eingeatmet
umgangssprachlichwir haben beim Kehren viel Staub geschluckt
sich gegen radioaktiven Staub schützen
die Ruine ist in Schutt und Staub zerfallen
bildlich
Beispiele:
gehobener hat den Staub Berlins von den Füßen geschüttelt
umgangssprachlichdiese Affäre hat viel Staub aufgewirbelt
saloppsich aus dem Staub machen (= ausreißen)
abwertendjmdn. in den Staub treten (= jmdn. demütigen)
abwertendvor jmdm. im Staub liegen (= sich vor jmdm. erniedrigen)
gehoben, verhüllendwieder zu Staub werden (= sterben)
Technik spezifische Menge von Staubteilchen
Grammatik: Plural ‘Stäube’, meist im Plural
Beispiele:
die Stäube der Industriewerke
schädliche Dämpfe und Stäube [Tageszeitung1968]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Staub · staubig · stauben · stäuben · abstauben · verstauben · verstäuben · verstaubt · bestäuben · zerstäuben · Zerstäuber
Staub m. ‘(aufwirbelnde) feine Schmutzteilchen’, ahd. stoub (um 1000), mhd. stoup, stoub (germ. *stauba-) und (mit anderer Bildungsweise) mnd. stof, stōf, mnl. nl. stof (germ. *stuba-) sowie (mit j-Suffix) ahd. stubbi (8. Jh.), mnd. stübbe, mnl. (ge)stubbe, got. stubjus (germ. *stubja-) sind ablautende Verbalsubstantive zu dem unter ↗stieben (s. d.) behandelten Verb. staubig Adj. ‘voller Staub, mit Staub bedeckt’, mhd. stoubec, stoubic. stauben Vb. ‘als Staub umherwirbeln, Staub abgeben, Staub beseitigen’, ahd. stouben ‘stieben machen’ (10. Jh.; vgl. irstouben, 8. Jh.), mhd. stouben ‘stieben machen, Staub erregen, aufwirbeln, aufscheuchen, aufjagen’ und gleichbed. stäuben Vb. mhd. stöuben sind Kausativa zu dem unter ↗stieben (s. d.) behandelten Verb; heutiges Sprachempfinden sieht darin Ableitungen vom Substantiv Staub. abstauben Vb. auch abstäuben, ‘Staub abschütteln, entfernen’ (16. Jh.), ‘von Staub reinigen’ (17. Jh.), ‘sich etw. (unerlaubt) aneignen, zunutze machen’ (Anfang 20. Jh.). verstauben Vb. ‘staubig werden, sich mit Staub überziehen’ (18. Jh.); vgl. mhd. verstouben ‘verscheuchen’. verstäuben Vb. ‘wie Staub auseinanderwirbeln, versprühen’, mhd. versteuben ‘sich verflüchtigen’. verstaubt Part.adj. ‘mit Staub bedeckt’, übertragen ‘veraltet, altmodisch’ (18. Jh.). bestäuben Vb. ‘mit Staub bedecken’, ahd. bistouben (um 1000), mhd. bestouben; ‘mit Blütenstaub befruchten’ (19. Jh.). zerstäuben Vb. ‘auseinanderjagen, zerstreuen’, ahd. zistouben (um 1000), mhd. zerstouben; ‘zu Staub machen, wie Staub verwehen, verschwinden lassen’ (17. Jh.), ‘fein versprühen’ (19. Jh.); Zerstäuber m. ‘wer etw. auseinanderjagt’ (17. Jh.), ‘Gerät zum Versprühen einer wohlriechenden Flüssigkeit’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Puder · ↗Pulver · Staub
Unterbegriffe
  • Normstaub · Prüfstaub
Assoziationen
  • Staublunge  ●  Pneumokoniose  fachspr. · Pneumonokoniose  fachspr., veraltet

Typische Verbindungen zu ›Staub‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Abgas Asche Dreck Gas Geruch Hitze Kratzer Lärm Rauch Ruß Sand Schlamm Schmutz Schutt Schwefeldioxid Schweiß Staub Wolke aufgewirbelt aufwirbeln bedecken blasen fein interstellar kosmisch radioaktiv riechen wirbeln wischen zerfallen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Staub‹.

Verwendungsbeispiele für ›Staub‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Langsam sinkt es in die Tiefe, in den Staub der Zeit.
Die Zeit, 30.03.2009, Nr. 14
Aber wen macht der permanente Kampf gegen den Staub glücklich?
Süddeutsche Zeitung, 09.03.2002
Heimlich sammle ich (Ali) Proben des in allen Farben glitzernden Staubs.
Wallraff, Günter: Ganz unten, Berlin: Aufbau-Verl.1986 [1985], S. 152
Marx wirft durchaus nicht alles in den Staub, er hat auch seine Tradition.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1963], S. 347
Sie war nackt gegen den Staub, den Regen, die harten Steine gestellt.
Koeppen, Wolfgang: Das Treibhaus. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1953], S. 212
Zitationshilfe
„Staub“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Staub>, abgerufen am 23.02.2020.

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