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Stauche

Worttrennung Stau-che
Duden, GWDS, 1999

Bedeutung

landschaftlich
1.
Pulswärmer
2.
weiter unterer Teil des Ärmels
3.
Kopftuch (der Frauen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verstauchen · stauchen · Stauche · Verstauchung
verstauchen Vb. ‘durch Stoß oder unrechte Bewegung ein Gelenk oder Gelenkbänder verzerren’ (17. Jh.), Präfixbildung zu stauchen Vb. ‘aufrecht aufstellen, aufrichten, kräftig auf den Boden, auf den Tisch stoßen, heftig zusammendrücken, -schieben, damit etw. kürzer und breiter wird’ (16. Jh.). Beide Verben stammen aus dem Nd., wurden jedoch hd. Lautstand angeglichen. Mnd. stūken ‘stoßen’, mnl. stūken, nl. stuiken ‘stoßen, drücken’ bzw. nd. verstūken, nl. verstuiken und die verwandten Bildungen ahd. stūhha ‘langer, weiter Ärmel’ (11. Jh.), mhd. stūche, auch ‘Kopftuch, Schleier’, nhd. Stauche f. ‘Puff, Pulswärmer, weiter Ärmel’, mnd. stūke ‘langer, weiter Ärmel, Baumstumpf, Bund Getreide’, mengl. stouk, engl. (mundartlich) stook ‘Garbenhaufen’, anord. stūka ‘langer Oberärmel’ (in dieser Bedeutung vielleicht aus dem Mnd.), ‘Anbau’ führen mit den unter Stock (s. d.) genannten Formen auf ie. *(s)teug-, eine Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *(s)teu- ‘stoßen, schlagen’. – Verstauchung f. ‘Zerrung eines Gelenks oder der Gelenkbänder’ (Ende 17. Jh.).

Verwendungsbeispiele für ›Stauche‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei lassen sich Nasen in die Länge ziehen oder Stauchen und Augen weiten. [Süddeutsche Zeitung, 31.10.2001]
Frei, wie entmaterialisiert läßt er den Klang schweben; er dirigiert flüssig, ist immer für agogisches Dehnen und Stauchen gut. [Süddeutsche Zeitung, 30.01.1997]
Gewiß, aber dabei bleibt es doch nichtsdestoweniger bestehen, daß die letzte Entscheidung durch die größere Fertigkeit im Stauchen herbeigeführt wird. [Süddeutsche Zeitung, 11.07.1998]
Stauchen, Recken, Durchsetzen, Breiten und Lochen klingen wie Wörter aus alten Zeiten. [Süddeutsche Zeitung, 28.04.1999]
Stauchen funktioniert, indem man exakt über dem Stein Ohrfeigen austeilt, an den Haaren zieht, Kuchen verteilt oder andere einprägsame Maßnahmen ergreift. [Süddeutsche Zeitung, 13.07.2002]
Zitationshilfe
„Stauche“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stauche>.

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