Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Stecher, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stechers · Nominativ Plural: Stecher
Aussprache 
Worttrennung Ste-cher
Wortzerlegung stechen -er
eWDG

Bedeutungen

1.
Facharbeiter, der Formen in Metall sticht
Beispiel:
der Stecher arbeitet an einem Kupferstich
2.
fachsprachlich Gerät zum Stechen
Beispiel:
Fische mit dem Stecher fangen
3.
zweiter Abzug bei Jagdgewehren, der das Stechschloss spannt
4.
Jägersprache Schnabel der Schnepfe
Beispiel:
[…] [die Schnepfe] legte […] den Stecher an die Brust […] [ LönsMümmelmann4,22]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stechen · ausstechen · Stecher · Stechapfel · Stechpalme · abstechen · Abstecher · anstechen · Anstich
stechen Vb. ‘mit einer Spitze verletzen bzw. in etw. eindringen’, ahd. stehhan (um 800), mhd. stechen (auch ‘turnieren’), asächs. stekan, mnd. mnl. stēken, nl. steken, afries. steka (westgerm. *stekan) führen mit den unter stecken, Stachel, Stake (s. d.) genannten Formen sowie mit ahd. stehhōn ‘anstacheln, erstechen’ (8. Jh.), got. staks ‘Wundmal’ auf ie. *(s)teg-. Demgegenüber setzen die außergerm. Verben und Nomina aind. tḗjatē ‘ist, wird scharf, schärft’, tigmáḥ ‘scharf, spitzig, heiß, heftig’, griech. stízein (στίζειν) ‘stechen, punkten, tätowieren, brandmarken’, stígma (στίγμα) ‘Stich, Brandmal, Malzeichen, Kennzeichen’, lat. īnstīgāre ‘anstacheln, anspornen, aufreizen’ ie. *(s)teig-, *(s)tig- voraus. Mit Sicherheit liegt eine ie. Ausgangsform mit i-Vokal bzw. i-Diphthong auch in aengl. stician ‘stechen, durchstoßen’, engl. to stick ‘stechen, stoßen, stecken’, einem Teil der unter Stecken (s. d.) genannten Formen sowie in ablautendem anord. steikja ‘braten’, eigentlich ‘an den Bratspieß stecken’, vor. Bei einer Reihe verwandter Wörter aber (s. Stich, Stichel, sticken, ersticken) bleibt offen, ob das i der Wurzelsilbe aus dem Ie. ererbt oder (außerhalb des Got.) durch ein ursprüngliches i bzw. j der Folgesilbe aus e entstanden ist. Ie. *(s)teig-, *(s)tig- und die Variante *(s)teg- ‘stechen, spitz, Stange, Pfahl, Stock’ sind Gutturalerweiterungen der Wurzel ie. *(s)tei- ‘spitzig’, die unerweitert in lat. stilus, stimulus (s. Stil, stimulieren) enthalten ist. ausstechen Vb. ‘durch Stechen herausnehmen oder entfernen’, asächs. ūtstekan, spätmhd. ūʒstechen; auch ‘beim Turnier aus dem Sattel stechen’, daher ‘jmdn. von seinem Platze verdrängen, seine Stellung einnehmen, ihn übertreffen’ (17. Jh.). Stecher m. ‘wer sticht’, mhd. stechære, stecher, auch ‘gedungener Mörder, Turnierkämpfer, stechende Waffe, Dolch’; vgl. Kupferstecher, s. auch Feldstecher. Stechapfel m. giftiges Nachtschattengewächs mit stachligen Früchten (16. Jh.). Stechpalme f. Strauch mit glänzenden, stachligen Blättern, dessen immergrüne Zweige vielfach am Palmsonntag geweiht und in der Prozession mitgeführt werden (16. Jh.). abstechen Vb. ‘mit einem Stichwerkzeug abtrennen, durch einen Stich schlachten, ablaufen lassen, markieren, abgrenzen, sich von oder gegen etw. abheben’, mhd. abestechen ‘abtrennen, durchtrennen, schlachten, durch Stechen (im Turnier) besiegen, übertreffen’. Abstecher m. ‘kleiner, von der vorgegebenen Route abweichender Ausflug’ (18. Jh., zuvor nd. affsteker, um 1700), zu abstechen in der älteren Bedeutung ‘sich entfernen, davonmachen’ (16. Jh.). anstechen Vb. ‘in etw. hineinstechen, es damit öffnen’ (ein Faß), mhd. anestechen ‘anzapfen’, auch ‘antreiben (mit den Sporen), Feuer anlegen’, ahd. anastehhan ‘hineinstechen’ (9. Jh.). Anstich m. ‘das Anzapfen’ (eines Fasses, 15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bettgenosse · Beziehung · Freund · Geliebter · Gespiele · Günstling · Hausfreund · Mann ihres Herzens · Verhältnis · ständiger Begleiter  ●  Kavalier  ironisch, veraltet · Liebhaber  Hauptform · Lover  engl. · Beschäler  derb, abwertend · Boyfriend  ugs., engl. · Deckkhengst  derb, abwertend, fig. · Galan  geh., veraltet, ironisch · Kerl  ugs., salopp · Stecher  vulg., abwertend

Typische Verbindungen zu ›Stecher‹ (berechnet)

Namen fies torhueter

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stecher‹.

Verwendungsbeispiele für ›Stecher‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seine Drucke sind von höchster Qualität; er ließ die besten Stecher seiner Zeit für sich arbeiten. [Hopkinson, Cecil: Boivin. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1973], S. 2541]
Von seinen 200 polnischen Stechern sind schon 160 nach Hause gefahren. [Bild, 19.06.2004]
In diesem Jahr gibt es so viele der gemeinen Stecher wie selten. [Bild, 14.08.2003]
Aber vorsorglich hat sie sich mal so ein Netz gegen fiese Stecher besorgt. [Bild, 10.03.2003]
Unsere besten Stecher kappen jetzt 100 bis 250 Kilo pro Tag. [Bild, 26.05.2001]
Zitationshilfe
„Stecher“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stecher>.

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