Stecher, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stechers · Nominativ Plural: Stecher
Aussprache
WorttrennungSte-cher (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Stecher‹ als Letztglied: ↗Blütenstecher · ↗Feldstecher · ↗Kupferstecher · ↗Messerstecher · ↗Notenstecher · ↗Stahlstecher
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Facharbeiter, der Formen in Metall sticht
Beispiel:
der Stecher arbeitet an einem Kupferstich
2.
fachsprachlich Gerät zum Stechen
Beispiel:
Fische mit dem Stecher fangen
3.
zweiter Abzug bei Jagdgewehren, der das Stechschloss spannt
4.
Jägersprache Schnabel der Schnepfe
Beispiel:
[die Schnepfe] legte ... den Stecher an die Brust [LönsMümmelmann4,22]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stechen · ausstechen · Stecher · Stechapfel · Stechpalme · abstechen · Abstecher · anstechen · Anstich
stechen Vb. ‘mit einer Spitze verletzen bzw. in etw. eindringen’, ahd. stehhan (um 800), mhd. stechen (auch ‘turnieren’), asächs. stekan, mnd. mnl. stēken, nl. steken, afries. steka (westgerm. *stekan) führen mit den unter ↗stecken, ↗Stachel, ↗Stake (s. d.) genannten Formen sowie mit ahd. stehhōn ‘anstacheln, erstechen’ (8. Jh.), got. staks ‘Wundmal’ auf ie. *(s)teg-. Demgegenüber setzen die außergerm. Verben und Nomina aind. tḗjatē ‘ist, wird scharf, schärft’, tigmáḥ ‘scharf, spitzig, heiß, heftig’, griech. stízein (στίζειν) ‘stechen, punkten, tätowieren, brandmarken’, stígma (στίγμα) ‘Stich, Brandmal, Malzeichen, Kennzeichen’, lat. īnstīgāre ‘anstacheln, anspornen, aufreizen’ ie. *(s)teig-, *(s)tig- voraus. Mit Sicherheit liegt eine ie. Ausgangsform mit i-Vokal bzw. i-Diphthong auch in aengl. stician ‘stechen, durchstoßen’, engl. to stick ‘stechen, stoßen, stecken’, einem Teil der unter ↗Stecken (s. d.) genannten Formen sowie in ablautendem anord. steikja ‘braten’, eigentlich ‘an den Bratspieß stecken’, vor. Bei einer Reihe verwandter Wörter aber (s. ↗Stich, ↗Stichel, ↗sticken, ↗ersticken) bleibt offen, ob das i der Wurzelsilbe aus dem Ie. ererbt oder (außerhalb des Got.) durch ein ursprüngliches i bzw. j der Folgesilbe aus e entstanden ist. Ie. *(s)teig-, *(s)tig- und die Variante *(s)teg- ‘stechen, spitz, Stange, Pfahl, Stock’ sind Gutturalerweiterungen der Wurzel ie. *(s)tei- ‘spitzig’, die unerweitert in lat. stilus, stimulus (s. ↗Stil, ↗stimulieren) enthalten ist. ausstechen Vb. ‘durch Stechen herausnehmen oder entfernen’, asächs. ūtstekan, spätmhd. ūʒstechen; auch ‘beim Turnier aus dem Sattel stechen’, daher ‘jmdn. von seinem Platze verdrängen, seine Stellung einnehmen, ihn übertreffen’ (17. Jh.). Stecher m. ‘wer sticht’, mhd. stechære, stecher, auch ‘gedungener Mörder, Turnierkämpfer, stechende Waffe, Dolch’; vgl. Kupferstecher, s. auch ↗Feldstecher. Stechapfel m. giftiges Nachtschattengewächs mit stachligen Früchten (16. Jh.). Stechpalme f. Strauch mit glänzenden, stachligen Blättern, dessen immergrüne Zweige vielfach am Palmsonntag geweiht und in der Prozession mitgeführt werden (16. Jh.). abstechen Vb. ‘mit einem Stichwerkzeug abtrennen, durch einen Stich schlachten, ablaufen lassen, markieren, abgrenzen, sich von oder gegen etw. abheben’, mhd. abestechen ‘abtrennen, durchtrennen, schlachten, durch Stechen (im Turnier) besiegen, übertreffen’. Abstecher m. ‘kleiner, von der vorgegebenen Route abweichender Ausflug’ (18. Jh., zuvor nd. affsteker, um 1700), zu abstechen in der älteren Bedeutung ‘sich entfernen, davonmachen’ (16. Jh.). anstechen Vb. ‘in etw. hineinstechen, es damit öffnen’ (ein Faß), mhd. anestechen ‘anzapfen’, auch ‘antreiben (mit den Sporen), Feuer anlegen’, ahd. anastehhan ‘hineinstechen’ (9. Jh.). Anstich m. ‘das Anzapfen’ (eines Fasses, 15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bettgenosse · ↗Beziehung · ↗Freund · Geliebter · ↗Gespiele · ↗Günstling · ↗Hausfreund · Mann ihres Herzens · ↗Verhältnis · ständiger Begleiter  ●  ↗Kavalier  ironisch, veraltet · ↗Liebhaber  Hauptform · ↗Lover  engl. · ↗Beschäler  derb · Boyfriend  ugs., engl. · ↗Galan  geh., veraltet, ironisch · ↗Kerl  ugs., salopp · Stecher  vulg.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Maler Münze Radierer Verleger Vorlage Zeichner fies stechen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stecher‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von seinen 200 polnischen Stechern sind schon 160 nach Hause gefahren.
Bild, 19.06.2004
Seine Drucke sind von höchster Qualität; er ließ die besten Stecher seiner Zeit für sich arbeiten.
Hopkinson, Cecil: Boivin. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1973], S. 2541
Dann werden sie aufgehängt und ein paar Meter weiter zum Stecher transportiert.
Die Zeit, 27.02.2012, Nr. 09
An einem kurzen Stiel, der in einen kleinen pilzförmigen Griff gefaßt ist, liegt der G. in der hohlen Hand des Stechers.
o. A.: Lexikon der Kunst - G. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 15785
Er ist ein großer Stecher, hat die aggressivsten Spermien auf Mutter Erde.
Braun, Marcus: Hochzeitsvorbereitungen, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 169
Zitationshilfe
„Stecher“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stecher>, abgerufen am 14.12.2019.

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