Steckenpferd, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungSte-cken-pferd (computergeneriert)
WortzerlegungSteckenPferd
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
an einem Stock befestigter hölzerner Pferdekopf, der als Kinderspielzeug dient
Beispiel:
die Kinder ritten auf ihren Steckenpferden
2.
umgangssprachlich Liebhaberei, Hobby
Beispiele:
jeder hat sein Steckenpferd
Fotografieren, das ist nun mal sein Steckenpferd
scherzhaft sein Steckenpferd besteigen, reiten, tummeln (= seinen Liebhabereien nachgehen)
jmds. Steckenpferd kennen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pferd · Pferdestärke · Steckenpferd
Pferd n. Der Name des Reit- und Zugtiers ahd. parafred, pherfrit u. a. (9. Jh.), pherit (Hs. 13. Jh.), mhd. phert, asächs. -pereth, mnd. pert, mnl. pe(e)rt, pa(e)rt, nl. paard ist (wohl im nördlichen Gallien) entlehnt aus spätlat. paraverēdus ‘Postpferd für besondere Fälle, Extrapostpferd’, eigentlich ‘Nebenpferd’, einer Bildung zu gall.-lat. verēdus ‘Post-, Kurier-, Jagdpferd’. Das Kompositum ist wahrscheinlich dem gleichbed. griech. párippos (πάριππος), aus παρα- ‘neben, bei’ (s. ↗para-) und ἵππος ‘Pferd’, nachgebildet. Gall.-lat. verēdus ist, wie entsprechend gebildetes kymr. gorwydd ‘Pferd’, eine präfigierte kelt. Bildung zu dem unter ↗reiten (s. d.) behandelten Ansatz ie. *reidh-, vgl. gall.-lat. rēda ‘vierrädriger Reisewagen’. In der Literatursprache hat sich Pferd allgemein durchgesetzt, während die germ. Bezeichnungen Gaul, Mähre, Roß eine semantische Eigenentwicklung erfahren bzw. auf landschaftlichen Gebrauch beschränkt werden. Pferdestärke f. abgekürzt PS, Maßeinheit für die Leistung bzw. Arbeitskraft (heute noch für die Leistung eines Kraftfahrzeugmotors), festgelegt unter der Bezeichnung engl. horse-power (1770) von dem schottischen Ingenieur J. Watt; dazu die dt. Übersetzung Pferdekraft (Anfang 19. Jh.), später Pferdestärke (2. Hälfte 19. Jh.). Steckenpferd n. Kinderspielzeug, bestehend aus einem Stock (s. ↗Stecken) mit hözernem Pferdekopf (16. Jh.). Die übertragene Bedeutung ‘Neigung, Liebhaberei’ entwickelt sich (18. Jh.) unter dem Einfluß von engl. hobby-horse (s. ↗Hobby) in der Übersetzung von Sternes „Tristram Shandy“. Vgl. die Wendung sein Steckenpferd reiten ‘seinen Neigungen nachgehen, über sein Lieblingsthema sprechen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Freizeitaktivität · ↗Freizeitbeschäftigung · ↗Hobby  ●  Steckenpferd  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Außenpolitik Beruf Ritter beliebt besonder echt frönen hölzern ideologisch jeweilig lieb persönlich pflegen reiten satteln tummeln widmen wissenschaftlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Steckenpferd‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn ausgerechnet dem will er künftig das liebste Steckenpferd nehmen.
Die Zeit, 01.04.2002, Nr. 13
Hier erstreckt sich diese bereits auf die Kosten des Steckenpferds selbst.
Jonas, Hans: Das Prinzip der Verantwortung, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1979, S. 352
Jetzt hat die westliche Propaganda ein neues antisowjetisches Steckenpferd gesattelt.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1977]
Man könne den lieben Gott einen guten Mann sein lassen und seinem Steckenpferde frönen.
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 281
So soll der Zwölfjährige und der Vierziger sein Steckenpferd finden.
Rosenzweig, Gerhard: Unsere Modelleisenbahn, Gütersloh: Bertelsmann Verlag 1966, S. 7
Zitationshilfe
„Steckenpferd“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Steckenpferd>, abgerufen am 25.04.2019.

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