Steckling, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stecklings · Nominativ Plural: Stecklinge
Aussprache
WorttrennungSteck-ling (computergeneriert)
Wortzerlegungstecken2-ling
eWDG, 1976

Bedeutung

von der Mutterpflanze abgetrennter Pflanzenteil, der in den Boden oder in Wasser gesteckt wird und sich zu einer selbstständigen Pflanze entwickeln kann
Beispiele:
Stecklinge aussetzen, ins Freiland pflanzen
Stecklinge kultivieren
die Bewurzelung von Stecklingen in Wasser
die vegetative Vermehrung durch Stecklinge
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stecken · Stecker · Steckling · Steckbrief · Steckrübe · abstecken · anstecken · ansteckend · Ansteckung · aufstecken · bestecken · Besteck · verstecken · Versteck
stecken Vb. (transitiv) ‘stechend befestigen, an einen bestimmten Platz bringen, unterbringen’, (intransitiv) ‘haftenbleiben, festsitzen’ vereint in seiner mhd. Lautform zwei ehemals eigenständige Verben, einerseits das Kausativum ahd. stecken ‘anheften, annageln’ (9. Jh.), mhd. stecken ‘einstechend befestigen’ bzw. mnd. nd. mnl. sticken (mit älterer Vokalstufe, dadurch lautlich mit sticken ‘feine Muster einnähen’ zusammenfallend), andrerseits (mit expressiver Konsonantendoppelung) das Durativum ahd. steckōn (8. Jh.), mhd. stecken ‘eingestochen festhaften, sich befinden’, das seit dem 16. Jh. unter Einfluß von stechen zuweilen stark flektiert (vgl. der Brief stak im Kasten). Beide sind zu dem unter ↗stechen (s. d.) behandelten Verb gebildet. Stecker m. ‘wer oder was steckt’ (17. Jh.), ‘Geräteteil zur Herstellung elektrischer Kontakte’ (20. Jh.). Steckling m. ‘zum Anwurzeln in die Erde gestecktes Reis’ (18. Jh.), gebildet nach älterem Setzling (s. ↗setzen). Steckbrief m. ‘öffentliche Aufforderung zur Mithilfe bei der Ergreifung eines flüchtigen Täters mit dessen genauer Personenbeschreibung’ (16. Jh.), eigentlich wohl ‘Haftbefehl’, d. h. Anweisung, jmdn. ins Gefängnis zu stecken. Steckrübe f. Rübensorte, die als junge Pflanze verpflanzt (gesteckt) wird (16. Jh.). abstecken Vb. ‘abgrenzen (mit Pfählen), loslösen’ (16. Jh.), ‘mit Stecknadeln anpassen’ (20. Jh.). anstecken Vb. ‘an etw. befestigen, einen Brandsatz anbringen und dadurch in Brand setzen, ein Faß öffnen’, ahd. anasteckōn (11./12. Jh.), mhd. anestecken ‘anzünden, ein Faß öffnen’ (mnd. ansticken, s. oben); bildlich ‘(Krankheiten) zündstoffartig mitteilen, (sich) infizieren’ (16. Jh.); ansteckend Part.adj. ‘infizierend’ (17. Jh.); Ansteckung f. ‘Infektion’ (17. Jh.), älter ‘Entzündung von Feuer’ (15. Jh.). aufstecken Vb. ‘hochstecken, oben anbringen, aufsetzen’, mhd. ūfstecken; übertragen ‘etw. aufgeben, auf etw. verzichten’ (19. Jh.), jmdm. ein Licht aufstecken ‘jmdm. etw. klarmachen, ihn aufklären’ (17. Jh.). bestecken Vb. ‘steckend mit etw. versehen, hineinstecken’, ahd. bistecken ‘hineinstecken’ (11. Jh.), mhd. bestecken ‘bedecken, festsetzen, steckenbleiben’. Besteck n. ‘was zusammengesteckt ist’, z. B. ‘(zur Zierde) Aufgestecktes’ am Helm oder Degen (16. Jh.), ‘Messer, Gabel, Löffel’ als zusammengehörender (ehemals in einem Futteral befindlicher) Satz (17. Jh.), ‘Futteral, Etui für Werkzeuge und sein Inhalt’ (18. Jh.). verstecken Vb. ‘verbergen’ (16. Jh.); vgl. ahd. firstecken ‘verstopfen’ (Hs. 13. Jh.), mhd. verstecken ‘ersticken machen’; Versteck n. ‘heimlicher Aufbewahrungsort’ (18. Jh.), mnd. (in der Seemannssprache) vorstecke ‘Hinterhalt, geheime Absicht’.

Thesaurus

Botanik
Synonymgruppe
Pflänzling · ↗Setzling · ↗Spross · ↗Sprössling · Steckling · ↗Sämling  ●  ↗Jungpflanze  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Jerusalembohne · Lunjabohne · Mung Daal · Mung Dal · Mungbohne · Mungobohne  ●  Vigna radiata  fachspr., lat., griechisch

Typische Verbindungen zu ›Steckling‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Pflanze Topf Vermehrung schneiden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Steckling‹.

Verwendungsbeispiele für ›Steckling‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach der Befreiung 400 Jahre später setzen sie sofort reihenweise Stecklinge, und das Land blüht auf.
o. A.: Pioniergeist in Pylos. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1997 [1996]
So gibt sich in puncto Vermehrung der Hopfen autoerotisch und pflanzt sich über Stecklinge fort.
Die Zeit, 24.07.1981, Nr. 31
Besser ist es jedoch, sie jedes Jahr aus Stecklingen neu zu ziehen oder neue Jungpflanzen zu kaufen, sie blühen reicher.
Reinhardt Höhn, Blumen für den Balkon: Berlin: VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag 1976, S. 53
Die Behandlung der in Schalen oder in Kästen gesteckten Stecklinge ist ähnlich wie bei den Stauden.
Schacht, Wilhelm: Der Steingarten und seine Welt, Ludwigsburg: Ulmer 1953, S. 188
Im zeitigen Frühjahr waren sie in kleinen Stecklingen auf den Feldern ausgepflanzt worden.
Hahn, Christian Diederich: Bauernweisheit unterm Mikroskop, Oldenburg i.O.: Stalling 1943 [1939], S. 219
Zitationshilfe
„Steckling“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Steckling>, abgerufen am 18.01.2020.

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