Stegreif, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stegreif(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [ˈʃteːkʀaɪ̯f]
Worttrennung Steg-reif
Wortzerlegung  Steg Reif1
Ungültige Schreibung Stehgreif
Wortbildung  mit ›Stegreif‹ als Erstglied: Stegreifkomödie · Stegreifspiel
Mehrwortausdrücke  aus dem Stegreif
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Improvisation
Beispiele:
Zuletzt machten sie Stegreif und verplapperten sich – kein Mensch weiß, ob sie da schon über den gelungenen Abend feixten oder bloß vom Text abgekommen waren. [Süddeutsche Zeitung, 01.10.1994]
Eine Koketterie mit dem Stegreif, weil es so klingt, als hätte er sich keine Gedanken gemacht, als hätte er nichts zu erzählen. [Welt am Sonntag, 23.08.2015, Nr. 34]
Alles sei noch »Stegreif und Improvisation«, sagen die – angesichts der zahlreichen positiven Rückmeldungen – überwältigten Initiatorinnen. [Der Standard, 06.10.2014]
In größter Not hat sie die Freiheit des Stegreifs, das Glück des Augenblicks gewonnen. [Die Zeit, 04.12.2003, Nr. 50]
Was er jetzt ablieferte, mutet eher wie die Arbeit eines Castorf‑Verschwisterten an. Reine Volksbühnendestruktion. Nur nicht, was die Dauer der Aufführung betrifft. Zwei Stunden, mit viel Spielspaß und Stegreif. [Berliner Zeitung, 21.11.2003]
Phraseme:
aus dem Stegreif
im Stegreif (= ohne jegliche Vorbereitung, spontan und improvisiert)

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stegreif m. ‘Steigbügel’, heute nur noch in der Wendung aus dem Stegreif ‘ohne Vorbereitung, ohne lange Überlegung’ ahd. stegareif (11. Jh.), mhd. stegereif ‘Steigbügel’ (vgl. mnd. stēgerēp, mnl. stēghereep, aengl. stigrāp, engl. stirrup, anord. stigreip) ist eine Bildung zum schwachen Verb ahd. stegōn (um 1000), mhd. stegen ‘gehen, (auf-, empor)steigen’ (neben dem unter steigen, s. d., behandelten starken Verb) in Verbindung mit ahd. mhd. reif ‘Seil, Strick, Streifen, Band, Fessel, Ring’ (s. Reif1). Stegreif, ursprünglich ein Seil mit Schlinge, bleibt bis ins 18. Jh. üblich, wird aber vom 17. Jh. an durch Steigbügel (s. Bügel) verdrängt. Übertragener Gebrauch aus dem Stegreif ‘ohne Vorbereitung’, eigentlich ‘ohne vom Pferd abzusteigen’ (oder ‘sofort nach dem Absteigen’?), wird im 18. Jh. geläufig; vgl. schon sich in, aus dem Stegreif nähren ‘als berittener Wegelagerer leben’ (16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Stegreif‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stegreif‹.

Zitationshilfe
„Stegreif“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stegreif>, abgerufen am 19.10.2021.

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