Steiß, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Steißes · Nominativ Plural: Steiße
Aussprache
Wortbildung mit ›Steiß‹ als Erstglied: ↗Steißbein · ↗Steißgeburt · ↗Steißpauker · ↗Steißtrommler
 ·  mit ›Steiß‹ als Letztglied: ↗Fettsteiß
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
salopp Gesäß
Beispiel:
Er setzte sich mit seinem fetten Steiß zwischen seine beiden Gäste [U. BecherMänner25]
2.
Jägersprache die Schwanzfedern bei Federwild mit kleinem Schwanz
Beispiel:
die Schnepfe spreizte den Steiß
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Steiß · Steißbein
Steiß m. ‘Hintern’, jägersprachlich ‘kurze Schwanzfedern bei Federwild’, ahd. stiuʒ (Hs. 12. Jh.), mhd. stiuʒ, stouʒ, frühnhd. steuß, mnd. stǖt, mnl. stuut, stuyt, nl. stuit ‘Hintern’, anord. stūtr ‘junger Ochse, Horn, Stumpf’ (nach den abgestumpften Hörnern benannt), schwed. stut ‘junger Ochse’ stellt sich wohl als ‘abgestumpftes (Hinter)teil’ wie ↗Stutzen m., ↗stutzen Vb. (s. d.) ablautend zu den unter ↗stoßen (s. d.) behandelten Wortformen und damit zu einer Dentalerweiterung der Wurzel ie. *(s)teu- ‘stoßen, schlagen’. Seit dem 17. Jh. setzt sich die entrundete md. Form gegen hd. (obd.) Steuß durch. Steißbein n. ‘aus Wirbeln zusammengewachsener Endknochen der Wirbelsäule’ (18. Jh.), anfangs vereinzelt auch Steußbein. Zu ↗Bein ‘Knochen’, s. d.

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
Gesäß · ↗Hinterteil · Steiß  ●  ↗Kehrseite  scherzhaft · verlängerter Rücken  euphemistisch · (das) hintere Ende (von jemandem)  geh. · Allerwertester  ugs. · ↗Arsch  derb · Clunium  fachspr., lat. · Fott  ugs., rheinisch · Fudi  ugs., schweiz. · Futt  ugs., rheinisch · Füdli  ugs., schweiz. · Glutealregion  fachspr., lat. · Hinterbacken  ugs. · ↗Hintern  ugs. · ↗Kiste  ugs. · Nates  fachspr., anatomisch, lat. · ↗Po  ugs. · Pobacken  ugs. · ↗Podex  ugs. · ↗Popo  ugs. · Pöter  ugs. · Regio glutea  fachspr., lat. · Regio glutealis  fachspr., lat. · ↗Schinken  ugs. · ↗Sitzfleisch  ugs. · vier Buchstaben  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • attraktives Hinterteil · schöner Hintern  ●  ↗Knackarsch  ugs.
  • (einen) dicken Hintern (haben)  ●  (einen) Hintern wie ein Brauereipferd (haben)  ugs., variabel
  • Bein · ↗Lauf (Wildtiere)  ●  Kackstelze(n)  derb · Pinn(e)  ugs., norddeutsch · hintere Extremität  fachspr. · untere Extremität  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bauch Brust

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Steiß‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er sei bei der Jagd auf den Steiß gefallen, hieß es.
Süddeutsche Zeitung, 19.11.1996
Das große Tattoo am Steiß ist ein japanisches Zeichen für Baum.
Bild, 06.08.2004
Wie ich Ihnen schon sagte, wenn Sie etwas runzeln wollen, runzeln Sie Ihren Steiß, nicht ihre Stirn!
Der Tagesspiegel, 22.05.1999
Die streckt ihm lang die Zunge raus und marschiert, mit dem Steiß wackelnd.
Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 254
Zwischen Hals und Steiß bläst sich ein fünfzehn Zentimeter dickes Gaspolster auf.
Die Zeit, 10.09.1998, Nr. 38
Zitationshilfe
„Steiß“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Steiß>, abgerufen am 21.04.2019.

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