Steiger, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Steigers · Nominativ Plural: Steiger
Aussprache  [ˈʃtaɪ̯gɐ]
Worttrennung Stei-ger
Wortzerlegung steigen-er
Wortbildung  mit ›Steiger‹ als Letztglied: ↗Alpensteiger · ↗Obersteiger · ↗Reviersteiger
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
jmd., der in den Bergen steigt
Beispiel:
ein ausdauernder, beherzter, kühner Steiger
2.
Bergmannssprache technisch Verantwortlicher im Bergwerk, Steinbruch
Beispiel:
der Steiger kontrollierte sein Revier
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

steigen · Steigung · Steig · Stieg · Steiger · versteigen · verstiegen
steigen Vb. ‘sich aufwärts bewegen’, ahd. stīgan (8. Jh.), mhd. mnd. stīgen, asächs. stīgan, mnl. stīghen, nl. stijgen, afries. stīga, aengl. stīgan, anord. stīga, schwed. stiga, got. steigan (germ. *steigan) läßt sich mit aind. (tiefstufig) stighnōti ‘schreitet, tritt, steigt’, griech. sté͞ichein (στείχειν) ‘einherschreiten, marschieren, steigen, ziehen, gehen’, air. tīagu ‘schreite, gehe’, lit. steĩgti ‘(be)gründen, errichten’, älter ‘eilen, sich beeilen, hasten’, lett. steigt ‘eilen, beschleunigen’, aslaw. postignǫti ‘hingelangen, erreichen, treffen’, russ. postígnut’ (постигнуть), postigát’ (постигать) ‘ereilen, treffen, begreifen, fassen’ sowie (schwundstufig) aslaw. stьẓa, russ. stezjá (стезя) ‘Pfad’ und vielleicht auch mit lat. vestīgium ‘Fußstapfe, -spur, -sohle’ auf eine Wurzel ie. *steigh- ‘schreiten, steigen’ zurückführen. Steigung f. ‘Erhöhung, Höhenunterschied’, spätmhd. stīgunge (Hs. 15. Jh.). Steig m. ‘Fußweg’, ahd. stīg ‘Pfad’ (Hs. 12. Jh., zuvor schon nidar-, ūfstīg, 9. Jh.), mhd. stīc, mnd. stīch, aengl. stīg, anord. stīgr, schwed. stig. Stieg m. ‘Ersteigung, steiler Pfad, schmaler Fußweg’ (18. Jh.), nhd. Abstraktbildung in Analogie zu seit dem 16. Jh. belegten Ab-, An-, Aufstieg. Vereinzelt belegtes frühnhd. stig (15. Jh.) dürfte noch als undiphthongierte Form (mit langem Vokal) aufzufassen sein. Steiger m. ‘wer steigt, Kletterer’, spätmhd. stīger; in der Bergmannssprache ‘aufsichtführender Bergmann’ (16. Jh.). versteigen Vb. reflexiv ‘zuweit steigen und sich dadurch in Gefahr begeben’ (16. Jh.), vereinzelt spätmhd. verstīgen ‘über etw. steigen und es dadurch verletzen’; übertragen ‘sich vermessen (in Gedanken und Taten)’ (17. Jh.), ‘sich in etw. verrennen’ (18. Jh.); dazu verstiegen Part.adj. ‘überspannt, abwegig’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Arbeitsbühne · ↗Hebebühne · Hubarbeitsbühne · Hubsteiger · Steiger
Synonymgruppe
Steiger  ●  Verantwortliche Person (ab 1980)  Amtsdeutsch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Steiger‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Steiger‹.

Verwendungsbeispiele für ›Steiger‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er ließ sich von einem Steiger den toten Mann weisen.
Grimm, Hans: Volk ohne Raum, München: Langen 1932 [1926], S. 293
Der Steiger maß nach und fand, daß die Öffnung so weit gediehen sei, daß eine Sprengung stattfinden könne.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 7122
Auch die Steiger und der Werkmeisterverband versammeln sich in Dortmund.
o. A.: 1918. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1982], S. 113
Nach dem Zusammenbruch des Hitlerfaschismus arbeitete er als Steiger in Aachen.
Neue deutsche Literatur, Bd. 1, Nr. 2, 1953
Unter den Verletzten befinden sich der Oberingenieur der Schachtanlage, ein Obersteiger und zehn Steiger.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 02.03.1927
Zitationshilfe
„Steiger“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Steiger>, abgerufen am 30.11.2020.

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