Steigung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Steigung · Nominativ Plural: Steigungen
Aussprache 
Worttrennung Stei-gung
Wortzerlegung  steigen -ung
Wortbildung  mit ›Steigung‹ als Erstglied: Steigungskoeffizient · Steigungstafel · Steigungsverhältnis · Steigungswinkel
eWDG

Bedeutungen

1.
Zunahme der Höhe eines Weges, Schienenweges
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
eine geringe, große Steigung
eine Steigung von zehn Prozent
die Bahnlinie hat eine starke Steigung
in einer Straße, die ... in sanfter Steigung quer durch ein liebliches Hügelgelände führte [ LöscherAlles Getrennte27]
2.
höher führender Weg, Schienenweg
Beispiele:
eine kurze, kurvenreiche Steigung überwinden
[der Autofahrer] brauste eine Steigung hinauf [ Hausm.Abschied124]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

steigen · Steigung · Steig · Stieg · Steiger · versteigen · verstiegen
steigen Vb. ‘sich aufwärts bewegen’, ahd. stīgan (8. Jh.), mhd. mnd. stīgen, asächs. stīgan, mnl. stīghen, nl. stijgen, afries. stīga, aengl. stīgan, anord. stīga, schwed. stiga, got. steigan (germ. *steigan) läßt sich mit aind. (tiefstufig) stighnōti ‘schreitet, tritt, steigt’, griech. sté͞ichein (στείχειν) ‘einherschreiten, marschieren, steigen, ziehen, gehen’, air. tīagu ‘schreite, gehe’, lit. steĩgti ‘(be)gründen, errichten’, älter ‘eilen, sich beeilen, hasten’, lett. steigt ‘eilen, beschleunigen’, aslaw. postignǫti ‘hingelangen, erreichen, treffen’, russ. postígnut’ (постигнуть), postigát’ (постигать) ‘ereilen, treffen, begreifen, fassen’ sowie (schwundstufig) aslaw. stьẓa, russ. stezjá (стезя) ‘Pfad’ und vielleicht auch mit lat. vestīgium ‘Fußstapfe, -spur, -sohle’ auf eine Wurzel ie. *steigh- ‘schreiten, steigen’ zurückführen. Steigung f. ‘Erhöhung, Höhenunterschied’, spätmhd. stīgunge (Hs. 15. Jh.). Steig m. ‘Fußweg’, ahd. stīg ‘Pfad’ (Hs. 12. Jh., zuvor schon nidar-, ūfstīg, 9. Jh.), mhd. stīc, mnd. stīch, aengl. stīg, anord. stīgr, schwed. stig. Stieg m. ‘Ersteigung, steiler Pfad, schmaler Fußweg’ (18. Jh.), nhd. Abstraktbildung in Analogie zu seit dem 16. Jh. belegten Ab-, An-, Aufstieg. Vereinzelt belegtes frühnhd. stig (15. Jh.) dürfte noch als undiphthongierte Form (mit langem Vokal) aufzufassen sein. Steiger m. ‘wer steigt, Kletterer’, spätmhd. stīger; in der Bergmannssprache ‘aufsichtführender Bergmann’ (16. Jh.). versteigen Vb. reflexiv ‘zuweit steigen und sich dadurch in Gefahr begeben’ (16. Jh.), vereinzelt spätmhd. verstīgen ‘über etw. steigen und es dadurch verletzen’; übertragen ‘sich vermessen (in Gedanken und Taten)’ (17. Jh.), ‘sich in etw. verrennen’ (18. Jh.); dazu verstiegen Part.adj. ‘überspannt, abwegig’ (17. Jh.).

Thesaurus

Elektrizität
Synonymgruppe
Steigleitung · Steigung
Synonymgruppe
Anstieg · Höhenunterschied · Steigung  ●  Gradiente  fachspr.
Mathematik
Synonymgruppe
Anstieg · Steigung

Typische Verbindungen zu ›Steigung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

16-prozentigBeispielsätze anzeigen AnfahrenBeispielsätze anzeigen BefahrenBeispielsätze anzeigen GefälleBeispielsätze anzeigen GefällstreckeBeispielsätze anzeigen GeradeBeispielsätze anzeigen HöhenmeterBeispielsätze anzeigen KopfsteinpflasterBeispielsätze anzeigen KurveBeispielsätze anzeigen KurvenradiusBeispielsätze anzeigen RampeBeispielsätze anzeigen achtprozentigBeispielsätze anzeigen bewältigenBeispielsätze anzeigen durchschnittlichBeispielsätze anzeigen erklimmenBeispielsätze anzeigen giftigBeispielsätze anzeigen hinauffahrenBeispielsätze anzeigen hochprozentigBeispielsätze anzeigen langgezogen maximalBeispielsätze anzeigen prozentigBeispielsätze anzeigen ruppigBeispielsätze anzeigen sechsprozentigBeispielsätze anzeigen steilBeispielsätze anzeigen vereistBeispielsätze anzeigen verschneit vierprozentigBeispielsätze anzeigen zehnprozentigBeispielsätze anzeigen zurückschaltenBeispielsätze anzeigen zwölfprozentigBeispielsätze anzeigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Steigung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Steigung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was ist eigentlich so toll daran, jede Steigung im Sitzen hochzufahren?
Süddeutsche Zeitung, 15.04.2003
An steilen Steigungen konnte er nicht immer mit den anderen Bewerbern mithalten.
Bild, 02.10.2000
Der Regen wurde stärker, Nebel kam dazu, die ersten Steigungen.
Woelk, Ulrich: Freigang. Verlag S. Fischer, Frankfurt 1990, S. 62
Aber auf der nächsten Steigung stimmt diese Übersetzung nicht mehr.
o. A.: Eva und das Auto, Hamburg: BP Benzin und Petroleum Aktiengesellschaft Verl. 1966, S. 7
Um größere Steigungen überwinden und größere Geschwindigkeiten erzielen zu können, wurde ein stärkerer Motor (3 PS) eingebaut.
Benz, Carl Friedrich: Lebensfahrt eines deutschen Erfinders, Die Erfindung des Automobils, Erinnerungen eines Achtzigjährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 8248
Zitationshilfe
„Steigung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Steigung>, abgerufen am 19.10.2021.

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