Steinbock, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Steinbock(e)s · Nominativ Plural: Steinböcke
Aussprache  [ˈʃtaɪ̯nbɔk]
Worttrennung Stein-bock
Wortzerlegung  Stein Bock
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

Steinbock
Steinbock
(Christian Mehlführer, CC BY 2.5)
Steinbock
Steinbock
(Gunnar Ries Amphibol, CC BY-SA 3.0)
1.
höhere Regionen der Hochgebirge bewohnende, gewandt kletternde Tierart aus der Gattung der Ziegen mit hellem, grauem Fell
Beispiele:
Der Steinbock ist ein reiner Pflanzenfresser und ernährt sich von Gras, Kräutern und Flechten. [Steckbrief: der Steinbock, 01.08.2017, aufgerufen am 01.09.2020]
Weil die Steinböcke in Graubünden bereits seit ungefähr 1650 ausgerottet sind, die Bündner aber wieder gerne welche hätten, machen sich ein paar Burschen Anfang des 20. Jahrhunderts auf ins nahe Italien. Sie entwenden dem italienischen König Vittorio Emanuele III. einige der letzten dort lebenden Steinbockexemplare. Die in die Schweiz geschmuggelten Steinböcke kommen sodann in den Tierpark Peter und Paul in St. Gallen, wo alsbald ein weltweit einzigartiges Steinbockzuchtprogramm startet. 1920 werden die ersten Steinböcke im Nationalpark ausgesetzt. [Neue Zürcher Zeitung, 13.12.2015]
Ötzi hat sich durch eine ausgewogene gemischte Diät ernährt, wobei er in einer ersten Mahlzeit Steinbockfleisch, in seiner vorletzten Hirschfleisch und in der letzten wieder Steinbock verzehrt hat. [Ötzis letzte Mahlzeit, 27.10.2011, aufgerufen am 01.09.2020]
Während der von Führern begleiteten ein‑ bis zweistündigen Wildtier‑Safaris bestehen gute Chancen, Auerhähne, Murmeltiere, ja mit viel Glück sogar Steinböcke zu erspähen. [Süddeutsche Zeitung, 12.03.2009]
Noch leben in den nördlichen Regionen an der Grenze zu Tadschikistan, Pakistan und China Marco‑Polo‑Schafe, das Urial und Schneeleoparden und in den nordöstlichen Provinzen Kabul, Logar und Kunar wilde Bergziegen, Steinböcke und Bären – aber sie sind extrem gefährdet. [Der Standard, 18.05.2001]
2.
Astronomie Tierkreissternbild zwischen Schütze¹ (3) und Wassermann (3)
Kollokationen:
in Präpositionalgruppe/-objekt: durch den Steinbock wandern
Beispiele:
Einen besonders glitzernden Stern haben Astronomen an der Grenze der Sternbilder Steinbock und Wassermann entdeckt. [Leipziger Volkszeitung, 11.01.2011]
Der südliche Wendekreis wird als der Wendekreis des Steinbocks und der nördliche als der Wendekreis des Krebses bezeichnet. [Neue Zürcher Zeitung, 28.11.2007]
Die Planeten Pluto und Saturn trafen im Tierkreiszeichen Steinbock aufeinander. [Luzerner Zeitung, 14.01.2021]
Am Weihnachtstag wechselt auch die Venus von Schütze in Steinbockmit dem Resultat, dass nun vier Planeten im Steinbockzeichen stehen, während eine Woche früher nur Pluto drin war, dafür fünf Gestirne im Schützezeichen standen. [St. Galler Tagblatt, 21.12.2017]
Im Ostteil des Sternbildes Steinbock erscheint im Verlauf des späteren Nachmittags der rückläufige Neptun und bleibt am 1. bis um 3.45 Uhr und am 31. bis um 0.46 Uhr am Nachthimmel. [Neue Zürcher Zeitung, 29.09.2010]
Astronomisch genau um 1.21 Uhr MEZ änderte sie [die Sonne] die Richtung in ihrer scheinbaren Bahn auf dem Wendekreis des Steinbocks. [Thüringer Allgemeine, 25.11.2006]
Erst spät am Abend geht Jupiter auf. Der riesige Planet zieht durch das Sternbild Steinbock und ist dann der hellste Stern am Nachthimmel. [Welt am Sonntag, 29.06.1997]
3.
Astrologie
a)
Tierkreiszeichen (2) für die Zeit vom 22. Dezember bis 20. Januar
Beispiele:
Gestern habe ich sogar mal wieder mein Horoskop für den Steinbock gelesen, was ich sonst als überflüssig erachte – und darf ich Ihnen sagen, was drinstand? [Münchner Merkur, 24.03.2020]
Ihr astrologisches Zugpferd Merkur hat den strengen Steinbock nun verlassen und springt mit wilden Ideen durch den Wassermann. [Mittelbayerische, 02.01.2016]
Nicht gehaltene Versprechen der CDU‑Politikerin führen zu Unmut im Volk. Astrologisch gesehen könnte […] ein im Zeichen des Steinbocks geborener, sachlicher Politiker ihr größter Widersacher werden. [Rhein-Zeitung, 07.09.2009]
Widder steht für Kampf, nicht aufgeben, Steinbock steht für Erfolg und Präzision, Wassermann steht für Strategie[…]. [Bild am Sonntag, 12.08.2007]
Sie ist Sternzeichen Steinbock, dem sie die Eigenschaften »hartnäckig« und »ehrgeizig« bescheinigt. [Saarbrücker Zeitung, 17.02.1996]
b)
jmd., der im Tierkreiszeichen Steinbock (3 a) geboren ist
Beispiele:
Typisch für den Steinbock ist seine ausdauernde, ehrgeizige und strategisch denkende Art. [Horoskop: Diese Sternzeichen sind besonders dominant!, 18.10.2019, aufgerufen am 20.08.2020]
Sie ist »ein typischer Steinbock« – organisiert, bodenständig, mit einem festen Plan. [Hamburger Abendblatt, 29.09.2008]
Mit den Worten »Ich bin Steinbock und als Steinbock ist man sehr wahrheitsliebend« versuchte er […], seinen Angaben Nachdruck zu verleihen. Umsonst. Sowohl Staatsanwalt als auch Richterin […] sahen die Körperverletzungen als bewiesen an. [Südkurier, 03.07.2007]
Die optimalen männlichen Partner der Stier‑Frauen sind dem TV‑Horoskop zufolge Steinböcke, Widder und Krebse. [Der Standard, 29.08.2002]
Bleiben wir mal bei Ihnen als Steinbock. Als Kenner der griechischen Mythologie wissen Sie ja wohl am besten, was den Steinböcken von Natur aus eigen sein soll. [Berliner Zeitung, 30.12.1995]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stein · steinhart · steinreich · steinalt · steinern · steinig · steinigen · versteinern · versteinert · Versteinerung · Steinbock · Steinbrech · Saxifraga · Steingut · Steinmetz · Steinpilz
Stein m. ‘natürlicher, aus Mineralien bestehender, fester, harter Körper, Fels’, ahd. (8. Jh.), mhd. stein, asächs. mnd. stēn, mnl. nl. steen, afries. stēn, aengl. stān, engl. stone, anord. steinn, schwed. sten, got. stains (germ. *staina-) kann wie griech. stī́on (στῖον) ‘Kiesel’, aslaw. stěna, russ. stená (стена) ‘Wand’ als Bildung mit dem Suffix ie. -no- im Sinne von ‘das Harte, Verdichtete’ zu einer Wurzel ie. *stāi-, *stī̌- ‘(sich) verdichten, zusammendrängen, stopfen, gerinnen, stocken’ gestellt werden, zu der vielleicht auch aind. styā́yatē ‘gerinnt, wird fest’, griech. stī́ā (στία) ‘Steinchen, Kiesel’, stéār (στέαρ) ‘(stehendes) Fett, Talg’ (s. Stearin), lat. stīria ‘Tropfen’, lit. stìngti ‘fest werden, starr, steif werden, gerinnen’ gehören. Redensartlich Stein des Anstoßes ‘Ursache für ein Ärgernis’ (Luther), jmdm. einen Stein in den Garten werfen ‘etw. jmdm. zum Ärger tun’, Steine in den Weg legen ‘Hindernisse bereiten’ (16. Jh.). steinhart Adj. ‘hart wie Stein, sehr hart, mitleidlos’, mhd. steinherte, -hart. steinreich Adj. ‘viele Steine, Felsbrocken aufweisend’, vor allem steigernd ‘sehr reich’ (15. Jh.). Ebenfalls vergleichend-steigernd steinalt Adj. ‘hochbetagt’ (16. Jh.). steinern Adj. ‘aus Stein bestehend’ (um 1500), älter ahd. (um 800), mhd. steinīn. steinig Adj. ‘voller Steine, uneben’, ahd. steinag (um 800), mhd. steinec, steinic. steinigen Vb. ‘durch Steinwürfe töten’ als Art der Hinrichtung (15. Jh.); älter steinen nach entsprechendem ahd. steinōn (9. Jh.), mhd. steinen; vgl. dagegen ahd. steinen ‘mit Edelsteinen besetzen’ (8. Jh.). versteinern Vb. ‘zu Stein machen oder werden’ (Ende 17. Jh.), für älteres versteinen, mhd. versteinen; versteinert Part.adj. ‘zu Stein geworden’ (von Fossilien), ‘erstarrt’ (18. Jh.); Versteinerung f. ‘zu Stein gewordener Überrest eines Lebewesens’ (18. Jh.). Steinbock m. Ziegengattung des Hochgebirges, mhd. steinboc, zu Stein ‘Fels’ (s. oben); daneben Steingeiß f., mhd. steingeiʒ. Als Name eines Tierkreiszeichens und Sternbilds (Stainpock, 15. Jh.) Übersetzung von lat. caprīcornus; aus lat. caper, Genitiv caprī ‘Bock’ und lat. cornū n., cornus m. ‘Horn’, entsprechend griech. aigócerōs (αὶγόκερως), aus griech. aíx, Genitiv aigós (αἴξ, αἴγός) f. ‘Ziege’, m. ‘Bock’ und kéras, in der Komposition -kerōs (κέρας, -κερως) ‘Horn’. Steinbrech m. Heilpflanze, gilt seit der Antike als „Steine brechendes“ Mittel bei Nieren- und Blasensteinen, ahd. steinbrehha, -brech(e) f. (Hs. 11. Jh.), spätmhd. steinbreche f., mnd. stēnbreke. Der Name ist eine Übersetzung von lat. saxifraga (herba) f., zu lat. saxifragus Adj. ‘Steine brechend’ (Plinius), aus lat. saxum ‘Fels, Stein’ und lat. frangere (frāctum) ‘zerbrechen’. Als Gattungsbegriff botan.-lat. Saxifraga (Linné 1753). Maskulines Genus beginnt vom 14. Jh. an sich durchzusetzen. Heilende Wirkung bei Steinleiden wird der Pflanze heute nicht mehr zugeschrieben. Doch die spätere Erklärung, der Name der Pflanze sei entstanden, weil sie „auf den Felsen und Steinklippen wachse“, ist eine nachträgliche und für eine Wiesenpflanze wie den Steinbrech überdies unzutreffende Interpretation. Vgl. Marzell 4, 139. Steingut n. ‘Geschirr aus Ton, glasierte Tonware’ (18. Jh.). Steinmetz m. ‘Bearbeiter von Steinen’, ahd. steinmezzo (um 1000), mhd. steinmetze. Dessen zweiter Bestandteil gilt als Rückentlehnung aus galloroman. *matsio ‘Maurer’ (woraus mlat. macio, matio sowie afrz. frz. maçon ‘Maurer’), das seinerseits aus dem Germ. hergeleitet wird, und zwar aus einem zu germ. *makō(n) in der Endung latinisierten *makjo ‘Maurer, Steinmetz’. In germ. *makō(n) sieht man eine Substantivbildung zu dem unter machen (s. d.) behandelten Verb, hier in seiner frühen, vorauszusetzenden Bedeutung ‘kneten, formen, zusammenfügen’ im Bereich des Lehmbaus. Steinpilz m. (Anfang 18. Jh.), wohl nach seinem festen Fleisch und dem steinähnlichen Äußeren der jungen Pilze.

Thesaurus

Synonymgruppe
Steinbock  ●  Capricornus  lat.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Alpensteinbock · Gemeiner Steinbock
  • Daghestan-Tur · Ostkaukasischer Steinbock
  • Asiatischer Steinbock · Sibirischer Steinbock
  • Nubischer Steinbock · Syrischer Steinbock
  • Kuban-Tur · Westkaukasischer Steinbock

Typische Verbindungen zu ›Steinbock‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Steinbock‹.

Zitationshilfe
„Steinbock“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Steinbock>, abgerufen am 24.07.2021.

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