Steinbruch, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Steinbruch(e)s · Nominativ Plural: Steinbrüche
Aussprache 
Worttrennung Stein-bruch
Wortzerlegung  Stein Bruch1
Wortbildung  mit ›Steinbruch‹ als Erstglied: Steinbrucharbeiter  ·  mit ›Steinbruch‹ als Letztglied: Granitsteinbruch
eWDG

Bedeutung

Lagerstätte von Gestein, wo im Tagebau Steine losgebrochen werden
Beispiele:
ein großer, verlassener Steinbruch
Steine im Steinbruch brechen, losschlagen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bruch1 · Steinbruch · Bruchstück · brüchig · Bruchzahl · unverbrüchlich
Bruch1 m. ‘das Brechen, das Gebrochene’, auch ‘Stelle, wo etw. gebrochen ist’. Das westgerm. Verbalabstraktum ahd. bruh ‘Bruch, Riß, abgebrochenes Stück, Ausbruch’ (8./9. Jh.), mhd. bruch ‘Bruch, Riß, abgebrochenes Stück, Mangel, Vergehen’, asächs. bruki ‘Riß’, mnd. brȫke ‘Bruch, Spalt, Abfall, Mangel, Vergehen, Geldbuße’, mnl. broke ‘Bruch, Mangel, Vergehen, Geldbuße’, aengl. bryce ‘Bruch, abgebrochenes Stück’ ist eine ablautende Bildung zu dem unter brechen (s. d.) dargestellten germ. Verb. Es zeigt im Dt., den Verwendungen dieses Verbs folgend, eine reiche Bedeutungsauffächerung und steht seit dem Spätmhd. und besonders im Nhd. häufig als zweites Glied verdeutlichender, teilweise auf vorausgehenden zusammengesetzten Adjektiven mit -brüchig basierender Komposita (z. B. Damm-, Schiff-, Wolkenbruch; Ehe-, Treu-, Vertrags-, Wortbruch). Fachlicher Sondergebrauch findet sich namentlich in der Medizin (für lat. frāctūra ‘Knochenbruch’, bereits ahd. vereinzelt vom Brechen der Gliedmaßen; auch für lat. hernia ‘Eingeweidebruch’, 15. Jh.) und in der Mathematik (Ende 15. Jh., neben gleichzeitigem gebrochene Zahl für lat. numerus frāctus). Steinbruch m. ‘Abbaustelle von Gestein’ (15. Jh.). Bruchstück n. ‘abgebrochenes Stück, Teilstück’ (1. Hälfte 17. Jh.) für lat. fragmentum (s. Fragment). brüchig Adj. ‘zerbrechlich, morsch’, mhd. brüchic ‘brüchig, wortbrüchig, gebrochen’ (daneben mhd. bruchelich ‘gebrechlich, zum Schaden gereichend’). Bruchzahl f. ein Teilungsverhältnis ausdrückende Zahl, Lehnübersetzung (17. Jh.) von lat. numerus frāctus ‘gebrochene Zahl’; Kurzform Bruch. unverbrüchlich Adj. ‘fest, unerschütterlich’, mhd. unverbrochenlich, unverbruchlich Adj., unverbrochenlīche(n), unverbrüchelīchen Adv. ‘fest, unzerstörbar’, zunächst besonders im Rechtswesen die Geltung eingegangener Verbindlichkeiten bekräftigend, zum Verb mhd. verbrechen ‘zerbrechen, zerstören’ (s. brechen).

Thesaurus

Synonymgruppe
Steinbruch [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Unterbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Steinbruch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Steinbruch‹.

Verwendungsbeispiele für ›Steinbruch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann müsse es weniger auf die Ausbeutung von Steinbrüchen in schützenswerten Gebieten zurückgreifen.
Süddeutsche Zeitung, 02.06.2004
Dennoch lohnt es, diesen Steinbruch des Wissens zu erschließen, weil sich viele Erkenntnisse herausbrechen lassen.
Die Zeit, 21.10.1988, Nr. 43
Du solltest deine Steine aus den Steinbrüchen in Tura holen.
Wilson, John A.: Ägypten. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 6096
Im Steinbruch, an dem sie vorbei mußten, wurde es plötzlich lebendig.
Bodenreuth, Friedrich [d.i. Jaksch, Friedrich]: Alle Wasser Böhmens fließen nach Deutschland, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1938 [1937], S. 28
Der fremde Zug ist schon vor dem Hause im Steinbruch.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 23
Zitationshilfe
„Steinbruch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Steinbruch>, abgerufen am 28.11.2021.

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