Steinlaus, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Steinlaus · Nominativ Plural: Steinläuse
Aussprache [ˈʃtaɪ̯nlaʊ̯s]
Worttrennung Stein-laus
Wortzerlegung SteinLaus
ZDL-Vollartikel, 2020

Bedeutung

Steinlaus-Schäden
Steinlaus-Schäden
(Reinhard Dietrich, CC BY-SA 4.0)
in ganz Deutschland verbreitete winzige Nagetiergattung, deren Unterarten sich von verschiedenen Sorten Gestein ernähren   Der wissenschaftliche Name lautet nach der Erstbeschreibung 1983 Petrophaga lorioti. Die Größe schwankt zwischen 0,3 und 3 mm. Die Gemeine Steinlaus ist als Schädling an Gebäuden bei humorlosen Menschen gefürchtet.
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die Gemeine Steinlaus
Beispiele:
Loriots »Steinlaus« steht im Fachlexikon – obwohl es sie gar nicht gibt. Für einen Sketch in der Rolle des (realen) Prof. Bernhard Grzimek erfand Loriot »Petrophaga lorioti« – die Steinlaus. Das kleine Fantasie-Tierchen, das angeblich Betonwände und Ziegelsteine frisst, fand 1983 aus einer Bierlaune der Redakteure heraus als fingierter Lexikonartikel Eingang in das berühmteste medizinische Wörterbuch, den Pschyrembel. [Bild, 22.08.2016]
Vor einer Infektion mit Petrophaga lorioti müssen Sie sich nicht fürchten – die Steinlaus ruft vor allem Schmunzeln hervor. [Spiegel, 29.06.2013 (online)]
In Deutschland ist es eine Ameisensackspinne, die sich rühmen darf, einen großen Namen zu tragen. Die gerade mal zwei Millimeter große Otacilia Loriot wurde nach dem verstorbenen Humoristen benannt, was schon insofern eine schöne Geste ist, als dieser sich einst selbst für die bedrohte Steinlaus eingesetzt hat. [Süddeutsche Zeitung, 17.10.2012]
Wenn ein Tier den Titel »unterschätzt« verdient hat, dann Petrophaga lorioti, der Nager im Insektengewand, besser bekannt als die Gemeine Steinlaus. [Die Zeit, 22.08.2012, Nr. 30]
In der neuesten (255.) Auflage des angesehenen »Klinischen Wörterbuchs« von Willibald Pschyrembel […] wird, unter dem Stichwort »Steinlaus«, die ganze Familie der Lapivoren vorgestellt. »Von zunehmendem medizinischen Interesse«, heißt es da, seien in jüngster Zeit die Nieren-, Gallen- und Speichelsteinläuse, wenn auch ein »therapeutischer Einsatz nach heutigem Wissen« nicht in Frage komme. Zur Diskussion steht lediglich eine Ansiedlung der Steinläuse an der Berliner Mauer. [Der Spiegel, 16.12.1985, Nr. 51]
Zitationshilfe
„Steinlaus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Steinlaus>, abgerufen am 28.05.2020.

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