Stellung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Stellung · Nominativ Plural: Stellungen
Aussprache
WorttrennungStel-lung
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
bestimmte Körperhaltung, die jmd. einnimmt
Beispiele:
in kniender, gebückter, unbequemer Stellung
eine andere, natürliche Stellung einnehmen
sie veränderte ihre Stellung nicht
[die Figur] posiert aufs Italienische in Stellung und Kopfhaltung [WölfflinDürer96]
Eingetreten, nimmt er Stellung (= nimmt er Haltung an) und salutiert militärisch [G. Hauptm.WeberII]
2.
Art, in der etw. steht, Stand
Beispiele:
die Stellung der Gestirne am Himmel
die Stellung der Weichen verändern
an der Stellung des Schalters sieht man, ob das Gerät unter Strom steht
ein Maschinengewehr in Stellung bringen (= es aufstellen)
3.
meist im Singular
bestimmte Einstellung, die jmd. zu jmdm., einer Sache hat
Beispiele:
jmds. klare, positive, ablehnende, feindselige Stellung zu jmdm., etw.
zu einem Problem, Vorfall Stellung nehmen (= seine Meinung äußern, einen bestimmten Standpunkt einnehmen)
für jmdn. Stellung nehmen (= für jmdn. eintreten)
eine eindeutige politische Stellung beziehen (= einen eindeutigen politischen Standpunkt einnehmen)
4.
Militär aus mehreren nebeneinander oder nacheinander angeordneten, ausgebauten Gräben, Stützpunkten, Feuerstellungen, Sperren und anderen Objekten bestehende Anlage, die die Grundlage für eine standhafte Verteidigung bildet, Verteidigungsstellung
Beispiele:
der Verlauf der Stellung
befestigte, ausgebaute Stellungen
eine Stellung ausheben, tarnen
die Truppen bezogen neue Stellungen, haben die Stellung verteidigt, gehalten, geräumt
die gegnerischen Stellungen mit Feuer belegen, stürmen, einnehmen
der Gegner zog sich auf Stellungen zurück, ist in Stellung gegangen (= hat die Verteidigungsstellung bezogen)
das Bataillon lag in der vordersten Stellung
scherzhaft, bildlich
Beispiele:
er habe in der Allee eine wohlbedacht-günstige Stellung bezogen (= an einem wohlbedacht-günstigen Platz postiert) und die Schöne viermal an sich vorübertraben lassen [WerfelAbituriententag175]
[Barlach] hält die Stellung in Güstrow (= verbleibt in Güstrow standhaft an seinem Platz) [BronnenDeutschland72]
übertragen
Beispiel:
eine eindeutige politische Stellung beziehen (= einen eindeutigen politischen Standpunkt einnehmen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stellen · Stelle · Stellmacher · Stellvertreter · Stellung · Stellage · abstellen · anstellen · Angestellter · Anstellung · ausstellen · Ausstellung · bestellen · entstellen · herstellen · wiederherstellen · Hersteller · Herstellung · nachstellen · verstellen · Verstellung · vorstellen · Vorstellung
stellen Vb. ‘an einem Ort zum Stehen bringen, aufstellen’, ahd. stellen (8. Jh.), mhd. stellen, stallen (Prät. mit Rückumlaut ahd. stalta, mhd. stalte, s. auch ↗Anstalt, ↗Gestalt), asächs. stellian ‘hinstellen’, mnd. mnl. nl. stellen, aengl. stellan sind im Sinne von ‘an einem Standort aufstellen’ gebildet zu germ. *stalla- ‘Standort, Platz’ (s. ↗Stall). Stelle f. ‘Ort, Platz, Amt, Behörde’, Rückbildung des 16. Jhs. aus dem Verb, eigentlich ‘Platz, Ort, wo etw. steht’; vgl. mhd. himelstelle ‘Stelle, Sitz im Himmel, Himmelsthron’. Stellmacher m. ‘wer Gestelle für Wagen herstellt’, spätmhd. (omd.) stellemacher, im Nordd. und Omd. verbreitet, zum ja-Stamm Stell n. ‘Gestell’ (frühnhd. bis ins 17. Jh., noch mundartlich im Nordd.), vgl. ahd. -stelli in forastelli ‘Stuhlverstopfung’ (um 1100); s. auch ↗Bettgestell. Stellvertreter m. ‘wer im Auftrag und Namen eines anderen handelt’ (17. Jh.). Stellung f. ‘das Stellen, Körperhaltung, Stand, Anordnung, Lage, Amt, Posten, militärisch befestigter Punkt bzw. Abschnitt’, mhd. stallunge, stellung; vgl. stellungslos (Ende 19. Jh.). Stellage f. ‘Gerüst, Gestell’, Übernahme (16. Jh.) von nl. stellage ‘Bau- oder Schaugerüst’, einer Bildung mit frz. Endung zu mnl. stellen (s. oben). abstellen Vb. ‘etw. abschaffen, beseitigen’ (15. Jh.), ‘niedersetzen’ (16. Jh.), ‘außer Betrieb setzen, abschalten, auf etw. abzielen’ (18. Jh.). anstellen Vb. ‘nahe woran stellen, lehnen, in eine Stelle, ein Amt einsetzen, bewerkstelligen, unternehmen, anstiften, zum Fließen, Strömen bringen’, reflexiv ‘sich anreihen’, mhd. anestellen ‘einstellen, aufschieben’; Angestellter m. ‘in einem abhängigen Arbeitsverhältnis Stehender’ (Anfang 19. Jh.); Anstellung f. ‘Arbeitsverhältnis, Arbeitsplatz’ (19. Jh.), ‘Einrichtung, Anordnung, Bewirkung’, auch ‘Aufschub’ (15. Jh.), Anstellung machen (17. Jh.) für älteres Anstalt(en) machen (s. ↗Anstalt). ausstellen Vb. ‘anfertigen, öffentlich zur Schau stellen, bemängeln, kritisieren’, auch ‘hinausstellen’ (15. Jh.); Ausstellung f. ‘öffentliches Zurschaustellen einer Sammlung o. ä., Ausfertigung, Bemängelung’ (17. Jh.). bestellen Vb. ‘in Auftrag geben, anfordern, bearbeiten, (eine Botschaft) ausrichten’, ahd. bistellen ‘besetzen, bekränzen’ (9. Jh.), mhd. bestellen ‘von allen Seiten umstellen, besetzen, einsäumen, einstellen, anordnen, besorgen, instand setzen’. entstellen Vb. ‘verunstalten’, mhd. entstellen, auch reflexiv ‘sich verstellen’, eigentlich ‘aus der rechten Stellung oder Form bringen’. herstellen Vb. ‘an einen bestimmten Platz stellen, restaurieren, anfertigen, produzieren’ (16. Jh.); wiederherstellen Vb. ‘in den alten Zustand versetzen, ausbessern, reparieren’ (18. Jh.); Hersteller m. ‘Produzent’ (19. Jh.), anfangs auch ‘Restaurator’; Herstellung f. ‘das Anfertigen, Produktion, Verlagsabteilung für typographische Gestaltung und Kalkulation der Bücher’ (19. Jh.). nachstellen Vb. ‘auflauern, verfolgen’ (16. Jh.; eigentlich Schlingen, Fallen stellen). verstellen Vb. ‘verbarrikadieren, an einen anderen Platz stellen, falsch stellen’, übertragen (reflexiv) ‘sich anders geben, als man ist, etw. vortäuschen’, mhd. verstellen ‘zum Stehen bringen, im Fließen aufhalten, (sich) verwandeln, verunstalten, unkenntlich machen’; Verstellung f. ‘Umstellung, Verunstaltung, (Vor)täuschung’ (15. Jh.). vorstellen Vb. ‘nach vorn stellen, bekannt machen’, reflexiv ‘sich ein geistiges Bild machen’ (16. Jh.); Vorstellung f. ‘das Bekanntmachen, geistiges Bild, Idee, Aufführung, Einwand, Vorhaltung’ (um 1600).

Thesaurus

Synonymgruppe
Attitüde · ↗Charakteranlage · ↗Couleur · ↗Gesinnung · ↗Grundeinstellung · ↗Haltung · ↗Neigung · ↗Standpunkt · Stellung · ↗Veranlagung · innere Haltung
Synonymgruppe
Haltung · ↗Körperhaltung · ↗Pose · ↗Positur · Stellung  ●  ↗Gestus  geh.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(guter) Ruf · ↗Ansehen · ↗Bild · ↗Image · ↗Leumund · ↗Namen · ↗Prestige · ↗Renommee · ↗Reputation · Stellung
Assoziationen
  • (ein) (hohes) Ansehen genießen · ↗anerkannt · geachtet werden · geschätzt werden · ↗namhaft · ↗profiliert · ↗renommiert  ●  (einen) guten Leumund haben  variabel · (einen) guten Namen haben  variabel · (einen) guten Ruf genießen  variabel · (einen) guten Ruf haben  variabel · (einen) guten Ruf zu verlieren haben  variabel · (einen) guten Ruf zu verteidigen haben  variabel · (gut) angesehen sein  variabel · (sein) Name hat (in bestimmten Kreisen) einen guten Klang  variabel · in einem guten Ruf stehen  variabel · (sich) eines guten Ruf(e)s erfreuen  geh. · bestbeleumdet  geh. · gut beleumdet  geh., variabel · gut beleumundet (sein)  geh., variabel
  • Achtung · ↗Ansehen · ↗Autorität · ↗Bedeutung · ↗Einfluss · ↗Geltung · ↗Hochachtung · ↗Prestige · ↗Renommee · ↗Wertschätzung · ↗Würdigung  ●  ↗Standing  engl.
  • (seinen ) Ruf nicht aufs Spiel setzten (wollen) · einen Ruf zu verlieren haben
  • (einen) schlechten Ruf (haben) · (jemandem / einer Sache) haftet ein schlechter Ruf an · ↗Imageproblem  ●  die Bösen sein  ugs., fig.
  • Diffamierung · ↗Herabwürdigung · ↗Rufschädigung · ↗Schmähung · ↗Verleumdung · ↗Verunglimpfung  ●  ↗Diffamation  geh. · ↗Diffamie  geh.
  • (das) Gesicht wahren · (die) Würde wahren
  • (große) Bekanntheit erlangen · (großes) Ansehen erlangen (mit) · (großes) Ansehen gewinnen · (sich) (großes) Ansehen erwerben (mit) · bekannt werden (mit)  ●  (sich) einen Namen machen (mit / durch)  Hauptform
Synonymgruppe
Lage · ↗Position · ↗Standpunkt · Stellung
Synonymgruppe
Gewichtung · ↗Hackordnung · ↗Platzierung · ↗Positionierung · ↗Rangfolge · ↗Rangordnung · ↗Ranking · ↗Reihung · Stellung  ●  Classement  Sportsprache, franz.
Unterbegriffe
  • 4. Platz  ●  Holzmedaille  scherzhaft
  • 3. Platz · Bronzemedaillengewinner · Gewinner der Bronzemedaille
  • 2. Platz · Gewinner der Silbermedaille · Silbermedaillengewinner
Assoziationen
Militär
Synonymgruppe
Musterung · ↗Tauglichkeitsuntersuchung  ●  ↗Rekrutierung  schweiz. · Stellung  österr.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Amt · ↗Anstellung · ↗Arbeit · ↗Arbeitsplatz · ↗Arbeitsstelle · ↗Arbeitsverhältnis · ↗Beschäftigungsverhältnis · ↗Job · ↗Position · ↗Posten · ↗Stelle · Stellung  ●  (die) Stätte seines Wirkens  geh.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Amt · ↗Charge · ↗Dienstgrad · ↗Posten · ↗Rang · ↗Stelle · Stellung
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Luftangriff Mißbrauch angreifen ausbauen beherrschend beschießen besonder bezeihen beziehen bombardieren dominierend einnehmen exponiert feindlich festigen führend gesellschaftlich herausgehoben herausragend innehaben leitend marktbeherrschend mißbrauchen nehmen privilegiert rechtlich serbisch stark stärken zentral

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Stellung in dem zu Beginn sehr schnellen Spiel blieb lange weitgehend ausgeglichen.
Die Zeit, 22.11.2013 (online)
Eine hervorragende Stellung hat die D. in der minoischen Religion.
Walton, F. R.: Doppelaxt. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 6968
Trotz allem nahm er eine sehr nüchterne Stellung gegenüber seinen Werken ein.
Slonimsky, Nicolas: Ives. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1957], S. 33841
In den neuen Stellungen ist der Kampf von neuem entbrannt.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1941]
Diese einmal gefaßte Stellung verschließt ihm auch das Verständnis der Huygensschen Arbeiten.
Mach, Ernst: Erkenntnis und Irrtum. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1905], S. 9630
Zitationshilfe
„Stellung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stellung#1>, abgerufen am 12.11.2019.

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Stellung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Stellung · Nominativ Plural: Stellungen
Aussprache
WorttrennungStel-lung
Wortbildung mit ›Stellung‹ als Erstglied: ↗Stellungssuche · ↗Stellungssuchende · ↗Stellungsuche · ↗Stellungsuchende · ↗stellungslos
 ·  mit ›Stellung‹ als Letztglied: ↗Aushilfsstellung · ↗Ausnahmestellung · ↗Beamtenstellung · ↗Dauerstellung · ↗Dienststellung · ↗Doppelstellung · ↗Großmachtstellung · ↗Halbtagsstellung · ↗Jahresstellung · ↗Lebensstellung · ↗Machtstellung · ↗Marktstellung · ↗Monopolstellung · ↗Randstellung · ↗Rechtsstellung · ↗Schlüsselstellung · ↗Sonderstellung · ↗Spitzenstellung · ↗Staatsstellung · ↗Vertrauensstellung · ↗Verwaltungsstellung · ↗Vormachtstellung · ↗Vorrangstellung · ↗Vorzugsstellung · ↗Weltmachtstellung · ↗Zwitterstellung
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Arbeitsverhältnis, besonders für Angestellte, Posten, Stelle
Beispiele:
eine gute, schlechte, interessante, angenehme, gutbezahlte, schlechtbezahlte, verantwortungsvolle Stellung
eine leitende, gehobene, hohe Stellung einnehmen
gehoben eine leitende, gehobene, hohe Stellung bekleiden, innehaben
eine Stellung suchen, finden, bekommen, annehmen, antreten, aufgeben
damals war er längere Zeit ohne Stellung, hatte er seine Stellung verloren
er sucht eine andere Stellung, sieht sich nach einer neuen Stellung um, möchte die Stellung wechseln
sich um eine Stellung bewerben
jmdm. eine Stellung anbieten, nachweisen, verschaffen
sie hat eine Stellung als Sachbearbeiterin, ist für diese Stellung völlig ungeeignet
er ist in die Stellung des Oberarztes aufgerückt
veraltet (zu jmdm.) in Stellung gehen, (bei jmdm.) in Stellung sein (= bei jmdm. als Hausgehilfin arbeiten)
2.
meist im Singular
Grad des Ansehens, der Geltung, Bedeutung im gesellschaftlichen Leben, im Beruf, Rang
Beispiele:
jmds. gesellschaftliche, soziale Stellung
die Stellung des Menschen, Arbeiters in der sozialistischen Gesellschaft
unter den Wissenschaftlern seines Fachgebiets nahm er eine führende, hervorragende Stellung ein
jmd. steht in exponierter Stellung
Der beste Maßstab für die Kultur eines Volkes ist die Stellung, welche die Frau einnimmt [BebelFrau172]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stellen · Stelle · Stellmacher · Stellvertreter · Stellung · Stellage · abstellen · anstellen · Angestellter · Anstellung · ausstellen · Ausstellung · bestellen · entstellen · herstellen · wiederherstellen · Hersteller · Herstellung · nachstellen · verstellen · Verstellung · vorstellen · Vorstellung
stellen Vb. ‘an einem Ort zum Stehen bringen, aufstellen’, ahd. stellen (8. Jh.), mhd. stellen, stallen (Prät. mit Rückumlaut ahd. stalta, mhd. stalte, s. auch ↗Anstalt, ↗Gestalt), asächs. stellian ‘hinstellen’, mnd. mnl. nl. stellen, aengl. stellan sind im Sinne von ‘an einem Standort aufstellen’ gebildet zu germ. *stalla- ‘Standort, Platz’ (s. ↗Stall). Stelle f. ‘Ort, Platz, Amt, Behörde’, Rückbildung des 16. Jhs. aus dem Verb, eigentlich ‘Platz, Ort, wo etw. steht’; vgl. mhd. himelstelle ‘Stelle, Sitz im Himmel, Himmelsthron’. Stellmacher m. ‘wer Gestelle für Wagen herstellt’, spätmhd. (omd.) stellemacher, im Nordd. und Omd. verbreitet, zum ja-Stamm Stell n. ‘Gestell’ (frühnhd. bis ins 17. Jh., noch mundartlich im Nordd.), vgl. ahd. -stelli in forastelli ‘Stuhlverstopfung’ (um 1100); s. auch ↗Bettgestell. Stellvertreter m. ‘wer im Auftrag und Namen eines anderen handelt’ (17. Jh.). Stellung f. ‘das Stellen, Körperhaltung, Stand, Anordnung, Lage, Amt, Posten, militärisch befestigter Punkt bzw. Abschnitt’, mhd. stallunge, stellung; vgl. stellungslos (Ende 19. Jh.). Stellage f. ‘Gerüst, Gestell’, Übernahme (16. Jh.) von nl. stellage ‘Bau- oder Schaugerüst’, einer Bildung mit frz. Endung zu mnl. stellen (s. oben). abstellen Vb. ‘etw. abschaffen, beseitigen’ (15. Jh.), ‘niedersetzen’ (16. Jh.), ‘außer Betrieb setzen, abschalten, auf etw. abzielen’ (18. Jh.). anstellen Vb. ‘nahe woran stellen, lehnen, in eine Stelle, ein Amt einsetzen, bewerkstelligen, unternehmen, anstiften, zum Fließen, Strömen bringen’, reflexiv ‘sich anreihen’, mhd. anestellen ‘einstellen, aufschieben’; Angestellter m. ‘in einem abhängigen Arbeitsverhältnis Stehender’ (Anfang 19. Jh.); Anstellung f. ‘Arbeitsverhältnis, Arbeitsplatz’ (19. Jh.), ‘Einrichtung, Anordnung, Bewirkung’, auch ‘Aufschub’ (15. Jh.), Anstellung machen (17. Jh.) für älteres Anstalt(en) machen (s. ↗Anstalt). ausstellen Vb. ‘anfertigen, öffentlich zur Schau stellen, bemängeln, kritisieren’, auch ‘hinausstellen’ (15. Jh.); Ausstellung f. ‘öffentliches Zurschaustellen einer Sammlung o. ä., Ausfertigung, Bemängelung’ (17. Jh.). bestellen Vb. ‘in Auftrag geben, anfordern, bearbeiten, (eine Botschaft) ausrichten’, ahd. bistellen ‘besetzen, bekränzen’ (9. Jh.), mhd. bestellen ‘von allen Seiten umstellen, besetzen, einsäumen, einstellen, anordnen, besorgen, instand setzen’. entstellen Vb. ‘verunstalten’, mhd. entstellen, auch reflexiv ‘sich verstellen’, eigentlich ‘aus der rechten Stellung oder Form bringen’. herstellen Vb. ‘an einen bestimmten Platz stellen, restaurieren, anfertigen, produzieren’ (16. Jh.); wiederherstellen Vb. ‘in den alten Zustand versetzen, ausbessern, reparieren’ (18. Jh.); Hersteller m. ‘Produzent’ (19. Jh.), anfangs auch ‘Restaurator’; Herstellung f. ‘das Anfertigen, Produktion, Verlagsabteilung für typographische Gestaltung und Kalkulation der Bücher’ (19. Jh.). nachstellen Vb. ‘auflauern, verfolgen’ (16. Jh.; eigentlich Schlingen, Fallen stellen). verstellen Vb. ‘verbarrikadieren, an einen anderen Platz stellen, falsch stellen’, übertragen (reflexiv) ‘sich anders geben, als man ist, etw. vortäuschen’, mhd. verstellen ‘zum Stehen bringen, im Fließen aufhalten, (sich) verwandeln, verunstalten, unkenntlich machen’; Verstellung f. ‘Umstellung, Verunstaltung, (Vor)täuschung’ (15. Jh.). vorstellen Vb. ‘nach vorn stellen, bekannt machen’, reflexiv ‘sich ein geistiges Bild machen’ (16. Jh.); Vorstellung f. ‘das Bekanntmachen, geistiges Bild, Idee, Aufführung, Einwand, Vorhaltung’ (um 1600).

Thesaurus

Synonymgruppe
Attitüde · ↗Charakteranlage · ↗Couleur · ↗Gesinnung · ↗Grundeinstellung · ↗Haltung · ↗Neigung · ↗Standpunkt · Stellung · ↗Veranlagung · innere Haltung
Synonymgruppe
Haltung · ↗Körperhaltung · ↗Pose · ↗Positur · Stellung  ●  ↗Gestus  geh.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(guter) Ruf · ↗Ansehen · ↗Bild · ↗Image · ↗Leumund · ↗Namen · ↗Prestige · ↗Renommee · ↗Reputation · Stellung
Assoziationen
  • (ein) (hohes) Ansehen genießen · ↗anerkannt · geachtet werden · geschätzt werden · ↗namhaft · ↗profiliert · ↗renommiert  ●  (einen) guten Leumund haben  variabel · (einen) guten Namen haben  variabel · (einen) guten Ruf genießen  variabel · (einen) guten Ruf haben  variabel · (einen) guten Ruf zu verlieren haben  variabel · (einen) guten Ruf zu verteidigen haben  variabel · (gut) angesehen sein  variabel · (sein) Name hat (in bestimmten Kreisen) einen guten Klang  variabel · in einem guten Ruf stehen  variabel · (sich) eines guten Ruf(e)s erfreuen  geh. · bestbeleumdet  geh. · gut beleumdet  geh., variabel · gut beleumundet (sein)  geh., variabel
  • Achtung · ↗Ansehen · ↗Autorität · ↗Bedeutung · ↗Einfluss · ↗Geltung · ↗Hochachtung · ↗Prestige · ↗Renommee · ↗Wertschätzung · ↗Würdigung  ●  ↗Standing  engl.
  • (seinen ) Ruf nicht aufs Spiel setzten (wollen) · einen Ruf zu verlieren haben
  • (einen) schlechten Ruf (haben) · (jemandem / einer Sache) haftet ein schlechter Ruf an · ↗Imageproblem  ●  die Bösen sein  ugs., fig.
  • Diffamierung · ↗Herabwürdigung · ↗Rufschädigung · ↗Schmähung · ↗Verleumdung · ↗Verunglimpfung  ●  ↗Diffamation  geh. · ↗Diffamie  geh.
  • (das) Gesicht wahren · (die) Würde wahren
  • (große) Bekanntheit erlangen · (großes) Ansehen erlangen (mit) · (großes) Ansehen gewinnen · (sich) (großes) Ansehen erwerben (mit) · bekannt werden (mit)  ●  (sich) einen Namen machen (mit / durch)  Hauptform
Synonymgruppe
Lage · ↗Position · ↗Standpunkt · Stellung
Synonymgruppe
Gewichtung · ↗Hackordnung · ↗Platzierung · ↗Positionierung · ↗Rangfolge · ↗Rangordnung · ↗Ranking · ↗Reihung · Stellung  ●  Classement  Sportsprache, franz.
Unterbegriffe
  • 4. Platz  ●  Holzmedaille  scherzhaft
  • 3. Platz · Bronzemedaillengewinner · Gewinner der Bronzemedaille
  • 2. Platz · Gewinner der Silbermedaille · Silbermedaillengewinner
Assoziationen
Militär
Synonymgruppe
Musterung · ↗Tauglichkeitsuntersuchung  ●  ↗Rekrutierung  schweiz. · Stellung  österr.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Amt · ↗Anstellung · ↗Arbeit · ↗Arbeitsplatz · ↗Arbeitsstelle · ↗Arbeitsverhältnis · ↗Beschäftigungsverhältnis · ↗Job · ↗Position · ↗Posten · ↗Stelle · Stellung  ●  (die) Stätte seines Wirkens  geh.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Amt · ↗Charge · ↗Dienstgrad · ↗Posten · ↗Rang · ↗Stelle · Stellung
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Luftangriff Mißbrauch angreifen ausbauen beherrschend beschießen besonder bezeihen beziehen bombardieren dominierend einnehmen exponiert feindlich festigen führend gesellschaftlich herausgehoben herausragend innehaben leitend marktbeherrschend mißbrauchen nehmen privilegiert rechtlich serbisch stark stärken zentral

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stellung‹.

Zitationshilfe
„Stellung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stellung#2>, abgerufen am 12.11.2019.

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Stellung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Stellung · Nominativ Plural: Stellungen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungStel-lung
Wortbildung mit ›Stellung‹ als Erstglied: ↗stellungspflichtig  ·  mit ›Stellung‹ als Letztglied: ↗Alleinstellung · ↗Antragsstellung · ↗Antragstellung · ↗Diagnosestellung · ↗Indienststellung · ↗Indikationsstellung · ↗Rechnungsstellung · ↗Rechnungstellung · ↗Rückstellung · ↗Zurschaustellung · ↗Zurverfügungstellung
eWDG, 1976

Bedeutung

papierdeutsch das Stellen
entsprechend der Bedeutung von stellen (Lesart 15)
Beispiele:
die Stellung des Antrages muss wiederholt werden
die Stellung dieser Frage zeigt, dass in diesem Punkt doch noch Unklarheit herrscht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stellen · Stelle · Stellmacher · Stellvertreter · Stellung · Stellage · abstellen · anstellen · Angestellter · Anstellung · ausstellen · Ausstellung · bestellen · entstellen · herstellen · wiederherstellen · Hersteller · Herstellung · nachstellen · verstellen · Verstellung · vorstellen · Vorstellung
stellen Vb. ‘an einem Ort zum Stehen bringen, aufstellen’, ahd. stellen (8. Jh.), mhd. stellen, stallen (Prät. mit Rückumlaut ahd. stalta, mhd. stalte, s. auch ↗Anstalt, ↗Gestalt), asächs. stellian ‘hinstellen’, mnd. mnl. nl. stellen, aengl. stellan sind im Sinne von ‘an einem Standort aufstellen’ gebildet zu germ. *stalla- ‘Standort, Platz’ (s. ↗Stall). Stelle f. ‘Ort, Platz, Amt, Behörde’, Rückbildung des 16. Jhs. aus dem Verb, eigentlich ‘Platz, Ort, wo etw. steht’; vgl. mhd. himelstelle ‘Stelle, Sitz im Himmel, Himmelsthron’. Stellmacher m. ‘wer Gestelle für Wagen herstellt’, spätmhd. (omd.) stellemacher, im Nordd. und Omd. verbreitet, zum ja-Stamm Stell n. ‘Gestell’ (frühnhd. bis ins 17. Jh., noch mundartlich im Nordd.), vgl. ahd. -stelli in forastelli ‘Stuhlverstopfung’ (um 1100); s. auch ↗Bettgestell. Stellvertreter m. ‘wer im Auftrag und Namen eines anderen handelt’ (17. Jh.). Stellung f. ‘das Stellen, Körperhaltung, Stand, Anordnung, Lage, Amt, Posten, militärisch befestigter Punkt bzw. Abschnitt’, mhd. stallunge, stellung; vgl. stellungslos (Ende 19. Jh.). Stellage f. ‘Gerüst, Gestell’, Übernahme (16. Jh.) von nl. stellage ‘Bau- oder Schaugerüst’, einer Bildung mit frz. Endung zu mnl. stellen (s. oben). abstellen Vb. ‘etw. abschaffen, beseitigen’ (15. Jh.), ‘niedersetzen’ (16. Jh.), ‘außer Betrieb setzen, abschalten, auf etw. abzielen’ (18. Jh.). anstellen Vb. ‘nahe woran stellen, lehnen, in eine Stelle, ein Amt einsetzen, bewerkstelligen, unternehmen, anstiften, zum Fließen, Strömen bringen’, reflexiv ‘sich anreihen’, mhd. anestellen ‘einstellen, aufschieben’; Angestellter m. ‘in einem abhängigen Arbeitsverhältnis Stehender’ (Anfang 19. Jh.); Anstellung f. ‘Arbeitsverhältnis, Arbeitsplatz’ (19. Jh.), ‘Einrichtung, Anordnung, Bewirkung’, auch ‘Aufschub’ (15. Jh.), Anstellung machen (17. Jh.) für älteres Anstalt(en) machen (s. ↗Anstalt). ausstellen Vb. ‘anfertigen, öffentlich zur Schau stellen, bemängeln, kritisieren’, auch ‘hinausstellen’ (15. Jh.); Ausstellung f. ‘öffentliches Zurschaustellen einer Sammlung o. ä., Ausfertigung, Bemängelung’ (17. Jh.). bestellen Vb. ‘in Auftrag geben, anfordern, bearbeiten, (eine Botschaft) ausrichten’, ahd. bistellen ‘besetzen, bekränzen’ (9. Jh.), mhd. bestellen ‘von allen Seiten umstellen, besetzen, einsäumen, einstellen, anordnen, besorgen, instand setzen’. entstellen Vb. ‘verunstalten’, mhd. entstellen, auch reflexiv ‘sich verstellen’, eigentlich ‘aus der rechten Stellung oder Form bringen’. herstellen Vb. ‘an einen bestimmten Platz stellen, restaurieren, anfertigen, produzieren’ (16. Jh.); wiederherstellen Vb. ‘in den alten Zustand versetzen, ausbessern, reparieren’ (18. Jh.); Hersteller m. ‘Produzent’ (19. Jh.), anfangs auch ‘Restaurator’; Herstellung f. ‘das Anfertigen, Produktion, Verlagsabteilung für typographische Gestaltung und Kalkulation der Bücher’ (19. Jh.). nachstellen Vb. ‘auflauern, verfolgen’ (16. Jh.; eigentlich Schlingen, Fallen stellen). verstellen Vb. ‘verbarrikadieren, an einen anderen Platz stellen, falsch stellen’, übertragen (reflexiv) ‘sich anders geben, als man ist, etw. vortäuschen’, mhd. verstellen ‘zum Stehen bringen, im Fließen aufhalten, (sich) verwandeln, verunstalten, unkenntlich machen’; Verstellung f. ‘Umstellung, Verunstaltung, (Vor)täuschung’ (15. Jh.). vorstellen Vb. ‘nach vorn stellen, bekannt machen’, reflexiv ‘sich ein geistiges Bild machen’ (16. Jh.); Vorstellung f. ‘das Bekanntmachen, geistiges Bild, Idee, Aufführung, Einwand, Vorhaltung’ (um 1600).
Zitationshilfe
„Stellung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stellung#3>, abgerufen am 12.11.2019.

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