Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Stempel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stempels · Nominativ Plural: Stempel
Aussprache 
Worttrennung Stem-pel
eWDG

Bedeutungen

1.
kleines Gerät mit spiegelbildlich angebrachten Typen aus Gummi oder anderem Material zum Drucken, Prägen, besonders mit der Hand
Beispiele:
einen Stempel anfertigen, schneiden (lassen)
ein runder, viereckiger Stempel
der Stempel einer Behörde, eines Betriebes
sie drückte den Stempel auf das Stempelkissen und danach auf das Schriftstück
2.
Abdruck von 1
Beispiele:
beim Grenzübergang wird ein Stempel in den Pass gedrückt
der Brief trug den Stempel des 10. Februar
eine mit Stempel und Unterschrift versehene Urkunde, Beglaubigung
eine Briefmarke mit dem Stempel, durch einen Stempel entwerten
historischgrobe Verstöße gegen die Ordnung im Straßenverkehr werden von der Verkehrspolizei durch einen oder mehrere Stempel in die Fahrzeugpapiere des betreffenden Kraftfahrers nachweisbar gemacht, geahndet
umgangssprachlich, historischdieser Kraftfahrer hat gestern einen Stempel (in seine Fahrzeugpapiere) gekriegt, hat schon zwei Stempel
3.
Technik mit spiegelbildlichem Relief versehener stählerner Teil einer Maschine zum Prägen von Formen
Beispiel:
ein Stempel zum Prägen von Münzen
4.
geprägtes Zeichen auf Waren, besonders auf Edelmetallen
Beispiel:
der Ring hat, trägt einen Stempel
5.
etw. trägt den Stempel von etw. (= etw. trägt das Kennzeichen von etw.)
Beispiele:
diese Musik, sein Werk trägt den Stempel des Genies
diese Darstellung trägt den Stempel der Wahrheit
die sanften Bergkuppen drücken dieser Landschaft ihren Stempel auf
einem Geschehen, einer Zeit den Stempel aufprägen, geben
In Deutschland drückte der Krieg dem Leben der Menschen immer fühlbarer seinen Stempel auf [ Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung5,47]
6.
Botanik aus Fruchtknoten mit Griffel und Narbe bestehender weiblicher Teil einer Blüte
Beispiel:
die Staubgefäße sind rings um den Stempel angeordnet
7.
Bauwesen kurzes, als Stütze dienendes Rundholz
8.
Bergmannssprache senkrecht oder schräg stehende Stütze, besonders aus Holz, Stahl, Leichtmetall, in einer Strecke, einem Abbau
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stempel · stempeln
Stempel m. ‘Gerät mit spiegelbildlichen (Schrift)zeichen zum Drucken oder Prägen mit der Hand’, zuvor ‘Gerät zum Stampfen’. Ahd. stemphil ‘Stößel’ (Hs. 13. Jh.), mhd. stempfel, (md.) stempel, auch ‘Grabstichel, Münzstempel, Prägestock, Petschaft, das durch Einprägung entstandene Bild’, mnd. stempel ‘Stößel, Prägestock’, nl. stempel sind mit dem Suffix für Gerätebezeichnungen germ. -ila- (germ. *stampila-) zu den unter stampfen (s. d.) behandelten Verben gebildet und bezeichnen zunächst ein Werkzeug zum Stampfen und Zerstoßen. Die oben genannte heutige Bedeutung ist erst seit dem 18. Jh. gebräuchlich. Die unverschobene md.-nd. Form setzt sich im 17. Jh. in der Literatursprache durch. Nicht unmittelbar an stampfen anzuschließen ist Stempel im Sinne von ‘Stützholz im Grubenbau, in den Boden eingeschlagener Holzpfosten’. Das seit dem Anfang des 14. Jhs. bezeugte mhd. stempfel bzw. schon früh (auch obd.) in der md.-mnd. Form stempel ‘Pfahl, hölzerne Stütze’ ist vielmehr als selbständige Bildung mit dem Suffix -ila- zu germ. *stamp- ‘Pfosten’ aufzufassen, das (neben stampfen und wie ablautendes Stumpf, s. d.) zu der unter Stab (s. d.) genannten nasalierten Wurzelform ie. *stemb- gehört. stempeln Vb. ‘einen Stempel aufdrücken’ (18. Jh.), übertragen jmdn. zu etw. stempeln ‘charakterisieren, in eine bestimmte Kategorie einordnen’ (19. Jh.), selten ‘zerstampfen’ (18. Jh.). In der Bergmannssprache ‘festrammen’ (16. Jh.). Vgl. die Wendung stempeln gehen ‘auf Grund eines behördlichen Stempels Arbeitslosenunterstützung erhalten’ (nach 1920).

Thesaurus

Synonymgruppe
Poststempel · Stempel
Synonymgruppe
Amtszeichen · Siegel · Stempel
Synonymgruppe
Kennzeichen · Stempel
Technik
Synonymgruppe
Grubenholz · Stempel
Synonymgruppe
Stampiglie · Stempel
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Stempel‹ (berechnet)

Einseitigkeit Hinterrad Persönliche Wahrhaftigkeit abholen amtlich aufdruecken aufdrueckte aufdrücken aufgedrueckt aufprägen aufzudruecken bekommen drueckte drueckten drücken ersehnt gefälscht hydraulisch persoenlichen prangen prägen traegt tragen unauslöschlich unverwechselbar verpassen verwendet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stempel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Stempel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ja, glaube mir, ich bin sehr wohl in der Lage, dieser Welt meinen Stempel aufzudrücken. [Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 178]
Einen Moment lang befürchtete ich, den Stempel verwischt zu haben. [Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 83]
Hierbei drückte man die eingetieften Linien mit Hilfe von aus verschiedenem Material bestehenden Stempeln in den noch feuchten Ton ein. [o. A.: Lexikon der Kunst - K. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 19496]
Über jedes Ergebnis erhält man vor Ort einen Ausdruck mit Stempel. [C't, 2000, Nr. 13]
Aber gerade damit haben Sie dem höchsten Amt eine besondere Farbe gegeben, Ihren persönlichen Stempel aufgeprägt. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1999]]
Zitationshilfe
„Stempel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stempel>.

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