Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Sterblichkeit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Sterblichkeit · Nominativ Plural: Sterblichkeiten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Sterb-lich-keit
Wortzerlegung sterblich -keit
Wortbildung  mit ›Sterblichkeit‹ als Erstglied: Sterblichkeitsrate · Sterblichkeitsziffer  ·  mit ›Sterblichkeit‹ als Letztglied: Kindersterblichkeit · Müttersterblichkeit · Säuglingssterblichkeit · Übersterblichkeit
eWDG

Bedeutungen

1.
entsprechend der Bedeutung von sterblich (1)
Beispiel:
die Sterblichkeit des Menschen, aller Lebewesen
2.
Anzahl der Sterbefälle
Beispiele:
die Sterblichkeit bei Herz- und Kreislauferkrankungen
die Sterblichkeit der Kinder an Keuchhusten ist sehr zurückgegangen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sterben · absterben · aussterben · ersterben · versterben · Verstorbener · sterbenskrank · Sterbenswörtchen · sterblich · Sterblichkeit · unsterblich · Unsterblichkeit
sterben Vb. ‘das Leben verlieren’. Das nur westgerm. bezeugte starke Verb ahd. sterban (9. Jh.), mhd. sterben, asächs. sterƀan, mnd. mnl. nl. sterven, afries. sterva, aengl. steorfan, engl. to starve ‘vor Hunger und Durst umkommen’ (westgerm. *sterban) ist verwandt mit ahd. sterbo ‘Pest, Tod’ (9. Jh.), mhd. sterb(e) ‘das Sterben, Tod, ansteckende Krankheit, Pest’, asächs. -sterƀo, aengl. steorfa ‘Pest’, anord. stjarfi ‘Starrkrampf’, stirfinn ‘halsstarrig, trotzig’, starfa ‘sich abmühen’ und mit mir. ussarb (aus *uks-sterbhā) ‘Tod’, griech. stérphos (στέρφος) ‘Haut, Fell, Hülle’, russ. (älter) stérbnut’ (стербнуть) ‘fest, hart werden, erstarren, absterben’ sowie den s-losen Formen lat. torpēre ‘erstarrt, betäubt, gefühllos, taub sein’, lit. tir̃pti ‘erstarren, gefühllos werden’, aslaw. trьpěti ‘ertragen’, russ. terpét’ (терпеть) ‘leiden, dulden’. Alle Bildungen sind auf ie. *(s)terp-, *(s)terbh- rückführbar, eine Labialerweiterung der unter starren (s. d.) verzeichneten Wurzel ie. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein’, so daß für das germ. Verb von einer verhüllenden Bedeutung ‘steif, starr werden’ auszugehen ist. – absterben Vb. ‘das Leben beenden, eingehen, welken’, mhd. abesterben, rechtssprachlich ‘durch den Tod des Besitzers frei werden’; seit dem 18. Jh. auch ‘gefühllos werden’ (durch Druck, Abschnürung, Kälte). aussterben Vb. ‘untergehen, aufhören zu existieren, sich verlieren’ (15. Jh.). ersterben Vb. ‘vergehen’, ahd. irsterban (8. Jh.), mhd. ersterben ‘(ab)sterben’. versterben Vb. ‘sterben’, mhd. versterben; Verstorbener m. substantiviertes Part.adj. (16. Jh.). sterbenskrank Adj. ‘sehr krank’ (17. Jh.), anfangs neben sterbekrank Sterbenswörtchen n. in der Fügung kein Sterbenswörtchen ‘überhaupt nichts’ (19. Jh.), verkürzt aus kein sterbendes (‘schwaches, vergängliches’) Wörtchen (18. Jh.); vgl. auch kein Sterbenswort (18. Jh.). sterblich Adj. ‘dem Tod unterworfen, vergänglich’, mhd. sterblich; vgl. ahd. stirbīg (9. Jh.); Sterblichkeit f. ‘Vergänglichkeit, Zahl der Todesfälle’, mhd. sterbelīcheit; unsterblich Adj. mhd. unsterbelich; vgl. ahd. unstirbīg (11. Jh.); Unsterblichkeit f. mhd. unsterbelīcheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
Mortalität · Sterberate · Sterblichkeit · Sterblichkeitsrate
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
Endlichkeit · Hinfälligkeit · Kurzlebigkeit · Sterblichkeit · Unbestand · Vergänglichkeit · Wandelbarkeit  ●  (der) Weg allen Fleisches  geh.

Typische Verbindungen zu ›Sterblichkeit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sterblichkeit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Sterblichkeit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihre Sterblichkeit ist fast fünfmal höher verglichen mit gesunden Frauen. [Die Zeit, 09.11.2012, Nr. 42]
Allerdings ist die Sterblichkeit dank guter medizinischer Technik in den entwickelten Ländern deutlich geringer. [Die Zeit, 02.05.2012 (online)]
Das Rauchen trägt entscheidend zur erhöhten Sterblichkeit von Männern bei. [Die Zeit, 18.01.2011 (online)]
Im Vergleich von 1998 zu 2007 sinkt zwar die Sterblichkeit insgesamt. [Die Zeit, 26.01.2009 (online)]
Durch das sanfte Hineingleiten in die Sterblichkeit ist die Frage, ob ich eine oder zwei Frauen liebe, belanglos geworden. [Genazino, Wilhelm: Die Liebesblödigkeit, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2005, S. 194]
Zitationshilfe
„Sterblichkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sterblichkeit>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Sterbezimmer
Sterbeziffer
Sterbeurkunde
Sterbetourismus
Sterbetag
Sterblichkeitsrate
Sterblichkeitsziffer
Sterblingswolle
Stereo
Stereoagnosie