Sterblichkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Sterblichkeit · Nominativ Plural: Sterblichkeiten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungSterb-lich-keit
Wortzerlegungsterblich-keit
Wortbildung mit ›Sterblichkeit‹ als Erstglied: ↗Sterblichkeitsrate · ↗Sterblichkeitsziffer  ·  mit ›Sterblichkeit‹ als Letztglied: ↗Kindersterblichkeit · ↗Müttersterblichkeit · ↗Säuglingssterblichkeit · ↗Übersterblichkeit
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
entsprechend der Bedeutung von sterblich (1)
Beispiel:
die Sterblichkeit des Menschen, aller Lebewesen
2.
Anzahl der Sterbefälle
Beispiele:
die Sterblichkeit bei Herz- und Kreislauferkrankungen
die Sterblichkeit der Kinder an Keuchhusten ist sehr zurückgegangen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sterben · absterben · aussterben · ersterben · versterben · Verstorbener · sterbenskrank · Sterbenswörtchen · sterblich · Sterblichkeit · unsterblich · Unsterblichkeit
sterben Vb. ‘das Leben verlieren’. Das nur westgerm. bezeugte starke Verb ahd. sterban (9. Jh.), mhd. sterben, asächs. sterƀan, mnd. mnl. nl. sterven, afries. sterva, aengl. steorfan, engl. to starve ‘vor Hunger und Durst umkommen’ (westgerm. *sterban) ist verwandt mit ahd. sterbo ‘Pest, Tod’ (9. Jh.), mhd. sterb(e) ‘das Sterben, Tod, ansteckende Krankheit, Pest’, asächs. -sterƀo, aengl. steorfa ‘Pest’, anord. stjarfi ‘Starrkrampf’, stirfinn ‘halsstarrig, trotzig’, starfa ‘sich abmühen’ und mit mir. ussarb (aus *uks-sterbhā) ‘Tod’, griech. stérphos (στέρφος) ‘Haut, Fell, Hülle’, russ. (älter) stérbnut’ (стербнуть) ‘fest, hart werden, erstarren, absterben’ sowie den s-losen Formen lat. torpēre ‘erstarrt, betäubt, gefühllos, taub sein’, lit. tir̃pti ‘erstarren, gefühllos werden’, aslaw. trьpěti ‘ertragen’, russ. terpét’ (терпеть) ‘leiden, dulden’. Alle Bildungen sind auf ie. *(s)terp-, *(s)terbh- rückführbar, eine Labialerweiterung der unter ↗starren (s. d.) verzeichneten Wurzel ie. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein’, so daß für das germ. Verb von einer verhüllenden Bedeutung ‘steif, starr werden’ auszugehen ist. absterben Vb. ‘das Leben beenden, eingehen, welken’, mhd. abesterben, rechtssprachlich ‘durch den Tod des Besitzers frei werden’; seit dem 18. Jh. auch ‘gefühllos werden’ (durch Druck, Abschnürung, Kälte). aussterben Vb. ‘untergehen, aufhören zu existieren, sich verlieren’ (15. Jh.). ersterben Vb. ‘vergehen’, ahd. irsterban (8. Jh.), mhd. ersterben ‘(ab)sterben’. versterben Vb. ‘sterben’, mhd. versterben; Verstorbener m. substantiviertes Part.adj. (16. Jh.). sterbenskrank Adj. ‘sehr krank’ (17. Jh.), anfangs neben sterbekrank Sterbenswörtchen n. in der Fügung kein Sterbenswörtchen ‘überhaupt nichts’ (19. Jh.), verkürzt aus kein sterbendes (‘schwaches, vergängliches’) Wörtchen (18. Jh.); vgl. auch kein Sterbenswort (18. Jh.). sterblich Adj. ‘dem Tod unterworfen, vergänglich’, mhd. sterblich; vgl. ahd. stirbīg (9. Jh.); Sterblichkeit f. ‘Vergänglichkeit, Zahl der Todesfälle’, mhd. sterbelīcheit; unsterblich Adj. mhd. unsterbelich; vgl. ahd. unstirbīg (11. Jh.); Unsterblichkeit f. mhd. unsterbelīcheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
Mortalität · ↗Sterberate · Sterblichkeit · ↗Sterblichkeitsrate
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
Letalität · Sterblichkeit
Synonymgruppe
Endlichkeit · ↗Hinfälligkeit · ↗Kurzlebigkeit · Sterblichkeit · Unbestand · ↗Vergänglichkeit · ↗Wandelbarkeit  ●  (der) Weg allen Fleisches  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abnahme Altersgruppe Brustkrebs Dickdarmkrebs Endlichkeit Fruchtbarkeit Herz-Kreislauf-Erkrankung Herzinfarkt Häufigkeit Infarkt Jungtier Krankheitshäufigkeit Lebenserwartung Lungenkrebs Muse Neugeborene Patient Pflegebedürftigkeit Prostatakrebs Raucher Säugling Unsterblichkeit Vergänglichkeit Verletzlichkeit einhergehen erhöht perinatal senken verringert vorgeburtlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sterblichkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihre Sterblichkeit ist fast fünfmal höher verglichen mit gesunden Frauen.
Die Zeit, 09.11.2012, Nr. 42
Vielleicht hat sie damals zum ersten Mal etwas von der Sterblichkeit der Ideen gespürt.
Der Tagesspiegel, 02.02.2000
Durch das sanfte Hineingleiten in die Sterblichkeit ist die Frage, ob ich eine oder zwei Frauen liebe, belanglos geworden.
Genazino, Wilhelm: Die Liebesblödigkeit, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2005, S. 194
An diesem Tage aber schoß, unvermittelt und unbegründet, die Kurve der Sterblichkeit wild in die Höhe.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 313
Schon war infolge besserer Hygiene und geringerer Sterblichkeit ein großer Teil des Planeten übervölkert.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 924
Zitationshilfe
„Sterblichkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sterblichkeit>, abgerufen am 13.12.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
sterblich
Sterbezimmer
Sterbeziffer
Sterbeurkunde
Sterbetourismus
Sterblichkeitsrate
Sterblichkeitsziffer
Sterblingswolle
stereo
stereo-