Steuerrecht, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Steuerrecht(e)s · Nominativ Plural: Steuerrechte
Aussprache  [ˈʃtɔɪ̯ɐʀɛçt]
Worttrennung Steu-er-recht
Wortzerlegung Steuer2Recht
Wortbildung  mit ›Steuerrecht‹ als Erstglied: ↗steuerrechtlich
DWDS-Vollartikel

Bedeutungen

1.
Steuerwesen Teil des öffentlichen Rechts (1), das die Festsetzung und Erhebung von öffentlichen Abgaben regelt
Grammatik: meist im Singular
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: das vereinfachte, geltende, komplizierte Steuerrecht; ein transparentes, durchschaubares, einfacheres, gerechtes, chaotisches, wettbewerbsfähiges Steuerrecht
als Akkusativobjekt: das Steuerrecht vereinfachen, verkomplizieren, entrümpeln, reformieren, ändern; Steuerrecht studieren, lehren
in Präpositionalgruppe/-objekt: Fachanwalt, Lehrbeauftragter für Steuerrecht; Ehegattensplitting, Änderungen, Vereinfachungen, Ausnahmen, Schlupflöcher im Steuerrecht
mit Prädikativ: das Steuerrecht ist kompliziert, undurchsichtig, unübersichtlich, ungerecht
als Genitivattribut: eine Vereinfachung, Verkomplizierung, Bereinigung, Systematik, Entrümpelung, Harmonisierung des Steuerrechts
als Aktiv-/Passivsubjekt: das Steuerrecht begünstigt, behindert, lässt etw. zu, belastet jmdn., sieht vor
in Koordination: Steuerrecht und Sozialrecht, Arbeitsrecht, Verwaltungsrecht, Gesellschaftsrecht, Strafrecht, Familienrecht; Steuerrecht und Steuerlehre
hat Präpositionalgruppe/-objekt: ein Steuerrecht mit [niedrigen] Steuersätzen
Beispiele:
Alle Privilegien sollen bei der dringend notwendigen und allseits befürworteten Steuerreform auf den Prüfstand gestellt werden, wenn es darum geht, ein einfaches, durchschaubares Steuerrecht mit niedrigeren Steuersätzen zu schaffen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.03.2006]
Die Steuereinnahmen fallen dagegen dank der Inflation auch höher aus: Freibeträge und Einkommensgrenzen im Steuerrecht steigen nur selten, an der daraus entstehenden »kalten Progression« verdient der Staat Milliarden. [Spiegel, 24.04.2014 (online)]
Die Steuerpolitik in Deutschland muss viel verlässlicher werden, wir brauchen ein einfacheres und ein verständliches Steuerrecht und nicht ein so kompliziertes, das von vielen Bürgern als ungerecht empfunden wird, weil sie’s einfach nicht verstehen. [Neue Zürcher Zeitung, 21.02.2008]
Den US‑Hochschulen kommen mehrere Vorteile zugute: die ausgeprägte Gebermentalität der Amerikaner, fehlender Datenschutz sowie ein spendenfreundliches Steuerrecht. [Die Zeit, 29.12.2005, Nr. 01]
Statt an der Ehe müsse das Steuerrecht am Vorhandensein von Kindern anknüpfen, forderten Familienpolitiker. [die tageszeitung, 22.01.1999]
Schwierigkeiten ergeben sich beim Wegzug auch wegen der unterschiedlichen Ausgestaltung der ausländischen Steuerrechte und der jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.07.2004] ungewöhnl. Pl.
2.
Rechtsanspruch, der sich aus der Steuergesetzgebung ergibt
Grammatik: meist im Plural
Beispiele:
Die Unionsführung will den Koalitionsstreit um gleiche Steuerrechte für homosexuelle Paare trotz internen Drucks aussitzen. [Die Zeit, 04.03.2013 (online)]
Um die Ausfälle zu verkraften, langten die Gemeinden [Italiens] fortan dort zu, wo sie eigene Steuerrechte haben: beim Bau neuer Häuser oder Werkstätten etwa, bei der Errichtung von Industrieanlagen, Logistikzentren oder Supermärkten. [Der Spiegel, 18.07.2011, Nr. 29]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Steuerrecht‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Steuerrecht‹.

Zitationshilfe
„Steuerrecht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Steuerrecht>, abgerufen am 18.05.2021.

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