Stichprobe, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Stichprobe · Nominativ Plural: Stichproben
Aussprache  [ˈʃtɪçpʀoːbə]
Worttrennung Stich-pro-be
Wortzerlegung  Stich Probe
Wortbildung  mit ›Stichprobe‹ als Erstglied: stichprobenartig · stichprobenweise  ·  mit ›Stichprobe‹ als Letztglied: Gesamtstichprobe · Teilstichprobe · Zufallsstichprobe
eWDG

Bedeutung

Überprüfung eines beliebigen Teiles einer größeren Menge, um daraus auf das Ganze zu schließen
Beispiele:
Stichproben machen
sich durch Stichproben von der Qualität des Produktes überzeugen
durch Stichproben wurde der Zustand der Kartoffeln in den Mieten kontrolliert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stich · Stek · stichhaltig · Stichprobe · Stichtag · Stichwahl · Stichwort
Stich m. ‘Einbohren eines spitzen Gegenstandes, die dadurch entstandene Wunde, Einstechen einer Nadel (mit Faden), das dadurch entstehende Fadenmuster, stechender Schmerz, steile Anhöhe, beginnende Fäulnis’, ahd. stih (um 900), mhd. stich, auch ‘Knoten, Punkt, Augenblick, abschüssige Stelle, steile Anhöhe’, asächs. stiki, mnd. stēk(e), mnl. stēke, nl. steek, aengl. stice, engl. stitch, got. stiks ‘Stich, Punkt’ (germ. *stiki-) steht als Verbalabstraktum zu den unter stechen (s. d.) angeführten Wurzelerweiterungen ie. *(s)teg- bzw. *(s)teig-, *(s)tig- ‘stechen, spitz’. Die Wendung im Stich lassen ‘bei Gefahr allein lassen, verlassen’ (15. Jh., geläufig seit 17. Jh.) bedeutet eigentlich ‘im Stich des Gegners lassen’ (beim ritterlichen Turnier). Aus dem Nd. wird übernommen Stek m. seemännischer ‘Knoten’ (20. Jh.), im Anschluß an mnd. stēk(e) (s. oben), eigentlich ‘Stich’, hier ‘das Durchgesteckte’. stichhaltig Adj. ‘unwiderlegbar, überzeugend’ (um 1800); vgl. Stich halten ‘standhalten, sich als zuverlässig erweisen’ (16. Jh.), wohl ebenfalls aus dem ritterlichen Turnierwesen stammend. Stichprobe f. ‘Prüfung ausgewählter einzelner Exemplare’ (19. Jh.), eigentlich ‘beim Abstich des Schmelzofens entnommene Probe’ (16. Jh.). Stichtag m. ‘für etw. Bestimmtes (durch Auswahl) festgelegter Tag’ (18. Jh.), vgl. mnd. stēkedach. Stichwahl f. ‘zwischen zwei Kandidaten eine Entscheidung herbeiführende Wahl’ (19. Jh.); nach dem Schützenschießen, wo bei Gleichstand die besten Schützen mit einem letzten Schuß um den Erfolg stechen (17. Jh.), entsprechend dem entscheidenen Lanzenstechen im ritterlichen Turnier. Stichwort n. ‘stechendes, verletzendes Wort’ (15. Jh.), ‘für einen bestimmten Zweck aus einem Zusammenhang herausgenommenes Wort, letztes Wort eines Schauspielers, nach dem ein anderer einsetzt’ (18. Jh.), ‘Lemma, behandeltes Wort in Lexika’, im Plural ‘Anhaltspunkte, Gedanken für den Aufbau einer Rede, eines Aufsatzes’ (19. Jh.), in den letztgenannten modernen Verwendungen im Sinne von ‘hervorstechendes, herausgestochenes Wort’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Stichprobe · Teilmenge · Teilmenge einer Grundgesamtheit  ●  Sample  engl.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Stichprobe‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stichprobe‹.

Verwendungsbeispiele für ›Stichprobe‹

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Sie können nur Stichproben machen, das sollten sie künftig häufiger tun.
Süddeutsche Zeitung, 25.11.2003
Auch die Stichproben der Länder - genaue Untersuchungen gibt es noch nicht - zeichnen kein sehr schmeichelhaftes Bild.
Die Zeit, 16.12.1996, Nr. 51
Die Register scheinen mir nach mehreren Stichproben durchaus zuverlässig zu sein.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1939, S. 632
Man braucht sich nur auf einige wenige Stichproben zu beschränken.
Reklame-Praxis, 1926, Nr. 3, Bd. 3
Man sieht aus diesen polemischen Stichproben, wie kritisch die Lage war.
Rubiner, Ludwig: Zur Krise des geistigen Lebens. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1916], S. 16832
Zitationshilfe
„Stichprobe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stichprobe>, abgerufen am 17.10.2021.

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