Stiege, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Stiege · Nominativ Plural: Stiegen
Aussprache
WorttrennungStie-ge
Wortbildung mit ›Stiege‹ als Erstglied: ↗Stiegenabsatz · ↗Stiegenhaus  ·  mit ›Stiege‹ als Letztglied: ↗Hühnerstiege · ↗Treppenstiege · ↗Wendelstiege
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
steile, enge Treppe (aus Holz)
Beispiele:
Eine Treppe führte bis in den ersten Stock hinauf, eigentlich war es nur eine Stiege [FontaneStechlinI 5,95]
Man beförderte den Kranken mühsam die schmale Stiege hinauf [G. Hauptm.Bahnw. Thiel4,59]
2.
süddeutsch, österreichisch Treppe
Beispiele:
eine hohe, steinerne, schmale, weite Stiege
die Stiege(n) hinaufsteigen
Treppenstufe
Beispiele:
die Stiegen waren ausgetreten
man hörte das knarrende Geräusch der einzelnen Stiegen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stiege1 f. ‘schmale Treppe, Leiter’, ahd. stiega ‘das Hinaufsteigen, Zugang, Aufgang, Stufe, Treppe’ (10. Jh.), mhd. stiege ‘Treppe, Leiter, Stufe’ beruht wohl auf ie. *stēigh-, einer Ablautform der unter ↗steigen (s. d.) angegebenen Wurzel (zur Lautentwicklung s. ↗hier). Das nur dt. Wort ist vor allem im Obd. verbreitet und hier weitgehend synonym mit aus dem Nd. und Md. vordringendem ↗Treppe (s. d.); es bezeichnet jedoch in neuerer Zeit (19. Jh.) auch in der Literatursprache eine ‘hölzerne, schmale, steile Treppe’.

Stiege2 f. altes, vor allem in der Landwirtschaft gebräuchliches Zählmaß ‘20 Stück’ (z. B. Garben, die auf dem Feld als Hocke zusammengestellt werden, Kleinvieh, Bretter u. dgl.). Der aus dem Nd. stammende Ausdruck, vgl. asächs. stīga ‘20 Stück’, mnd. nd. afries. stīge, mnl. stīge, nl. stijg sowie krimgot. stēga, wird im 16. Jh. in das Hd. aufgenommen. Die Herkunft des Wortes ist ungewiß. Vielleicht ist griech. stīchos (στίχος) ‘Reihe, Glied’, zu griech. sté͞ichein (στείχειν) ‘einherschreiten, marschieren, steigen’, vergleichbar, so daß Anschluß an ↗steigen (s. d.) und die dort genannte Wurzel möglich ist?

Steige1 · Stiege3
Steige1 f. auch (nordd. md.) Stiege3, ‘Lattenverschlag, Stall, Käfig, Lattenkiste (für Kartoffeln, Obst)’, ahd. stīga ‘Viehstall’ (9. Jh.), mhd. stīge, stīc ‘Verschlag, Stall für Kleinvieh’, asächs. stīga ‘Schweinestall’, mnd. stēge ‘Schweinestall, Gitter, Verschlag’, mnl. stīe, stije, aengl. stig ‘Pferch, Verschlag, Haus, Halle’, stī- ‘Gehege, Stall’ in stīfearh ‘junges, im Stall gehaltenes Schwein’, engl. sty ‘Schweinestall’, anord. stīa ‘Gehege’, svīnstī ‘Schweinestall’, schwed. stia sowie anord. stīa ‘einhegen (Vieh im Stall)’ sind vielleicht verwandt mit ↗Stein (s. d.) und an die dort genannte Wurzel ie. *stāi-, *stī̌- ‘(sich) verdichten, zusammendrängen, stopfen, gerinnen, stocken’ anzuschließen. In nhd. Zeit lebt das Wort nur noch in Mundarten bzw. in mundartnaher Sprache.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufstieg · Stufen · ↗Treppe  ●  Stiege  österr.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Flur Gasse Geländer Stock Stufe Treppe Treppenhaus Turm ausgetreten eisern emporsteigen eng erklimmen finster halsbrecherisch herabkommen heraufkommen herunterkommen hinabsteigen hinaufführen hinaufgehen hinaufklettern hinaufsteigen hölzern knarrend morsch schmal steil steinern stolpern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stiege‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da führte sie der Mann schon wieder die Stiege herunter.
Der Tagesspiegel, 15.08.1996
Und ich rannte schnell mit dem Mädchen die kurzen gehakten Teile einer Stiege hoch.
Süddeutsche Zeitung, 08.06.1994
Indessen standen sie alle drei noch unten vor der Stiege.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 306
Und sie haben mich unter dem Bett hervorgezerrt und die Stiegen hinunter.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 172
Sie führte ihn über eine Stiege in einen kleinen Saal, der nicht erleuchtet war.
Wassermann, Jakob: Caspar Hauser, Berlin: Aufbau-Verl. 1987 [1908], S. 354
Zitationshilfe
„Stiege“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stiege#1>, abgerufen am 26.03.2019.

Weitere Informationen …

Stiege, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Stiege · Nominativ Plural: Stiegen
Aussprache
WorttrennungStie-ge (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Stiege‹ als Letztglied: ↗Obststiege
eWDG, 1976

Bedeutung

Horde, Obsthorde
Beispiel:
Obst in Stiegen einlagern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stiege1 f. ‘schmale Treppe, Leiter’, ahd. stiega ‘das Hinaufsteigen, Zugang, Aufgang, Stufe, Treppe’ (10. Jh.), mhd. stiege ‘Treppe, Leiter, Stufe’ beruht wohl auf ie. *stēigh-, einer Ablautform der unter ↗steigen (s. d.) angegebenen Wurzel (zur Lautentwicklung s. ↗hier). Das nur dt. Wort ist vor allem im Obd. verbreitet und hier weitgehend synonym mit aus dem Nd. und Md. vordringendem ↗Treppe (s. d.); es bezeichnet jedoch in neuerer Zeit (19. Jh.) auch in der Literatursprache eine ‘hölzerne, schmale, steile Treppe’.

Stiege2 f. altes, vor allem in der Landwirtschaft gebräuchliches Zählmaß ‘20 Stück’ (z. B. Garben, die auf dem Feld als Hocke zusammengestellt werden, Kleinvieh, Bretter u. dgl.). Der aus dem Nd. stammende Ausdruck, vgl. asächs. stīga ‘20 Stück’, mnd. nd. afries. stīge, mnl. stīge, nl. stijg sowie krimgot. stēga, wird im 16. Jh. in das Hd. aufgenommen. Die Herkunft des Wortes ist ungewiß. Vielleicht ist griech. stīchos (στίχος) ‘Reihe, Glied’, zu griech. sté͞ichein (στείχειν) ‘einherschreiten, marschieren, steigen’, vergleichbar, so daß Anschluß an ↗steigen (s. d.) und die dort genannte Wurzel möglich ist?

Steige1 · Stiege3
Steige1 f. auch (nordd. md.) Stiege3, ‘Lattenverschlag, Stall, Käfig, Lattenkiste (für Kartoffeln, Obst)’, ahd. stīga ‘Viehstall’ (9. Jh.), mhd. stīge, stīc ‘Verschlag, Stall für Kleinvieh’, asächs. stīga ‘Schweinestall’, mnd. stēge ‘Schweinestall, Gitter, Verschlag’, mnl. stīe, stije, aengl. stig ‘Pferch, Verschlag, Haus, Halle’, stī- ‘Gehege, Stall’ in stīfearh ‘junges, im Stall gehaltenes Schwein’, engl. sty ‘Schweinestall’, anord. stīa ‘Gehege’, svīnstī ‘Schweinestall’, schwed. stia sowie anord. stīa ‘einhegen (Vieh im Stall)’ sind vielleicht verwandt mit ↗Stein (s. d.) und an die dort genannte Wurzel ie. *stāi-, *stī̌- ‘(sich) verdichten, zusammendrängen, stopfen, gerinnen, stocken’ anzuschließen. In nhd. Zeit lebt das Wort nur noch in Mundarten bzw. in mundartnaher Sprache.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufstieg · Stufen · ↗Treppe  ●  Stiege  österr.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Flur Gasse Geländer Stock Stufe Treppe Treppenhaus Turm ausgetreten eisern emporsteigen eng erklimmen finster halsbrecherisch herabkommen heraufkommen herunterkommen hinabsteigen hinaufführen hinaufgehen hinaufklettern hinaufsteigen hölzern knarrend morsch schmal steil steinern stolpern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stiege‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da führte sie der Mann schon wieder die Stiege herunter.
Der Tagesspiegel, 15.08.1996
Und ich rannte schnell mit dem Mädchen die kurzen gehakten Teile einer Stiege hoch.
Süddeutsche Zeitung, 08.06.1994
Indessen standen sie alle drei noch unten vor der Stiege.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 306
Und sie haben mich unter dem Bett hervorgezerrt und die Stiegen hinunter.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 172
Sie führte ihn über eine Stiege in einen kleinen Saal, der nicht erleuchtet war.
Wassermann, Jakob: Caspar Hauser, Berlin: Aufbau-Verl. 1987 [1908], S. 354
Zitationshilfe
„Stiege“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stiege#2>, abgerufen am 26.03.2019.

Weitere Informationen …

Stiege, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Stiege · Nominativ Plural: Stiegen
Aussprache
WorttrennungStie-ge
eWDG, 1976

Bedeutung

landschaftlich
1.
kreisförmig oder dachförmig schräg aneinandergelehnte Garben, die zum Trocknen auf dem Felde aufgestellt sind, Hocke, Puppe
Beispiele:
Stiegen aufstellen, umstellen
auf den Feldern steht der Roggen in Stiegen
2.
(besonders) norddeutsch, veraltet Maßeinheit bei Mengenangabe, besonders für landwirtschaftliche Erzeugnisse   20 Stück
Beispiel:
eine Stiege Gänse, Eier
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stiege1 f. ‘schmale Treppe, Leiter’, ahd. stiega ‘das Hinaufsteigen, Zugang, Aufgang, Stufe, Treppe’ (10. Jh.), mhd. stiege ‘Treppe, Leiter, Stufe’ beruht wohl auf ie. *stēigh-, einer Ablautform der unter ↗steigen (s. d.) angegebenen Wurzel (zur Lautentwicklung s. ↗hier). Das nur dt. Wort ist vor allem im Obd. verbreitet und hier weitgehend synonym mit aus dem Nd. und Md. vordringendem ↗Treppe (s. d.); es bezeichnet jedoch in neuerer Zeit (19. Jh.) auch in der Literatursprache eine ‘hölzerne, schmale, steile Treppe’.

Stiege2 f. altes, vor allem in der Landwirtschaft gebräuchliches Zählmaß ‘20 Stück’ (z. B. Garben, die auf dem Feld als Hocke zusammengestellt werden, Kleinvieh, Bretter u. dgl.). Der aus dem Nd. stammende Ausdruck, vgl. asächs. stīga ‘20 Stück’, mnd. nd. afries. stīge, mnl. stīge, nl. stijg sowie krimgot. stēga, wird im 16. Jh. in das Hd. aufgenommen. Die Herkunft des Wortes ist ungewiß. Vielleicht ist griech. stīchos (στίχος) ‘Reihe, Glied’, zu griech. sté͞ichein (στείχειν) ‘einherschreiten, marschieren, steigen’, vergleichbar, so daß Anschluß an ↗steigen (s. d.) und die dort genannte Wurzel möglich ist?

Steige1 · Stiege3
Steige1 f. auch (nordd. md.) Stiege3, ‘Lattenverschlag, Stall, Käfig, Lattenkiste (für Kartoffeln, Obst)’, ahd. stīga ‘Viehstall’ (9. Jh.), mhd. stīge, stīc ‘Verschlag, Stall für Kleinvieh’, asächs. stīga ‘Schweinestall’, mnd. stēge ‘Schweinestall, Gitter, Verschlag’, mnl. stīe, stije, aengl. stig ‘Pferch, Verschlag, Haus, Halle’, stī- ‘Gehege, Stall’ in stīfearh ‘junges, im Stall gehaltenes Schwein’, engl. sty ‘Schweinestall’, anord. stīa ‘Gehege’, svīnstī ‘Schweinestall’, schwed. stia sowie anord. stīa ‘einhegen (Vieh im Stall)’ sind vielleicht verwandt mit ↗Stein (s. d.) und an die dort genannte Wurzel ie. *stāi-, *stī̌- ‘(sich) verdichten, zusammendrängen, stopfen, gerinnen, stocken’ anzuschließen. In nhd. Zeit lebt das Wort nur noch in Mundarten bzw. in mundartnaher Sprache.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufstieg · Stufen · ↗Treppe  ●  Stiege  österr.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Flur Gasse Geländer Stock Stufe Treppe Treppenhaus Turm ausgetreten eisern emporsteigen eng erklimmen finster halsbrecherisch herabkommen heraufkommen herunterkommen hinabsteigen hinaufführen hinaufgehen hinaufklettern hinaufsteigen hölzern knarrend morsch schmal steil steinern stolpern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stiege‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da führte sie der Mann schon wieder die Stiege herunter.
Der Tagesspiegel, 15.08.1996
Und ich rannte schnell mit dem Mädchen die kurzen gehakten Teile einer Stiege hoch.
Süddeutsche Zeitung, 08.06.1994
Indessen standen sie alle drei noch unten vor der Stiege.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 306
Und sie haben mich unter dem Bett hervorgezerrt und die Stiegen hinunter.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 172
Sie führte ihn über eine Stiege in einen kleinen Saal, der nicht erleuchtet war.
Wassermann, Jakob: Caspar Hauser, Berlin: Aufbau-Verl. 1987 [1908], S. 354
Zitationshilfe
„Stiege“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stiege#3>, abgerufen am 26.03.2019.

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