Stiel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stiel(e)s · Nominativ Plural: Stiele
Wortbildung mit ›Stiel‹ als Erstglied: ↗Stielauge · ↗Stielbonbon · ↗Stielbrille · ↗Stielbürste · ↗Stielgemüse · ↗Stielpfanne · ↗Stielstich
 ·  mit ›Stiel‹ als Letztglied: ↗Besenstiel · ↗Birnenstiel · ↗Blattstiel · ↗Blumenstiel · ↗Blütenstiel · ↗Federstiel · ↗Hammerstiel · ↗Holzstiel · ↗Löffelstiel · ↗Pappenstiel · ↗Peitschenstiel · ↗Pfannenstiel · ↗Pflaumenstiel · ↗Pinselstiel · ↗Spatenstiel
 ·  mit ›Stiel‹ als Grundform: ↗stielen  ·  formal verwandt mit: ↗kurzstielig · ↗langstielig
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
biegsamer Teil krautiger Pflanzen, der die Blätter und Blüten trägt, Stängel
Beispiele:
lange, kurze, dünne, starke, kräftige Stiele
der Stiel einer Blume, Blüte, Frucht, eines Blattes, Pilzes
diese Rosen haben lange, kurze Stiele
die Beeren von den Stielen abstreifen
die Pflaumen hängen an dünnen Stielen
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlich etw. mit Stumpf und Stiel (= ganz und gar) ausrotten, niederbrennen
2.
dünner, gerader oder leicht gebogener Stab, Griff an Geräten, Werkzeugen
Beispiele:
der Stiel des Hammers, Löffels, Besens, der Axt, Hacke, Peitsche, Pfanne
einen Stiel befestigen, anbringen
Teil des Glases über dem Fuß
Beispiel:
ein Weinglas mit geschliffenem Stiel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stiel m. ‘Pflanzenstengel, länglicher, stabförmiger Teil eines Gerätes als Griff zum Anfassen’, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. stil, mnd. stēl, vereinzelt stil ‘Pflanzenstiel, Stengel, Griff’ ist wohl entlehnt aus lat. stilus ‘spitzer Pfahl’ (im Krieg zum Stechen und Werfen, in der Landwirtschaft zum Auflockern), ‘Stiel, Stengel, Griffel zum Schreiben, Schreibart’ (s. ↗Stil). Dieses Lehnwort scheint sich mit einem semantisch entsprechenden Substantiv germ. Herkunft mnl. stēle, nl. steel, aengl. stela ‘Stiel, Stengel’, (mit anderer Stammbildung) anord. stjǫlr ‘Steiß’ vermischt zu haben, das mit griech. steleá, steleós (στελεά, στελεός) ‘Stiel einer Axt, einer Hacke, eines Hammers’, stélechos (στέλεχος) ‘Stammende an der Wurzel eines Baumes, Strunk, Klotz, Stamm, Ast’, armen. stełn ‘Stamm, Schaft, Stengel, Zweig’ und den ablautenden unter ↗Stollen (s. d.) genannten Formen zu der unter ↗stellen (s. d.) angeführten Wurzel gehört.

Thesaurus

Synonymgruppe
Halm · Stiel · ↗Stängel
Oberbegriffe
  • Organ einer Pflanze · Pflanzenorgan · ↗Pflanzenteil · Teil einer Pflanze
Botanik
Synonymgruppe
Blattstiel · ↗Blütenstiel · Stiel
Botanik
Synonymgruppe
Baumstamm · ↗Stamm · Stiel
Oberbegriffe
  • Organ einer Pflanze · Pflanzenorgan · ↗Pflanzenteil · Teil einer Pflanze
Unterbegriffe
  • Hemmbalken · Hochpfähle · Rommelspargel
Synonymgruppe
Griff · Griffstück · ↗Handgriff · ↗Schaft · Stiel

Typische Verbindungen
computergeneriert

Axt Beil Besen Blüte Borste Bürste Eis Fleiß Gabel Hut Kelchblatt Lamelle Marxismus Pfanne Pilz Schaufel Spaten Stumpf Weinglas Zahnbürste anfassen ausmerzen ausreißen ausrotten dünn gebogen gerad hölzern ragen schlank

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stiel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich bringe es sogar übers Herz, einzelne Stiele abzuschneiden und in die Vase zu stellen - so viele sind es.
Der Tagesspiegel, 21.09.2001
Nach einigen Minuten kommen sie wieder, mit einem Eis am Stiel.
konkret, 1987
Die grünen Blätter schienen glänzend und wurden am Stiel durch rote Dornen unterbrochen.
Eberlein, Gisela: Autogenes Training für Fortgeschrittene, Düsseldorf: Wien Econ Verlag 1974, S. 23
Der Stiel ist mehr oder weniger lang, je nach Stärke des Übertritts.
Janusch, Antonie: Unser Schneiderbuch, Leipzig: Verlag für d. Frau 1979 [1965], S. 69
Man hält hierbei das Glas nicht am Fuß, sondern am Stiel fest und poliert zum Schluß den Fuß gesondert.
Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 39
Zitationshilfe
„Stiel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stiel>, abgerufen am 12.11.2019.

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