Stinktier, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungStink-tier (computergeneriert)
WortzerlegungstinkenTier
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
in Amerika beheimateter, auffällig gefärbter Marder mit langem, buschigem Schwanz, der aus Drüsen am After ein widerlich riechendes Sekret auf seine Angreifer verspritzt, Skunk
2.
salopp, derb übler, gemeiner Kerl
Beispiel:
so ein Stinktier!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stinken · erstinken · erstunken und erlogen · Stunk · Stinktier
stinken Vb. ‘üblen Geruch von sich geben, unangenehm riechen’, ahd. stinkan ‘Geruch von sich geben, duften, riechen’, auch ‘nach Fäulnis, übel riechen’ (um 800), mhd. stinken ‘(üblen) Geruch von sich geben, durch den Geruchssinn wahrnehmen’, mnd. mnl. nl. stinken ‘üblen Geruch verbreiten’, aengl. stincan ‘springen, hüpfen, stieben, Geruch verbreiten und wahrnehmen’, engl. to stink ‘üblen Geruch verbreiten’, anord. støkkva ‘springen, bersten, (be)spritzen, fliehen’, norw. støkke ‘erschrecken’, got. stigqan ‘zusammenstoßen’ (germ. *stenkwan). Herkunft ungewiß. Mit Ablautentgleisung zu den unter ↗Stock und ↗Stück (s. d.) angeführten Formen zur Wurzelerweiterung ie. *(s)teug- ‘stoßen, schlagen’ (Pokorny 1, 1032)? Lautlich stehen nahe lat. stinguere ‘auslöschen’, exstinguere ‘auslöschen, austrocknen, vernichten’, intransitiv ‘ausgehen (vom Feuer)’, lit. stìgti ‘entbehren’, vielleicht auch aind. táṅgati ‘strauchelt, zittert’ und tyájati ‘gibt auf, läßt im Stich’ (vgl. Seebold 472). Die Bedeutungsentwicklung dürfte dann ausgehen von ‘stoßen’, woraus über ‘spritzen, stieben’ im Westgerm. ‘ausdünsten, Geruch verbreiten’. erstinken Vb. ‘anfangen zu stinken, verfaulen’, mhd. erstinken, ahd. irstinkan ‘stark duften’ (um 1000). Dazu die Wendung erstunken und erlogen Part. Prät. ‘erdichtet, nicht der Wahrheit entsprechend, gelogen’ (16. Jh.). Stunk m. ‘Zänkerei, Streit’, späte Ablautbildung (Ende 19. Jh., südwestd., md., berlin.) zu ↗stinken und Stank (s. ↗Gestank), nach Vorbildern wie trinken, Trank, Trunk. Unabhängig davon asächs. stunk ‘Gestank, Geruch’. Vgl. Stunk machen ‘Streit, Ärger anfangen’. Stinktier n. Marderart, die Angreifer mit einem übelriechenden Drüsensekret bespritzt (18. Jh.).

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Skunk  fachspr. · Stinktier  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Palast Waschbär blütenweiß riechen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stinktier‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie sieht aus wie ein zerzaustes Stinktier und kann auch fast so streng miefen.
Die Zeit, 30.07.2001, Nr. 31
Das ist das Stinktier, sagte man mir und bekreuzigte sich.
Francke, Alexander: Fünf Wochen im Osten der Vereinigten Staaten und Kanadas, Bern: A. Francke 1913, S. 60
Seit Tagen krabbeln durstige Stinktiere auf der Suche nach Wasser durch die Stadt.
Bild, 08.09.2000
Das Stinktier macht einen akrobatischen Handstand und versprüht ein übelriechendes Sekret.
Die Welt, 23.04.2002
Kuriositätshalber sei noch ein Stinktier erwähnt, dem es vermutlich keine Ruhe gelassen hat, daß vor ihm ein europäisches Murmeltier unter die Filmakteure gegangen ist.
Vossische Zeitung (Abend-Ausgabe), 03.03.1926
Zitationshilfe
„Stinktier“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stinktier>, abgerufen am 17.11.2019.

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