Stint, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stint(e)s · Nominativ Plural: Stinte
Aussprache
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
kleiner lachsartiger Fisch mit keilförmigem Kopf, dessen Fleisch besonders geräuchert sehr schmackhaft ist
2.
norddeutsch dummer, alberner Kerl
Beispiele:
sich freuen wie ein Stint (= sich unbändig, kindlich freuen)
er habe nicht vor, sich seinen Urlaub von schlechterzogenen Stinten vermiesen zu lassen [GrassKatz93]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stint m. Name eines kleinen, lachsartigen Fisches, mnd. stint, nd. Stint, Stent, mnl. nl. stint, seit der 1. Hälfte des 16. Jhs. im Hd., wo auch (mit hd. Lautung) frühnhd. Stinz (15. Jh.). Vgl. norw. (mundartlich) stinta, dän. (mundartlich) stint(e), schwed. (mundartlich) stint ‘kleiner Fisch’, stinta ‘halberwachsenes Mädchen’. Vielleicht als ‘kurzer, kleiner Fisch’ mit ablautendem mhd. stunz ‘kurz, stumpf’, aengl. stunt ‘dumm’, eigentlich ‘kurz’, engl. stunt ‘Verkümmerung, verkümmerter Wuchs, Kümmerling’, anord. stuttr (aus urnord. *stunta-) ‘kurz, unfreundlich’ zu einer nasalierten Dentalerweiterung der unter ↗stoßen (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *(s)teu- ‘stoßen, schlagen’. Oder mit (ohne anlautendes s-) lat. tondēre (tōnsum) ‘scheren, abrupfen, abschneiden’ zu einer Dentalerweiterung ie. *tend- der Wurzel ie. *tan- ‘schneiden’, wozu auch griech. témnein (τέμνειν) ‘(ab-, zer)schneiden, spalten’. Anders dagegen Kutzelnigg in: Muttersprache (1978) 183 f., der Stint aus den Namensformen frühnhd. Stincks, Stinks, Stinckfisch (16. Jh.) und Stinkts, also letztlich von dem unter ↗stinken (s. d.) behandelten Verb herleiten will unter Hinweis auf den unangenehmen, gurkenartigen Geruch des frischen Fisches. Ebensogut kann freilich auch Stinks usw. in Anlehnung an stinken aus Stint, Stinz hervorgegangen sein.

Typische Verbindungen
computergeneriert

essen servieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stint‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da konnte ich überholen und im zweiten Stint war ich leicht.
Die Zeit, 27.08.2006 (online)
Frisch aus der Elbe auf den Teller - der erste Stint ist da.
Bild, 19.01.2004
Auf den Tellern der Touristen ist der weiland die Seen bevölkernde Stint längst ausgestorben.
Süddeutsche Zeitung, 27.05.1997
Rund 300 Kilo Stint holt Buckow täglich aus der Elbe.
Bild, 18.02.2004
Auch im vergangenen Jahr tauchten Stinte schon Ende Februar auf.
Die Welt, 04.03.1999
Zitationshilfe
„Stint“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stint>, abgerufen am 16.11.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Stino
stinkwütend
Stinkwut
Stinkwanze
stinkvornehm
Stipel
Stipendiat
Stipendienantrag
Stipendienempfänger
Stipendienfonds