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Stock, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stock(e)s · Nominativ Plural: Stöcke
Aussprache  [ʃtɔk]
Wortbildung  mit ›Stock‹ als Erstglied: Stockausschlag · Stockbeschlag · Stockbiene · Stockbrot · Stockdegen · Stockente · Stockfehler · Stockfisch · Stockflöte · Stockgriff · Stockhaus · Stockhieb · Stockholz · Stockknauf · Stockknopf · Stockkrücke · Stocklaterne · Stocklocke · Stocknagel · Stockprügel · Stockpuppe · Stockrose · Stockschirm · Stockschlag · Stockspitze · Stockstrafe · Stockstriemen · Stocktanz · Stockzahn · Stöckchen · Stöcklein
 ·  mit ›Stock‹ als Letztglied: Almosenstock · Bambusstock · Bergstock · Bienenstock · Bildstock · Billardstock · Blindenstock · Blumenstock · Daumenstock · Dengelstock · Druckstock · Eichenstock · Eierstock · Eisstock · Fensterstock · Flaggenstock · Fuchsienstock · Gebirgsstock · Gehstock · Grabstock · Hackstock · Handstock · Haubenstock · Heiligenstock · Hockeystock · Holzstock · Jagdstock · Kartoffelstock · Knotenstock · Korporalstock · Kreuzstock · Krückstock · Ladestock · Miststock · Opferstock · Peilstock · Pflanzstock · Prägestock · Prägstock · Rebstock · Reitstock · Rohrstock · Rosenstock · Scheitstock · Schistock · Schlagstock · Schraubstock · Skistock · Spaltstock · Spazierstock · Stimmstock · Taktstock · Trommelstock · Türstock · Weidenstock · Weinstock · Wurzelstock · Zeigestock · Zierstock · Zollstock
 ·  mit ›Stock‹ als Binnenglied: Doppelstockschub  ·  formal verwandt mit: Liebstöckel
Mehrwortausdrücke  über Stock und Stein
eWDG

Bedeutungen

1.
langgestreckter und gerader, nicht zu dünner und nicht zu langer, handlicher Stab aus dem Zweig eines Baumes oder Busches, der meist als Stütze (beim Gehen), zum Schlagen oder Zeichengeben dient
Beispiele:
ein kurzer, langer, dicker, dünner, derber, knotiger, geglätteter, polierter Stock
er hatte sich [Dativ] einen Stock zum Wandern geschnitten
einen Stock drohend gegen jmdn. erheben, schwingen
er bekam den Stock zu fühlen, spüren (= er wurde geprügelt)
er saß auf einem Baumstumpf und schnitzte an einem Stocke
der Schüler musste mit dem Stock (= Zeigestock) die Hauptstädte Europas auf der Landkarte zeigen
umgangssprachlicher war lang und dünn wie ein Stock
umgangssprachlicher stand, saß (steif) wie ein Stock da
scherzhafter läuft umher, als hätte er einen Stock verschluckt (= er hat einen unnatürlich steifen Gang)
er ließ den Hund über den Stock springen, nach dem Stock laufen
sich auf einen Stock stützen
seit dem Unfall muss er an zwei Stöcken (= Krückstöcken) gehen
der alte Herr wollte beim Ausgehen nicht auf seinen Stock (= Spazierstock) verzichten
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlicham Stock gehen (= gesundheitlich oder finanziell am Ende seiner Kräfte sein)
saloppda gehst du am Stock (= da bist du sprachlos, verblüfft, erstaunt)
2.
Baumstumpf samt Wurzelwerk
Beispiel:
die Stöcke roden
über Stock und Steinüber alle Hindernisse hinweg
Beispiel:
Dann ging's durch hohe Wälder bergab. Über Stock und Stein [ KästnerLottchen96]
3.
staudenähnliche oder bäumchenähnliche Pflanze
Beispiel:
im Rosengarten, Weinberg sind bei dem starken Frost viele Stöcke erfroren
4.
landschaftlich, besonders süddeutsch aus einem dicken Holzklotz hergestellte klobige Unterlage für verschiedene Verrichtungen, besonders zum Holzhacken
Beispiel:
er hat sich aus dem Stamm einen Stock zum Holzhacken, zum Dengeln für seine Sense hergestellt
5.
süddeutsch großes Massiv eines Berges, Gebirges
Beispiele:
jenseits des Sees erhob sich der mächtige Stock des Gebirges
der erfahrene Bergführer kannte alle Stöcke des Gebirges
der gewaltige Stock des Kaukasus
6.
Imkerei Bienenstock
7.
historisch aus dicken Holzblöcken oder Metall gefertigtes Gestell, in das man im Mittelalter Verurteilte mit Händen und Füßen, oft auch dem Hals einschloss, Block
Beispiele:
im Stock sitzen
jmdn. in den Stock spannen, legen, schließen
Da starrte Meister Dill hin auf seine Hände. Die saßen gefangen in einem eisernen Stock [ WeismantelRiemenschneider271]
8.
süddeutsch, österreichisch, Religion Opferstock
Beispiele:
etw. in den Stock werfen
die Stöcke leeren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stock · Stockwerk · Grundstock · Stockente · Stockfisch · Stockzahn
Stock m. ‘Baumstumpf mit Wurzel, Knüttel, Stab, Geschoß eines Hauses, Grundlage’, ahd. (8. Jh.), mhd. stoc ‘Baumstumpf, Knüttel, Balken, Stange, Stab’, asächs. stokk, mnd. stok, mnl. stoc, nl. stok, afries. stok, aengl. stoc(c), engl. stock, anord. stokkr, schwed. stock (germ. *stukka-) sind verwandt mit Stück und verstauchen (s. d.) sowie außergerm. mit aind. tujáti, tuñjáti ‘bewegt sich heftig, treibt an, reizt auf, schleudert’, mir. tūag ‘Axt, Bogen’, tōcht ‘Teil, Stück’, lit. stū́gti ‘in die Höhe stehen’, stùguras ‘dürrer, verstrockneter Stengel, Strunk, Pfosten’. Alle Formen lassen sich auf ie. *(s)teug- zurückführen und damit letztlich auf eine (allerdings nur in Erweiterungen vorliegende) Wurzel ie. *(s)teu- ‘stoßen, schlagen’ (wozu auch stoßen, s. d.). Als Ausgangsbedeutung ist ‘abgeschlagener Ast, Stamm’, auch ‘Stumpf’ anzunehmen. Die Bedeutung ‘in der Erde stehengebliebener Baumstumpf mit den Wurzeln, Klotz’ ist erhalten in (über) Stock und Stein ‘(durch) ungerodetes Land, ohne Weg’, mhd. stoc unde stein, ähnlich Stock und Block, Stock und Stumpf; ferner in Bienenstock (s. d.), Opferstock ‘kirchlicher Kollektebehälter’ (15. Jh.), dafür mhd. stoc, eigentlich ‘ausgehöhlter, verschließbarer Holzklotz’. Sie wird vielfach in Bezeichnungen aus Holzklötzen hergestellter Geräte bewahrt (vgl. Amboßstock, Hackstock, Prägestock) und dient in übertragenem Sinne zur Bezeichnung einer Masse (vgl. Eiterstock, Gebirgsstock). Die Bedeutung ‘Balken, Stab’ (so noch in Spazier-, Takt-, Zeige-, Zollstock) entwickelt sich zu ‘hölzernes Ständerwerk eines Hauses’ (im Unterschied zum gemauerten Fundament), dann (spätmhd.) zu ‘Geschoß eines Gebäudes’ (vgl. Stockwerk n. um 1500). Bereits ahd. stoc steht für den ‘Hauptschoß einer Pflanze’, vgl. ahd. kōl-, reba-, wīnstoc, danach ‘in einen Topf gesetzte Blumenpflanze’ (16. Jh.), vgl. Blumenstock. Aus Vergleichen (z. B. mhd. lac er stille alsam ein stoc) entwickelt sich stock- zu einem verstärkenden Kompositionselement zunächst bei Adjektiven, vgl. stockstill ‘unbeweglich, schweigsam’, stockfinster, stockblind (16. Jh.), stockdumm, stockdunkel, stocksteif (17. Jh.), stocktaub (18. Jh.), stockreaktionär (19. Jh.), dann auch bei Personenbezeichnungen, die einen Menschen als befangen in den Ansichten, Anschauungen, Überzeugungen seines Landes, Stammes oder Standes charakterisieren sollen, z. B. Stockengländer, Stockpreuße, Stockaristokrat, Stockphilologe (19. Jh.). Grundstock m. ‘Grundlage, Beginn einer Anhäufung’, besonders ‘(Grund)vermögen, Fonds’ (18. Jh.), aus Grund (s. d.) und Stock in der übertragenen Bedeutung ‘Masse, Menge’ (s. oben); vgl. engl. stock ‘Kapital’. Stockente f. ‘Wildente’ (17. Jh.), oft in Baumstümpfen oder -höhlen brütend. Stockfisch m. ‘getrockneter Kabeljau’, spätmhd. stocvisch, eigentlich ‘an einer Holzstange, einem Stangengerüst zum Trocknen aufgehängter Fisch’, als eingeführte Fastenspeise nach mnd. (hansisch) stokvisch. Stockzahn m. ‘Backenzahn’ (15. Jh.), zu Stock im Sinne von ‘(Baum)stumpf, Klotz’ (s. oben).

Typische Verbindungen zu ›Stock‹ (berechnet)

Altbau Berlaymont-gebäudes Bürogebäude Bürohaus Gebaeudes Geschäftshaus Hinterhaus Hochhaus Kanzleramt Mehrfamilienhaus Mietshaus Plattenbau Verwaltungsgebäude Wohnblock Wohnhaus Wolkenkratzer acht dritt elft erst fünft neunt ober sechst siebent sodener viert zehnt zweit zwölft

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stock‹.

Verwendungsbeispiele für ›Stock‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie war wirklich aus unserem Stock und ich freute mich über das positive Ergebnis. [Frisch, Karl von: Erinnerungen eines Biologen, Berlin: Springer 1957, S. 55]
Dann läßt er die Arme mit dem Stock wieder langsam ausgestreckt fallen. [o. A.: Heumann-Heilmittel, o. O.: [1936], S. 95]
Zeitweise sehr beliebt ist der Gebrauch des Stockes zum Graben. [Köhler, Wolfgang: Intelligenzprüfungen an Menschenaffen, Berlin: Springer 1963 [1917], S. 49]
Wenn sie finanzielle Probleme bekommen, müssen sie nur mit dem Lift in den siebten Stock fahren. [Die Zeit, 08.07.1999, Nr. 28]
Die durften sie mit einem Stock wecken, und dann brummte sie wie ein alter Löwe. [Die Zeit, 28.05.1998, Nr. 23]
Zitationshilfe
„Stock“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stock#1>.

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Stock, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stock(e)s · Nominativ Plural: Stock
Aussprache  [ʃtɔk]
GrundformStockwerk
Wortbildung  mit ›Stock‹ als Erstglied: Stockbett · Stockwerk  ·  mit ›Stock‹ als Letztglied: Halbstock · Oberstock · Unterstock · Zwischenstock · doppelstock-
 ·  mit ›Stock‹ als Binnenglied: 4-stöckig · achtstöckig · doppelstöckig · dreistöckig · einstöckig · elfstöckig · fünfstöckig · mehrstöckig · neunstöckig · sechsstöckig · vielstöckig · vierstöckig · zweistöckig · zwölfstöckig
eWDG und DWDS

Bedeutung

Synonym zu StockwerkDWDS
Beispiele:
im oberen Stock wohnt Familie B
wir wohnen im ersten Stock (= im Stockwerk über dem Erdgeschoß)
das Haus ist drei Stock hoch, hat vier Stock
als ihm das Haus zu klein wurde, ließ er noch einen Stock aufsetzen

letzte Änderung:

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Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stock · Stockwerk · Grundstock · Stockente · Stockfisch · Stockzahn
Stock m. ‘Baumstumpf mit Wurzel, Knüttel, Stab, Geschoß eines Hauses, Grundlage’, ahd. (8. Jh.), mhd. stoc ‘Baumstumpf, Knüttel, Balken, Stange, Stab’, asächs. stokk, mnd. stok, mnl. stoc, nl. stok, afries. stok, aengl. stoc(c), engl. stock, anord. stokkr, schwed. stock (germ. *stukka-) sind verwandt mit Stück und verstauchen (s. d.) sowie außergerm. mit aind. tujáti, tuñjáti ‘bewegt sich heftig, treibt an, reizt auf, schleudert’, mir. tūag ‘Axt, Bogen’, tōcht ‘Teil, Stück’, lit. stū́gti ‘in die Höhe stehen’, stùguras ‘dürrer, verstrockneter Stengel, Strunk, Pfosten’. Alle Formen lassen sich auf ie. *(s)teug- zurückführen und damit letztlich auf eine (allerdings nur in Erweiterungen vorliegende) Wurzel ie. *(s)teu- ‘stoßen, schlagen’ (wozu auch stoßen, s. d.). Als Ausgangsbedeutung ist ‘abgeschlagener Ast, Stamm’, auch ‘Stumpf’ anzunehmen. Die Bedeutung ‘in der Erde stehengebliebener Baumstumpf mit den Wurzeln, Klotz’ ist erhalten in (über) Stock und Stein ‘(durch) ungerodetes Land, ohne Weg’, mhd. stoc unde stein, ähnlich Stock und Block, Stock und Stumpf; ferner in Bienenstock (s. d.), Opferstock ‘kirchlicher Kollektebehälter’ (15. Jh.), dafür mhd. stoc, eigentlich ‘ausgehöhlter, verschließbarer Holzklotz’. Sie wird vielfach in Bezeichnungen aus Holzklötzen hergestellter Geräte bewahrt (vgl. Amboßstock, Hackstock, Prägestock) und dient in übertragenem Sinne zur Bezeichnung einer Masse (vgl. Eiterstock, Gebirgsstock). Die Bedeutung ‘Balken, Stab’ (so noch in Spazier-, Takt-, Zeige-, Zollstock) entwickelt sich zu ‘hölzernes Ständerwerk eines Hauses’ (im Unterschied zum gemauerten Fundament), dann (spätmhd.) zu ‘Geschoß eines Gebäudes’ (vgl. Stockwerk n. um 1500). Bereits ahd. stoc steht für den ‘Hauptschoß einer Pflanze’, vgl. ahd. kōl-, reba-, wīnstoc, danach ‘in einen Topf gesetzte Blumenpflanze’ (16. Jh.), vgl. Blumenstock. Aus Vergleichen (z. B. mhd. lac er stille alsam ein stoc) entwickelt sich stock- zu einem verstärkenden Kompositionselement zunächst bei Adjektiven, vgl. stockstill ‘unbeweglich, schweigsam’, stockfinster, stockblind (16. Jh.), stockdumm, stockdunkel, stocksteif (17. Jh.), stocktaub (18. Jh.), stockreaktionär (19. Jh.), dann auch bei Personenbezeichnungen, die einen Menschen als befangen in den Ansichten, Anschauungen, Überzeugungen seines Landes, Stammes oder Standes charakterisieren sollen, z. B. Stockengländer, Stockpreuße, Stockaristokrat, Stockphilologe (19. Jh.). Grundstock m. ‘Grundlage, Beginn einer Anhäufung’, besonders ‘(Grund)vermögen, Fonds’ (18. Jh.), aus Grund (s. d.) und Stock in der übertragenen Bedeutung ‘Masse, Menge’ (s. oben); vgl. engl. stock ‘Kapital’. Stockente f. ‘Wildente’ (17. Jh.), oft in Baumstümpfen oder -höhlen brütend. Stockfisch m. ‘getrockneter Kabeljau’, spätmhd. stocvisch, eigentlich ‘an einer Holzstange, einem Stangengerüst zum Trocknen aufgehängter Fisch’, als eingeführte Fastenspeise nach mnd. (hansisch) stokvisch. Stockzahn m. ‘Backenzahn’ (15. Jh.), zu Stock im Sinne von ‘(Baum)stumpf, Klotz’ (s. oben).

Typische Verbindungen zu ›Stock‹ (berechnet)

Altbau Berlaymont-gebäudes Bürogebäude Bürohaus Gebaeudes Geschäftshaus Hinterhaus Hochhaus Kanzleramt Mehrfamilienhaus Mietshaus Plattenbau Verwaltungsgebäude Wohnblock Wohnhaus Wolkenkratzer acht dritt elft erst fünft neunt ober sechst siebent sodener viert zehnt zweit zwölft

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Zitationshilfe
„Stock“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stock#2>.

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Stock, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stocks · Nominativ Plural: Stocks
Aussprache  [ʃtɔk]
Wortbildung  mit ›Stock‹ als Letztglied: Erzstock · Kapitalstock · Salzstock
eWDG

Bedeutung

Grundstock, Stamm
Beispiele:
wir wollen den Stock unseres Vermögens nicht angreifen
er gehört zum alten Stock der Belegschaft
Warenbestand
Beispiele:
der Kleinhändler hat einen bestimmten Stock von Waren
wenn … die Fabrikanten auf ihren Stocks sitzen bleiben [ Weltbühne1957]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stock · Stockwerk · Grundstock · Stockente · Stockfisch · Stockzahn
Stock m. ‘Baumstumpf mit Wurzel, Knüttel, Stab, Geschoß eines Hauses, Grundlage’, ahd. (8. Jh.), mhd. stoc ‘Baumstumpf, Knüttel, Balken, Stange, Stab’, asächs. stokk, mnd. stok, mnl. stoc, nl. stok, afries. stok, aengl. stoc(c), engl. stock, anord. stokkr, schwed. stock (germ. *stukka-) sind verwandt mit Stück und verstauchen (s. d.) sowie außergerm. mit aind. tujáti, tuñjáti ‘bewegt sich heftig, treibt an, reizt auf, schleudert’, mir. tūag ‘Axt, Bogen’, tōcht ‘Teil, Stück’, lit. stū́gti ‘in die Höhe stehen’, stùguras ‘dürrer, verstrockneter Stengel, Strunk, Pfosten’. Alle Formen lassen sich auf ie. *(s)teug- zurückführen und damit letztlich auf eine (allerdings nur in Erweiterungen vorliegende) Wurzel ie. *(s)teu- ‘stoßen, schlagen’ (wozu auch stoßen, s. d.). Als Ausgangsbedeutung ist ‘abgeschlagener Ast, Stamm’, auch ‘Stumpf’ anzunehmen. Die Bedeutung ‘in der Erde stehengebliebener Baumstumpf mit den Wurzeln, Klotz’ ist erhalten in (über) Stock und Stein ‘(durch) ungerodetes Land, ohne Weg’, mhd. stoc unde stein, ähnlich Stock und Block, Stock und Stumpf; ferner in Bienenstock (s. d.), Opferstock ‘kirchlicher Kollektebehälter’ (15. Jh.), dafür mhd. stoc, eigentlich ‘ausgehöhlter, verschließbarer Holzklotz’. Sie wird vielfach in Bezeichnungen aus Holzklötzen hergestellter Geräte bewahrt (vgl. Amboßstock, Hackstock, Prägestock) und dient in übertragenem Sinne zur Bezeichnung einer Masse (vgl. Eiterstock, Gebirgsstock). Die Bedeutung ‘Balken, Stab’ (so noch in Spazier-, Takt-, Zeige-, Zollstock) entwickelt sich zu ‘hölzernes Ständerwerk eines Hauses’ (im Unterschied zum gemauerten Fundament), dann (spätmhd.) zu ‘Geschoß eines Gebäudes’ (vgl. Stockwerk n. um 1500). Bereits ahd. stoc steht für den ‘Hauptschoß einer Pflanze’, vgl. ahd. kōl-, reba-, wīnstoc, danach ‘in einen Topf gesetzte Blumenpflanze’ (16. Jh.), vgl. Blumenstock. Aus Vergleichen (z. B. mhd. lac er stille alsam ein stoc) entwickelt sich stock- zu einem verstärkenden Kompositionselement zunächst bei Adjektiven, vgl. stockstill ‘unbeweglich, schweigsam’, stockfinster, stockblind (16. Jh.), stockdumm, stockdunkel, stocksteif (17. Jh.), stocktaub (18. Jh.), stockreaktionär (19. Jh.), dann auch bei Personenbezeichnungen, die einen Menschen als befangen in den Ansichten, Anschauungen, Überzeugungen seines Landes, Stammes oder Standes charakterisieren sollen, z. B. Stockengländer, Stockpreuße, Stockaristokrat, Stockphilologe (19. Jh.). Grundstock m. ‘Grundlage, Beginn einer Anhäufung’, besonders ‘(Grund)vermögen, Fonds’ (18. Jh.), aus Grund (s. d.) und Stock in der übertragenen Bedeutung ‘Masse, Menge’ (s. oben); vgl. engl. stock ‘Kapital’. Stockente f. ‘Wildente’ (17. Jh.), oft in Baumstümpfen oder -höhlen brütend. Stockfisch m. ‘getrockneter Kabeljau’, spätmhd. stocvisch, eigentlich ‘an einer Holzstange, einem Stangengerüst zum Trocknen aufgehängter Fisch’, als eingeführte Fastenspeise nach mnd. (hansisch) stokvisch. Stockzahn m. ‘Backenzahn’ (15. Jh.), zu Stock im Sinne von ‘(Baum)stumpf, Klotz’ (s. oben).

Typische Verbindungen zu ›Stock‹ (berechnet)

Altbau Berlaymont-gebäudes Bürogebäude Bürohaus Gebaeudes Geschäftshaus Hinterhaus Hochhaus Kanzleramt Mehrfamilienhaus Mietshaus Plattenbau Verwaltungsgebäude Wohnblock Wohnhaus Wolkenkratzer acht dritt elft erst fünft neunt ober sechst siebent sodener viert zehnt zweit zwölft

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stock‹.

Verwendungsbeispiele für ›Stock‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie war wirklich aus unserem Stock und ich freute mich über das positive Ergebnis. [Frisch, Karl von: Erinnerungen eines Biologen, Berlin: Springer 1957, S. 55]
Dann läßt er die Arme mit dem Stock wieder langsam ausgestreckt fallen. [o. A.: Heumann-Heilmittel, o. O.: [1936], S. 95]
Zeitweise sehr beliebt ist der Gebrauch des Stockes zum Graben. [Köhler, Wolfgang: Intelligenzprüfungen an Menschenaffen, Berlin: Springer 1963 [1917], S. 49]
Wenn sie finanzielle Probleme bekommen, müssen sie nur mit dem Lift in den siebten Stock fahren. [Die Zeit, 08.07.1999, Nr. 28]
Die durften sie mit einem Stock wecken, und dann brummte sie wie ein alter Löwe. [Die Zeit, 28.05.1998, Nr. 23]
Zitationshilfe
„Stock“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stock#3>.

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