Stock, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stock(e)s · Nominativ Plural: Stöcke
Wortbildung mit ›Stock‹ als Erstglied: ↗Stockausschlag · ↗Stockbiene · ↗Stockdegen · ↗Stockente · ↗Stockfisch · ↗Stockflöte · ↗Stockgriff · ↗Stockhaus · ↗Stockhieb · ↗Stockholz · ↗Stockknauf · ↗Stockknopf · ↗Stocklaterne · ↗Stocklocke · ↗Stocknagel · ↗Stockprügel · ↗Stockpuppe · ↗Stockrose · ↗Stockschirm · ↗Stockschlag · ↗Stockspitze · ↗Stockstrafe · ↗Stockstriemen · ↗Stocktanz · ↗Stockzahn · ↗Stöckchen · ↗Stöcklein
 ·  mit ›Stock‹ als Letztglied: ↗Bambusstock · ↗Bergstock · ↗Bienenstock · ↗Bildstock · ↗Billardstock · ↗Blindenstock · ↗Blumenstock · ↗Daumenstock · ↗Dengelstock · ↗Druckstock · ↗Eichenstock · ↗Eierstock · ↗Eisstock · ↗Fensterstock · ↗Flaggenstock · ↗Fuchsienstock · ↗Gebirgsstock · ↗Gehstock · ↗Grabstock · ↗Hackstock · ↗Haubenstock · ↗Hockeystock · ↗Holzstock · ↗Jagdstock · ↗Kartoffelstock · ↗Knotenstock · ↗Korporalstock · ↗Kreuzstock · ↗Krückstock · ↗Ladestock · ↗Miststock · ↗Opferstock · ↗Peilstock · ↗Pflanzstock · ↗Prägestock · ↗Prägstock · ↗Rebstock · ↗Reitstock · ↗Rohrstock · ↗Rosenstock · ↗Scheitstock · ↗Schistock · ↗Schlagstock · ↗Schraubstock · ↗Skistock · ↗Spazierstock · ↗Stimmstock · ↗Taktstock · ↗Trommelstock · ↗Türstock · ↗Weidenstock · ↗Wurzelstock · ↗Zeigestock · ↗Zierstock · ↗Zollstock
 ·  mit ›Stock‹ als Binnenglied: ↗Doppelstockschub  ·  formal verwandt mit: ↗Liebstöckel
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
langgestreckter und gerader, nicht zu dünner und nicht zu langer, handlicher Stab aus dem Zweig eines Baumes oder Busches, der meist als Stütze (beim Gehen), zum Schlagen oder Zeichengeben dient
Beispiele:
ein kurzer, langer, dicker, dünner, derber, knotiger, geglätteter, polierter Stock
er hatte sich [Dativ] einen Stock zum Wandern geschnitten
einen Stock drohend gegen jmdn. erheben, schwingen
er bekam den Stock zu fühlen, spüren (= er wurde geprügelt)
er saß auf einem Baumstumpf und schnitzte an einem Stocke
der Schüler musste mit dem Stock (= Zeigestock) die Hauptstädte Europas auf der Landkarte zeigen
umgangssprachlich er war lang und dünn wie ein Stock
umgangssprachlich er stand, saß (steif) wie ein Stock da
scherzhaft er läuft umher, als hätte er einen Stock verschluckt (= er hat einen unnatürlich steifen Gang)
er ließ den Hund über den Stock springen, nach dem Stock laufen
sich auf einen Stock stützen
seit dem Unfall muss er an zwei Stöcken (= Krückstöcken) gehen
der alte Herr wollte beim Ausgehen nicht auf seinen Stock (= Spazierstock) verzichten
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlich am Stock gehen (= gesundheitlich oder finanziell am Ende seiner Kräfte sein)
salopp da gehst du am Stock (= da bist du sprachlos, verblüfft, erstaunt)
2.
Baumstumpf samt Wurzelwerk
Beispiel:
die Stöcke roden
über Stock und Steinüber alle Hindernisse hinweg
Beispiel:
Dann ging's durch hohe Wälder bergab. Über Stock und Stein [KästnerLottchen96]
3.
staudenähnliche oder bäumchenähnliche Pflanze
Beispiel:
im Rosengarten, Weinberg sind bei dem starken Frost viele Stöcke erfroren
4.
landschaftlich, (besonders) süddeutsch aus einem dicken Holzklotz hergestellte klobige Unterlage für verschiedene Verrichtungen, besonders zum Holzhacken
Beispiel:
er hat sich aus dem Stamm einen Stock zum Holzhacken, zum Dengeln für seine Sense hergestellt
5.
süddeutsch großes Massiv eines Berges, Gebirges
Beispiele:
jenseits des Sees erhob sich der mächtige Stock des Gebirges
der erfahrene Bergführer kannte alle Stöcke des Gebirges
der gewaltige Stock des Kaukasus
6.
Imkerei Bienenstock
7.
historisch aus dicken Holzblöcken oder Metall gefertigtes Gestell, in das man im Mittelalter Verurteilte mit Händen und Füßen, oft auch dem Hals einschloss, Block
Beispiele:
im Stock sitzen
jmdn. in den Stock spannen, legen, schließen
Da starrte Meister Dill hin auf seine Hände. Die saßen gefangen in einem eisernen Stock [WeismantelRiemenschneider271]
8.
süddeutsch, österreichisch, Religion Opferstock
Beispiele:
etw. in den Stock werfen
die Stöcke leeren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stock · Stockwerk · Grundstock · Stockente · Stockfisch · Stockzahn
Stock m. ‘Baumstumpf mit Wurzel, Knüttel, Stab, Geschoß eines Hauses, Grundlage’, ahd. (8. Jh.), mhd. stoc ‘Baumstumpf, Knüttel, Balken, Stange, Stab’, asächs. stokk, mnd. stok, mnl. stoc, nl. stok, aengl. stoc(c), engl. stock, anord. stokkr, schwed. stock (germ. *stukka-) sind verwandt mit ↗Stück und ↗verstauchen (s. d.) sowie außergerm. mit aind. tujáti, tuñjáti ‘bewegt sich heftig, treibt an, reizt auf, schleudert’, mir. tūag ‘Axt, Bogen’, tōcht ‘Teil, Stück’, lit. stū́gti ‘in die Höhe stehen’, stùguras ‘dürrer, verstrockneter Stengel, Strunk, Pfosten’. Alle Formen lassen sich auf ie. *(s)teug- zurückführen und damit letztlich auf eine (allerdings nur in Erweiterungen vorliegende) Wurzel ie. *(s)teu- ‘stoßen, schlagen’ (wozu auch ↗stoßen, s. d.). Als Ausgangsbedeutung ist ‘abgeschlagener Ast, Stamm’, auch ‘Stumpf’ anzunehmen. Die Bedeutung ‘in der Erde stehengebliebener Baumstumpf mit den Wurzeln, Klotz’ ist erhalten in (über) Stock und Stein ‘(durch) ungerodetes Land, ohne Weg’, mhd. stoc unde stein, ähnlich Stock und Block, Stock und Stumpf; ferner in ↗Bienenstock (s. d.), Opferstock ‘kirchlicher Kollektebehälter’ (15. Jh.), dafür mhd. stoc, eigentlich ‘ausgehöhlter, verschließbarer Holzklotz’. Sie wird vielfach in Bezeichnungen aus Holzklötzen hergestellter Geräte bewahrt (vgl. Amboßstock, Hackstock, Prägestock) und dient in übertragenem Sinne zur Bezeichnung einer Masse (vgl. Eiterstock, Gebirgsstock). Die Bedeutung ‘Balken, Stab’ (so noch in Spazier-, Takt-, Zeige-, Zollstock) entwickelt sich zu ‘hölzernes Ständerwerk eines Hauses’ (im Unterschied zum gemauerten Fundament), dann (spätmhd.) zu ‘Geschoß eines Gebäudes’ (vgl. Stockwerk n. um 1500). Bereits ahd. stoc steht für den ‘Hauptschoß einer Pflanze’, vgl. ahd. kōl-, reba-, wīnstoc, danach ‘in einen Topf gesetzte Blumenpflanze’ (16. Jh.), vgl. Blumenstock. Aus Vergleichen (z. B. mhd. lac er stille alsam ein stoc) entwickelt sich stock- zu einem verstärkenden Kompositionselement zunächst bei Adjektiven, vgl. stockstill ‘unbeweglich, schweigsam’, stockfinster, stockblind (16. Jh.), stockdumm, stockdunkel, stocksteif (17. Jh.), stocktaub (18. Jh.), stockreaktionär (19. Jh.), dann auch bei Personenbezeichnungen, die einen Menschen als befangen in den Ansichten, Anschauungen, Überzeugungen seines Landes, Stammes oder Standes charakterisieren sollen, z. B. Stockengländer, Stockpreuße, Stockaristokrat, Stockphilologe (19. Jh.). Grundstock m. ‘Grundlage, Beginn einer Anhäufung’, besonders ‘(Grund)vermögen, Fonds’ (18. Jh.), aus ↗Grund (s. d.) und Stock in der übertragenen Bedeutung ‘Masse, Menge’ (s. oben); vgl. engl. stock ‘Kapital’. Stockente f. ‘Wildente’ (17. Jh.), oft in Baumstümpfen oder -höhlen brütend. Stockfisch m. ‘getrockneter Kabeljau’, spätmhd. stocvisch, eigentlich ‘an einer Holzstange, einem Stangengerüst zum Trocknen aufgehängter Fisch’, als eingeführte Fastenspeise nach mnd. (hansisch) stokvisch. Stockzahn m. ‘Backenzahn’ (15. Jh.), zu Stock im Sinne von ‘(Baum)stumpf, Klotz’ (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Rute · ↗Stab · ↗Stange · ↗Stecken · Stock
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Flur · ↗Geschoss · Stock · ↗Stockwerk  ●  ↗Etage  franz. · ↗Geschoß  österr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Balkon Büro Erdgeschoß Fenster Gebäude Hochhaus Hut Mehrfamilienhaus Mietshaus Stein Treppe Wohnhaus Wohnung Zimmer dritt elft erst fünft neunt ober residieren sechst siebt springen stürzen viert wohnen zehnt zweit zwölft

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stock‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Brand brach in der Nacht im vierten Stock des Gebäudes aus.
Die Zeit, 28.02.2013 (online)
Dann öffnete es das Fenster im dritten Stock, stürzte aus acht Metern Höhe in die Tiefe.
Bild, 12.04.2005
Haben Sie nicht die kostbarsten Möbel des musealen ersten Stockes dem Juden verkaufen wollen?
Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 971
Sie war wirklich aus unserem Stock und ich freute mich über das positive Ergebnis.
Frisch, Karl von: Erinnerungen eines Biologen, Berlin: Springer 1957, S. 55
Sofort klappte denn auch im ersten Stock über dem Laden ein Fenster auf.
Matthiessen, Wilhelm: Das Mondschiff. In: ders., Das Rote U, Bayreuth: Loewes 1980 [1949], S. 130
Zitationshilfe
„Stock“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stock#1>, abgerufen am 20.11.2018.

Weitere Informationen …

Stock, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stock(e)s · Nominativ Plural: Stock
GrundformStockwerk
Wortbildung mit ›Stock‹ als Erstglied: ↗Stockwerk  ·  mit ›Stock‹ als Letztglied: ↗Unterstock · ↗Zwischenstock · ↗doppelstock-
 ·  formal verwandt mit: ↗vielstöckig
eWDG, 1976

Bedeutung

Synonym zu StockwerkQuelle: DWDS, 2015
Beispiele:
im oberen Stock wohnt Familie B
wir wohnen im ersten Stock (= im Stockwerk über dem Erdgeschoß)
das Haus ist drei Stock hoch, hat vier Stock
als ihm das Haus zu klein wurde, ließ er noch einen Stock aufsetzen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stock · Stockwerk · Grundstock · Stockente · Stockfisch · Stockzahn
Stock m. ‘Baumstumpf mit Wurzel, Knüttel, Stab, Geschoß eines Hauses, Grundlage’, ahd. (8. Jh.), mhd. stoc ‘Baumstumpf, Knüttel, Balken, Stange, Stab’, asächs. stokk, mnd. stok, mnl. stoc, nl. stok, aengl. stoc(c), engl. stock, anord. stokkr, schwed. stock (germ. *stukka-) sind verwandt mit ↗Stück und ↗verstauchen (s. d.) sowie außergerm. mit aind. tujáti, tuñjáti ‘bewegt sich heftig, treibt an, reizt auf, schleudert’, mir. tūag ‘Axt, Bogen’, tōcht ‘Teil, Stück’, lit. stū́gti ‘in die Höhe stehen’, stùguras ‘dürrer, verstrockneter Stengel, Strunk, Pfosten’. Alle Formen lassen sich auf ie. *(s)teug- zurückführen und damit letztlich auf eine (allerdings nur in Erweiterungen vorliegende) Wurzel ie. *(s)teu- ‘stoßen, schlagen’ (wozu auch ↗stoßen, s. d.). Als Ausgangsbedeutung ist ‘abgeschlagener Ast, Stamm’, auch ‘Stumpf’ anzunehmen. Die Bedeutung ‘in der Erde stehengebliebener Baumstumpf mit den Wurzeln, Klotz’ ist erhalten in (über) Stock und Stein ‘(durch) ungerodetes Land, ohne Weg’, mhd. stoc unde stein, ähnlich Stock und Block, Stock und Stumpf; ferner in ↗Bienenstock (s. d.), Opferstock ‘kirchlicher Kollektebehälter’ (15. Jh.), dafür mhd. stoc, eigentlich ‘ausgehöhlter, verschließbarer Holzklotz’. Sie wird vielfach in Bezeichnungen aus Holzklötzen hergestellter Geräte bewahrt (vgl. Amboßstock, Hackstock, Prägestock) und dient in übertragenem Sinne zur Bezeichnung einer Masse (vgl. Eiterstock, Gebirgsstock). Die Bedeutung ‘Balken, Stab’ (so noch in Spazier-, Takt-, Zeige-, Zollstock) entwickelt sich zu ‘hölzernes Ständerwerk eines Hauses’ (im Unterschied zum gemauerten Fundament), dann (spätmhd.) zu ‘Geschoß eines Gebäudes’ (vgl. Stockwerk n. um 1500). Bereits ahd. stoc steht für den ‘Hauptschoß einer Pflanze’, vgl. ahd. kōl-, reba-, wīnstoc, danach ‘in einen Topf gesetzte Blumenpflanze’ (16. Jh.), vgl. Blumenstock. Aus Vergleichen (z. B. mhd. lac er stille alsam ein stoc) entwickelt sich stock- zu einem verstärkenden Kompositionselement zunächst bei Adjektiven, vgl. stockstill ‘unbeweglich, schweigsam’, stockfinster, stockblind (16. Jh.), stockdumm, stockdunkel, stocksteif (17. Jh.), stocktaub (18. Jh.), stockreaktionär (19. Jh.), dann auch bei Personenbezeichnungen, die einen Menschen als befangen in den Ansichten, Anschauungen, Überzeugungen seines Landes, Stammes oder Standes charakterisieren sollen, z. B. Stockengländer, Stockpreuße, Stockaristokrat, Stockphilologe (19. Jh.). Grundstock m. ‘Grundlage, Beginn einer Anhäufung’, besonders ‘(Grund)vermögen, Fonds’ (18. Jh.), aus ↗Grund (s. d.) und Stock in der übertragenen Bedeutung ‘Masse, Menge’ (s. oben); vgl. engl. stock ‘Kapital’. Stockente f. ‘Wildente’ (17. Jh.), oft in Baumstümpfen oder -höhlen brütend. Stockfisch m. ‘getrockneter Kabeljau’, spätmhd. stocvisch, eigentlich ‘an einer Holzstange, einem Stangengerüst zum Trocknen aufgehängter Fisch’, als eingeführte Fastenspeise nach mnd. (hansisch) stokvisch. Stockzahn m. ‘Backenzahn’ (15. Jh.), zu Stock im Sinne von ‘(Baum)stumpf, Klotz’ (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Rute · ↗Stab · ↗Stange · ↗Stecken · Stock
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Flur · ↗Geschoss · Stock · ↗Stockwerk  ●  ↗Etage  franz. · ↗Geschoß  österr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Balkon Büro Erdgeschoß Fenster Gebäude Hochhaus Hut Mehrfamilienhaus Mietshaus Stein Treppe Wohnhaus Wohnung Zimmer dritt elft erst fünft neunt ober residieren sechst siebt springen stürzen viert wohnen zehnt zweit zwölft

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stock‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Brand brach in der Nacht im vierten Stock des Gebäudes aus.
Die Zeit, 28.02.2013 (online)
Dann öffnete es das Fenster im dritten Stock, stürzte aus acht Metern Höhe in die Tiefe.
Bild, 12.04.2005
Haben Sie nicht die kostbarsten Möbel des musealen ersten Stockes dem Juden verkaufen wollen?
Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 971
Sie war wirklich aus unserem Stock und ich freute mich über das positive Ergebnis.
Frisch, Karl von: Erinnerungen eines Biologen, Berlin: Springer 1957, S. 55
Sofort klappte denn auch im ersten Stock über dem Laden ein Fenster auf.
Matthiessen, Wilhelm: Das Mondschiff. In: ders., Das Rote U, Bayreuth: Loewes 1980 [1949], S. 130
Zitationshilfe
„Stock“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stock#2>, abgerufen am 20.11.2018.

Weitere Informationen …

Stock, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stocks · Nominativ Plural: Stocks
Wortbildung mit ›Stock‹ als Letztglied: ↗Erzstock · ↗Kapitalstock · ↗Salzstock
eWDG, 1976

Bedeutung

Grundstock, Stamm
Beispiele:
wir wollen den Stock unseres Vermögens nicht angreifen
er gehört zum alten Stock der Belegschaft
Warenbestand
Beispiele:
der Kleinhändler hat einen bestimmten Stock von Waren
wenn ... die Fabrikanten auf ihren Stocks sitzen bleiben [Weltbühne1957]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stock · Stockwerk · Grundstock · Stockente · Stockfisch · Stockzahn
Stock m. ‘Baumstumpf mit Wurzel, Knüttel, Stab, Geschoß eines Hauses, Grundlage’, ahd. (8. Jh.), mhd. stoc ‘Baumstumpf, Knüttel, Balken, Stange, Stab’, asächs. stokk, mnd. stok, mnl. stoc, nl. stok, aengl. stoc(c), engl. stock, anord. stokkr, schwed. stock (germ. *stukka-) sind verwandt mit ↗Stück und ↗verstauchen (s. d.) sowie außergerm. mit aind. tujáti, tuñjáti ‘bewegt sich heftig, treibt an, reizt auf, schleudert’, mir. tūag ‘Axt, Bogen’, tōcht ‘Teil, Stück’, lit. stū́gti ‘in die Höhe stehen’, stùguras ‘dürrer, verstrockneter Stengel, Strunk, Pfosten’. Alle Formen lassen sich auf ie. *(s)teug- zurückführen und damit letztlich auf eine (allerdings nur in Erweiterungen vorliegende) Wurzel ie. *(s)teu- ‘stoßen, schlagen’ (wozu auch ↗stoßen, s. d.). Als Ausgangsbedeutung ist ‘abgeschlagener Ast, Stamm’, auch ‘Stumpf’ anzunehmen. Die Bedeutung ‘in der Erde stehengebliebener Baumstumpf mit den Wurzeln, Klotz’ ist erhalten in (über) Stock und Stein ‘(durch) ungerodetes Land, ohne Weg’, mhd. stoc unde stein, ähnlich Stock und Block, Stock und Stumpf; ferner in ↗Bienenstock (s. d.), Opferstock ‘kirchlicher Kollektebehälter’ (15. Jh.), dafür mhd. stoc, eigentlich ‘ausgehöhlter, verschließbarer Holzklotz’. Sie wird vielfach in Bezeichnungen aus Holzklötzen hergestellter Geräte bewahrt (vgl. Amboßstock, Hackstock, Prägestock) und dient in übertragenem Sinne zur Bezeichnung einer Masse (vgl. Eiterstock, Gebirgsstock). Die Bedeutung ‘Balken, Stab’ (so noch in Spazier-, Takt-, Zeige-, Zollstock) entwickelt sich zu ‘hölzernes Ständerwerk eines Hauses’ (im Unterschied zum gemauerten Fundament), dann (spätmhd.) zu ‘Geschoß eines Gebäudes’ (vgl. Stockwerk n. um 1500). Bereits ahd. stoc steht für den ‘Hauptschoß einer Pflanze’, vgl. ahd. kōl-, reba-, wīnstoc, danach ‘in einen Topf gesetzte Blumenpflanze’ (16. Jh.), vgl. Blumenstock. Aus Vergleichen (z. B. mhd. lac er stille alsam ein stoc) entwickelt sich stock- zu einem verstärkenden Kompositionselement zunächst bei Adjektiven, vgl. stockstill ‘unbeweglich, schweigsam’, stockfinster, stockblind (16. Jh.), stockdumm, stockdunkel, stocksteif (17. Jh.), stocktaub (18. Jh.), stockreaktionär (19. Jh.), dann auch bei Personenbezeichnungen, die einen Menschen als befangen in den Ansichten, Anschauungen, Überzeugungen seines Landes, Stammes oder Standes charakterisieren sollen, z. B. Stockengländer, Stockpreuße, Stockaristokrat, Stockphilologe (19. Jh.). Grundstock m. ‘Grundlage, Beginn einer Anhäufung’, besonders ‘(Grund)vermögen, Fonds’ (18. Jh.), aus ↗Grund (s. d.) und Stock in der übertragenen Bedeutung ‘Masse, Menge’ (s. oben); vgl. engl. stock ‘Kapital’. Stockente f. ‘Wildente’ (17. Jh.), oft in Baumstümpfen oder -höhlen brütend. Stockfisch m. ‘getrockneter Kabeljau’, spätmhd. stocvisch, eigentlich ‘an einer Holzstange, einem Stangengerüst zum Trocknen aufgehängter Fisch’, als eingeführte Fastenspeise nach mnd. (hansisch) stokvisch. Stockzahn m. ‘Backenzahn’ (15. Jh.), zu Stock im Sinne von ‘(Baum)stumpf, Klotz’ (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Rute · ↗Stab · ↗Stange · ↗Stecken · Stock
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Flur · ↗Geschoss · Stock · ↗Stockwerk  ●  ↗Etage  franz. · ↗Geschoß  österr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Balkon Büro Erdgeschoß Fenster Gebäude Hochhaus Hut Mehrfamilienhaus Mietshaus Stein Treppe Wohnhaus Wohnung Zimmer dritt elft erst fünft neunt ober residieren sechst siebt springen stürzen viert wohnen zehnt zweit zwölft

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stock‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Brand brach in der Nacht im vierten Stock des Gebäudes aus.
Die Zeit, 28.02.2013 (online)
Dann öffnete es das Fenster im dritten Stock, stürzte aus acht Metern Höhe in die Tiefe.
Bild, 12.04.2005
Haben Sie nicht die kostbarsten Möbel des musealen ersten Stockes dem Juden verkaufen wollen?
Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 971
Sie war wirklich aus unserem Stock und ich freute mich über das positive Ergebnis.
Frisch, Karl von: Erinnerungen eines Biologen, Berlin: Springer 1957, S. 55
Sofort klappte denn auch im ersten Stock über dem Laden ein Fenster auf.
Matthiessen, Wilhelm: Das Mondschiff. In: ders., Das Rote U, Bayreuth: Loewes 1980 [1949], S. 130
Zitationshilfe
„Stock“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stock#3>, abgerufen am 20.11.2018.

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