Stockwerk, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungStock-werk (computergeneriert)
WortzerlegungStock2Werk
Wortbildung ›Stockwerk‹ hat die Kurzform: ↗Stock2
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Gesamtheit aller in jeweils einer Ebene befindlichen Räume eines Gebäudes, Hauses, Geschoss
Beispiele:
das untere, obere Stockwerk
das Haus hat drei Stockwerke
ein Stockwerk aufsetzen
2.
Bergmannssprache Gesamtheit aller in jeweils einer Ebene aufgefahrenen Grubenbaue
Beispiel:
im Bergwerk liegen meist mehrere Stockwerke übereinander
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stock · Stockwerk · Grundstock · Stockente · Stockfisch · Stockzahn
Stock m. ‘Baumstumpf mit Wurzel, Knüttel, Stab, Geschoß eines Hauses, Grundlage’, ahd. (8. Jh.), mhd. stoc ‘Baumstumpf, Knüttel, Balken, Stange, Stab’, asächs. stokk, mnd. stok, mnl. stoc, nl. stok, aengl. stoc(c), engl. stock, anord. stokkr, schwed. stock (germ. *stukka-) sind verwandt mit ↗Stück und ↗verstauchen (s. d.) sowie außergerm. mit aind. tujáti, tuñjáti ‘bewegt sich heftig, treibt an, reizt auf, schleudert’, mir. tūag ‘Axt, Bogen’, tōcht ‘Teil, Stück’, lit. stū́gti ‘in die Höhe stehen’, stùguras ‘dürrer, verstrockneter Stengel, Strunk, Pfosten’. Alle Formen lassen sich auf ie. *(s)teug- zurückführen und damit letztlich auf eine (allerdings nur in Erweiterungen vorliegende) Wurzel ie. *(s)teu- ‘stoßen, schlagen’ (wozu auch ↗stoßen, s. d.). Als Ausgangsbedeutung ist ‘abgeschlagener Ast, Stamm’, auch ‘Stumpf’ anzunehmen. Die Bedeutung ‘in der Erde stehengebliebener Baumstumpf mit den Wurzeln, Klotz’ ist erhalten in (über) Stock und Stein ‘(durch) ungerodetes Land, ohne Weg’, mhd. stoc unde stein, ähnlich Stock und Block, Stock und Stumpf; ferner in ↗Bienenstock (s. d.), Opferstock ‘kirchlicher Kollektebehälter’ (15. Jh.), dafür mhd. stoc, eigentlich ‘ausgehöhlter, verschließbarer Holzklotz’. Sie wird vielfach in Bezeichnungen aus Holzklötzen hergestellter Geräte bewahrt (vgl. Amboßstock, Hackstock, Prägestock) und dient in übertragenem Sinne zur Bezeichnung einer Masse (vgl. Eiterstock, Gebirgsstock). Die Bedeutung ‘Balken, Stab’ (so noch in Spazier-, Takt-, Zeige-, Zollstock) entwickelt sich zu ‘hölzernes Ständerwerk eines Hauses’ (im Unterschied zum gemauerten Fundament), dann (spätmhd.) zu ‘Geschoß eines Gebäudes’ (vgl. Stockwerk n. um 1500). Bereits ahd. stoc steht für den ‘Hauptschoß einer Pflanze’, vgl. ahd. kōl-, reba-, wīnstoc, danach ‘in einen Topf gesetzte Blumenpflanze’ (16. Jh.), vgl. Blumenstock. Aus Vergleichen (z. B. mhd. lac er stille alsam ein stoc) entwickelt sich stock- zu einem verstärkenden Kompositionselement zunächst bei Adjektiven, vgl. stockstill ‘unbeweglich, schweigsam’, stockfinster, stockblind (16. Jh.), stockdumm, stockdunkel, stocksteif (17. Jh.), stocktaub (18. Jh.), stockreaktionär (19. Jh.), dann auch bei Personenbezeichnungen, die einen Menschen als befangen in den Ansichten, Anschauungen, Überzeugungen seines Landes, Stammes oder Standes charakterisieren sollen, z. B. Stockengländer, Stockpreuße, Stockaristokrat, Stockphilologe (19. Jh.). Grundstock m. ‘Grundlage, Beginn einer Anhäufung’, besonders ‘(Grund)vermögen, Fonds’ (18. Jh.), aus ↗Grund (s. d.) und Stock in der übertragenen Bedeutung ‘Masse, Menge’ (s. oben); vgl. engl. stock ‘Kapital’. Stockente f. ‘Wildente’ (17. Jh.), oft in Baumstümpfen oder -höhlen brütend. Stockfisch m. ‘getrockneter Kabeljau’, spätmhd. stocvisch, eigentlich ‘an einer Holzstange, einem Stangengerüst zum Trocknen aufgehängter Fisch’, als eingeführte Fastenspeise nach mnd. (hansisch) stokvisch. Stockzahn m. ‘Backenzahn’ (15. Jh.), zu Stock im Sinne von ‘(Baum)stumpf, Klotz’ (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Flur · ↗Geschoss · ↗Stock · Stockwerk  ●  ↗Etage  franz. · ↗Geschoß  österr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Balkon Erdgeschoß Fahrstuhl Fenster Gebäudes Hochhauses Quadratmetern Stockwerk Treppe Turms Wohnhauses Wolkenkratzers Zimmer drei dritten erstreckt fünf fünften neunten oberen residiert sechs sechsten sieben siebten unteren vier vierten zehnten zwölften

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stockwerk‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach den ursprünglichen Plänen sollten die Makler auch das komplette erste Stockwerk beziehen.
Süddeutsche Zeitung, 15.01.2003
Aus dem hellerleuchteten Fenster zum Hof, Stockwerke über mir, schrie das unbekannte Kind.
Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 40
Die Stockwerke fielen aufeinander, das Gebäude brach in sich zusammen.
Der Tagesspiegel, 12.09.2002
Vielleicht sollte man dabei nicht zu rasch von »zwei Stockwerken« sprechen.
Ratschow, C. H.: Religion. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 28298
Auch spreche nicht von der Straße aus mit einer Person in den oberen Stockwerken des Hauses, wie du auch nicht auf die Straße hinausrufen darfst.
o. A. [Tante Lisbeth]: Anstandsbüchlein für junge Mädchen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1908], S. 15848
Zitationshilfe
„Stockwerk“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stockwerk>, abgerufen am 28.05.2018.

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