Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Stoffwechsel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stoffwechsels · Nominativ Plural: Stoffwechsel
Aussprache 
Worttrennung Stoff-wech-sel
Wortzerlegung Stoff Wechsel
Wortbildung  mit ›Stoffwechsel‹ als Erstglied: Stoffwechselerkrankung · Stoffwechselprodukt · Stoffwechselstörung
 ·  mit ›Stoffwechsel‹ als Letztglied: Eisenstoffwechsel · Eiweißstoffwechsel · Fettstoffwechsel · Zwischenstoffwechsel
eWDG

Bedeutung

Gesamtheit der biochemischen Vorgänge, die der Aufnahme, Umsetzung und dem Abbau der Stoffe dienen, die für die Aufrechterhaltung der Funktionen des lebenden Organismus nötig sind
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stoff · Stoffwechsel · stofflich
Stoff m. ‘Materie in ihrer körperhaften, gegenständlichen Erscheinungsform, Material, aus dem etw. besteht, hergestellt wird’, besonders ‘Gewebe, Tuch’. Das seit der Mitte des 17. Jhs. geläufige Substantiv ist eine wohl durch gleichbed. nl. stof f., mnl. stoffe f. vermittelte Entlehnung (mit Genuswechsel) aus dem Femininum afrz. estofe, mfrz. frz. (bis ins 18. Jh.) estoffe ‘Material, Zubehör, Zeug, Gewebe’ (heute frz. étoffe). Dieses gehört als Ableitung zum Verb afrz. estofer, mfrz. frz. (älter) estoffer, frz. étoffer ‘gut ausstatten’ (s. ausstaffieren), das zunächst im Afrz. auch im Sinne von ‘ausstopfen, polstern’ bezeugt ist und wahrscheinlich auf das unter stopfen (s. d.) behandelte westgerm. Verb (in einer im nordwestlichen Frankenreich verbreiteten Form mit bereits von der hd. Lautverschiebung geprägtem Lautstand) zurückgeht. Mit der Bedeutung ‘thematische Grundlage, Gegenstand einer wissenschaftlichen oder künstlerischen Darstellung eines Gesprächs’ (Anfang 18. Jh.) folgt Stoff entsprechenden übertragenen Verwendungen von frz. étoffe, die sich an den älteren Gebrauch ‘für eine Arbeit notwendiges Material’ anschließen. Seit dem frühen 19. Jh. begegnet Stoff ferner in studentischen Kreisen als verhüllende Bezeichnung für ‘Getränk, Bier’, vielleicht nach (ebenfalls aus dem Frz. stammendem) engl. stuff, das schon früh die Bedeutung ‘Trunk, Essen’ entwickelt. Euphemismus ist auch Stoff ‘Rauschgift’ (um 1920). – Stoffwechsel m. ‘Gesamtheit der zur Erhaltung des lebenden Organismus nötigen biochemischen Umwandlungsprozesse’ (Mitte 19. Jh., anfangs auch Wechsel des Stoffes, 1843). stofflich Adj. ‘aus Stoff bestehend, gegenständlich, materiell, den Stoff, Inhalt betreffend’ (Ende 18. Jh.); vgl. vorausgehendes stoffen Adj. ‘aus Seidenstoff gefertigt’ (Frisch 1741).

Thesaurus

Biochemie, Biologie, Medizin
Synonymgruppe
(aufbauender) Stoffwechsel  ●  Metabolismus  fachspr., griechisch
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Fettstoffwechsel · Lipidstoffwechsel
  • Baustoffwechsel  ●  Anabolismus  fachspr., griechisch
  • Energiestoffwechsel  ●  Betriebsstoffwechsel  veraltet
  • (abbauender) Stoffwechsel · Abbaustoffwechsel  ●  Katabolismus  fachspr., griechisch
Assoziationen
  • Körperfunktionslehre  ●  Physiologie  fachspr., griechisch
  • Thermogenese · Wärmebildung
  • wechselwarm  ●  kaltblütig  veraltet · poikilotherm  fachspr.
  • Grundumsatz · basale Stoffwechselrate
  • Citratzyklus · Citronensäurezyklus · Krebs-Zyklus · Szent-Györgyi-Krebs-Zyklus · Tricarbonsäurezyklus · Zitratzyklus
  • Harnstoffzyklus · Krebs-Henseleit-Zyklus · Ornithin-Zyklus
Biochemie, Biologie, Medizin
Synonymgruppe
(abbauender) Stoffwechsel · Abbaustoffwechsel  ●  Katabolismus  fachspr., griechisch
Oberbegriffe
  • Körperfunktionslehre  ●  Physiologie  fachspr., griechisch
  • (aufbauender) Stoffwechsel  ●  Metabolismus  fachspr., griechisch

Typische Verbindungen zu ›Stoffwechsel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stoffwechsel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Stoffwechsel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man lese die einleitenden Ausführungen über den Stoffwechsel bei rheumatischen Leiden! [Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 993]
Allerdings ist durch den Stoffwechsel allein das Leben noch keineswegs vollständig charakterisiert. [Nultsch, Wilhelm: Allgemeine Botanik, Stuttgart: Thieme 1986 [1964], S. 27]
Ihren Stoffwechsel stellen sie dann so weit ein, dass man meinen könnte, sie wären tot. [Die Zeit, 10.07.2012, Nr. 03]
Und das ist, wenn man sich nicht bewegt, für den Stoffwechsel schädlich. [Die Zeit, 09.08.1974, Nr. 33]
Sie haben, anders gesagt, einen in grundsätzlichen Funktionen völlig anders organisierten Stoffwechsel. [Die Zeit, 01.12.1961, Nr. 49]
Zitationshilfe
„Stoffwechsel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stoffwechsel>.

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