Stola, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Stola · Nominativ Plural: Stolen
Aussprache
WorttrennungSto-la (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Stola‹ als Letztglied: ↗Nerzstola · ↗Pelzstola · ↗Spitzenstola · ↗Tüllstola
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
breiter Schal für Frauen, der lose umgehängt wird
2.
Religion schalartiges Kleidungsstück, das Priester und Diakone bei liturgischen Handlungen tragen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stola f. ‘über Hals und Schultern hängender, schärpenartiger Streifen als Teil des Meßgewandes katholischer Priester’, heute auch ‘(von Frauen) um die Schultern getragener langer, breiter Schal’, ahd. stōla (um 800), mhd. stōl(e), nhd. Stol(e) ‘Priesterbinde’, entlehnt aus lat. stola ‘langes Kleid für Frauen (an Ärmeln, Halsausschnitt und Saum mit Borten verziert)’, griech. stolḗ (στολή) ‘Ausrüstung, Kleid, Gewand’, in der Kirchensprache ‘Priesterornat’, zu griech. stéllein (στέλλειν) ‘in Ordnung bringen, fertigstellen, mit Waffen, Kleidern ausrüsten’. Lat. stola (s. oben) wird Bezeichnung für das talarartige Priestergewand mit von den Schultern bis zu den Füßen reichenden verzierten Borten, von dem, nach zunehmender Ausgestaltung des priesterlichen Untergewands, der Albe, nur noch die kostbaren Bortenstreifen als Teil der liturgischen Kleidung erhalten bleiben (8. Jh.). Im älteren Nhd. herrscht die Form Stole, erst im 19. Jh. beginnt durch neuerliche Anlehnung an das Lat. Stola zu dominieren.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Albe Gewand Hals Hut Jacke Kleid Kreuz Mitra Priester Rock Schulter Talar bestickt gehäkelt passend rot schwarz tragen umlegen violett weiß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stola‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er trägt am Ende die Stola gleich zweimal um den Hals geschlungen.
Süddeutsche Zeitung, 16.05.2000
Eine Stola aus so vielen Fellen wird etwa 10000 Dollar kosten.
Die Zeit, 17.06.1954, Nr. 24
Der uralte Priester trug einen weißen Bart und eine kostbar bestickte, weiße Stola.
Seghers, Anna: Transit, Gütersloh: Bertelsmann 1995 [1943], S. 87
Die vom antiken Halstuch abstammende Stola verliert im Barock etwas an Länge und erweitert sich dafür fächerartig zum Ende hin.
o. A.: Lexikon der Kunst - P. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1993], S. 18236
Von diesem übernimmt die Kirche die T. als einen von der Benediktion deutlich gesonderten Akt, der ohne Stola vor der Kirche vorgenommen wird.
Barion, H.: Trauung. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 27392
Zitationshilfe
„Stola“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stola>, abgerufen am 23.05.2019.

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