Stollen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stollens · Nominativ Plural: Stollen
WorttrennungStol-len (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Stollen‹ als Letztglied: ↗Christstollen · ↗Rosinenstollen · ↗Weihnachtsstollen
eWDG, 1976

Bedeutung

(besonders) süddeutsch, (besonders) österreichisch, (besonders) schweizerisch zu Weihnachten gebackener länglich-ovaler Hefekuchen von fester Beschaffenheit und mit vielen Zutaten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stollen · Stolle
Stollen m. ‘in einen Berg getriebener waagerechter Gang, brotförmiges Weihnachtsgebäck’, in älterer Sprache ‘Stütze, Pfosten, Säule’, ahd. stollo ‘Stütze, Pfosten’ (9. Jh.), mhd. stolle ‘Stütze, Gestell, Pfosten, Fuß, hervorragender Teil, Spitze’, (in der Bergmannssprache) ‘waagerechter Gang’, nhd. (mit Endungs-n aus den obliquen Kasus) Stollen, asächs. stollo ‘Gestell’, mnd. stolle ‘waagerechter Erzgang’ ist verwandt mit griech. stḗlē (στήλη) ‘Säule, Strebepfosten’ und steht ablautend mit (zu -ll- assimiliertem) n-Suffix wie ↗Stall (s. d.) zur Wurzel ie. *stel- ‘stellen, aufstellen; stehend, unbeweglich, steif; Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel’. Ausgehend von ‘tragender, stützender Pfosten’ (zur Absteifung der Grubendecke), entwickelt sich ‘vorgetriebener unterirdischer Gang’ (13. Jh., in der Bergmannssprache); aus dem Vergleich mit einem Pfosten, Klotz stammt die Verwendung des Wortes für ‘großer, brotförmiger Kuchen, Weihnachtsgebäck’ (18. Jh.), zuerst (wohl unter Einfluß von fem. Semmel) Stolle f. (14. Jh., omd.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Stollen · Stolln
Unterbegriffe
  • Wasserlosungsstollen · Wasserlösungsstollen
  • Freispiegelstollen · Spiegelstollen
  • Pilotstollen · Richtstollen
  • Fensterstollen · Zugangsstollen
Assoziationen
  • Berg- und Hüttenwesen · ↗Bergbau  ●  Montanwesen  lat.
Synonymgruppe
Bergwerk · ↗Grube · ↗Mine · Stollen · ↗Zeche  ●  ↗Pütt  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bergleute Bergwerk Einsturz Fußballschuh Salzbergwerk Schacht Sohle Standseilbahn anschneiden aufschlitzen backen bohren eingestürzt einlagern einstürzen fluten gebacken genehmigt getrieben graben kilometerlang stillgelegt unterirdisch verfüllen verlaufend verschütten verschüttet vorgetrieben vortreiben zuschütten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stollen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In den Stollen hätten sie wohl nur ein totes Kind geborgen.
Der Tagesspiegel, 20.05.2001
Und der Stollen ist innerhalb eines Tages garantiert beim Empfänger.
Süddeutsche Zeitung, 25.11.2000
Das einzige Problem war, Sie in den Stollen zu locken.
Burger, Hermann: Die künstliche Mutter, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1986 [1982], S. 183
Ich glaube, sie steht heut noch drüben, rund hundert Meter links vom Stollen im Wald.
Walter, Otto F.: Der Stumme, München: Kösel 1959, S. 232
Diesmal würden sie mich nicht in den eigenen Stollen zurückschicken.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 145
Zitationshilfe
„Stollen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stollen#1>, abgerufen am 11.12.2018.

Weitere Informationen …

Stollen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stollens · Nominativ Plural: Stollen
Aussprache
WorttrennungStol-len (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Stollen‹ als Erstglied: ↗Stollenbau · ↗Stolleneinbruch · ↗Stollenmundloch · ↗Stollenschrank
 ·  mit ›Stollen‹ als Letztglied: ↗Bruchstollen · ↗Eisstollen · ↗Felsenstollen · ↗Felsstollen · ↗Förderstollen · ↗Lederstollen · ↗Revierstollen · ↗Schraubstollen · ↗Schürfstollen
eWDG, 1976

Bedeutungen

I.
Bergmannssprache am Berghang meist leicht ansteigender, ins Gebirge getriebener, tunnelartiger Gang
II.
Zapfen am Hufeisen der Pferde oder an den Schuhen der Fußballspieler, der ein Ausgleiten verhindern soll
III.
Literaturwissenschaft eine der beiden gleichgebauten Strophen im Lied des Meistergesanges
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stollen · Stolle
Stollen m. ‘in einen Berg getriebener waagerechter Gang, brotförmiges Weihnachtsgebäck’, in älterer Sprache ‘Stütze, Pfosten, Säule’, ahd. stollo ‘Stütze, Pfosten’ (9. Jh.), mhd. stolle ‘Stütze, Gestell, Pfosten, Fuß, hervorragender Teil, Spitze’, (in der Bergmannssprache) ‘waagerechter Gang’, nhd. (mit Endungs-n aus den obliquen Kasus) Stollen, asächs. stollo ‘Gestell’, mnd. stolle ‘waagerechter Erzgang’ ist verwandt mit griech. stḗlē (στήλη) ‘Säule, Strebepfosten’ und steht ablautend mit (zu -ll- assimiliertem) n-Suffix wie ↗Stall (s. d.) zur Wurzel ie. *stel- ‘stellen, aufstellen; stehend, unbeweglich, steif; Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel’. Ausgehend von ‘tragender, stützender Pfosten’ (zur Absteifung der Grubendecke), entwickelt sich ‘vorgetriebener unterirdischer Gang’ (13. Jh., in der Bergmannssprache); aus dem Vergleich mit einem Pfosten, Klotz stammt die Verwendung des Wortes für ‘großer, brotförmiger Kuchen, Weihnachtsgebäck’ (18. Jh.), zuerst (wohl unter Einfluß von fem. Semmel) Stolle f. (14. Jh., omd.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Stollen · Stolln
Unterbegriffe
  • Wasserlosungsstollen · Wasserlösungsstollen
  • Freispiegelstollen · Spiegelstollen
  • Pilotstollen · Richtstollen
  • Fensterstollen · Zugangsstollen
Assoziationen
  • Berg- und Hüttenwesen · ↗Bergbau  ●  Montanwesen  lat.
Synonymgruppe
Bergwerk · ↗Grube · ↗Mine · Stollen · ↗Zeche  ●  ↗Pütt  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bergleute Bergwerk Einsturz Fußballschuh Salzbergwerk Schacht Sohle Standseilbahn anschneiden aufschlitzen backen bohren eingestürzt einlagern einstürzen fluten gebacken genehmigt getrieben graben kilometerlang stillgelegt unterirdisch verfüllen verlaufend verschütten verschüttet vorgetrieben vortreiben zuschütten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stollen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In den Stollen hätten sie wohl nur ein totes Kind geborgen.
Der Tagesspiegel, 20.05.2001
Und der Stollen ist innerhalb eines Tages garantiert beim Empfänger.
Süddeutsche Zeitung, 25.11.2000
Das einzige Problem war, Sie in den Stollen zu locken.
Burger, Hermann: Die künstliche Mutter, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1986 [1982], S. 183
Ich glaube, sie steht heut noch drüben, rund hundert Meter links vom Stollen im Wald.
Walter, Otto F.: Der Stumme, München: Kösel 1959, S. 232
Diesmal würden sie mich nicht in den eigenen Stollen zurückschicken.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 145
Zitationshilfe
„Stollen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stollen#2>, abgerufen am 11.12.2018.

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