Storch, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Storch(e)s · Nominativ Plural: Störche
Aussprache
Wortbildung mit ›Storch‹ als Erstglied: ↗Storchbein · ↗Storchennest · ↗Storchenpaar · ↗Storchenschnabel · ↗Storchenturm · ↗Storchschnabel · ↗Störchin · ↗storchbeinig · ↗storchenbeinig
 ·  mit ›Storch‹ als Letztglied: ↗Weißstorch
eWDG, 1976

Bedeutung

großer, kräftiger Stelzvogel mit weißem und braunschwarzem Gefieder, langem, rotem Schnabel und langen, roten Beinen, der auf dem europäischen Festland in feuchten, wiesenreichen und wasserreichen Niederungen lebt, auf Bäumen und Gebäuden nistet, sich von Kriechtieren, Fischen und Insekten nährt und im Herbst nach Afrika und Indien zieht
Beispiele:
ein weißer, schwarzer Storch
der Storch steht regungslos auf einem Bein
der Storch klappert mit dem Schnabel
die Störche ziehen im Herbst nach dem Süden
er hat Beine wie ein Storch (= er hat lange Beine)
umgangssprachlich, scherzhaft dastehen wie der Storch im Salat (= steif, unbeholfen dastehen)
umgangssprachlich, scherzhaft Der stolziert ja hier wie ein Storch im Salat (= geht steifbeinig) [FalladaBauern459]
übertragen
Beispiel:
salopp da brat mir einer nen Storch! (= Ausruf, der Verwunderung, Entrüstung ausdrückt)
Kindersprache Vogel, der angeblich die Babys bringt
Beispiele:
umgangssprachlich, scherzhaft bei der Tante war der Storch (= die Tante hat ein Kind bekommen)
umgangssprachlich, scherzhaft, verhüllend der Storch hat die Mutter ins Bein gebissen (= die Mutter ist schwanger)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Storch · Storchschnabel
Storch m. Der Name des Stelzvogels ahd. stor(a)h (10. Jh.), mhd. storch(e), (md.) stork(e), mnd. stork(e), mnl. storke, storc, sturc, aengl. storc, anord. storkr, nl. engl. schwed. stork führt auf germ. *sturka-. Dieses kann zu ie. *stṛg- gestellt werden, einer Ablautform von ie. *(s)terg- (s. ↗stark, ↗stracks), Gutturalerweiterung der unter ↗starren (s. d.) angeführten Wurzel ie. *(s)ter(ə)- ‘starr, steif sein; steif gehen, stolpern, fallen, stolzieren’. Vielleicht gehört hierher auch griech. tórgos (τόρχος) ‘Geier’. Der Storch ist nach seinem steifen, stelzenden Gang benannt, vgl. wie ein Storch im Salat gehen (2. Hälfte 19. Jh.). Storchschnabel m. im Vergleich mit dem Schnabel eines Storches Bezeichnung der ↗Geranie (s. d.) nach ihren schnabelförmig verlängerten Fruchtgrannen, ahd. stor(a)hessnabul (11. Jh.), mhd. storchsnabel, und eines Gerätes mit spitzwinklig gekreuzten Schienen zum Vergrößern oder Verkleinern von Zeichnungen, ‘Pantograph’ (18. Jh.).

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Meister Adebar (lit.) · Storch  ●  ↗Adebar  ugs. · Ciconia ciconia  fachspr. · ↗Klapperstorch  ugs. · ↗Weißstorch  fachspr.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Biber Fischreiher Flamingo Frosch Graugans Kinderbringer Klimaforscher Kormoran Kranich Kuckuck Nachtigall Nest Pelikan Raubvogel Reiher Salat Schwalbe Seeadler Störchin Uhu Vetschauer Winterquartier beringen brüten brütend klappern nisten staksen stolzieren überwintern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Storch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch dieses Jahr kommen einige der insgesamt 9000 Störche bereits im März.
Bild, 16.03.2006
Aus dem großen Nest taucht der bestürzte Kopf des Storches auf.
Die Zeit, 03.12.1953, Nr. 49
Und der Storch hörte mit dem Nicken überhaupt nicht mehr auf.
Langhoff, Wolfgang: Die Moorsoldaten, Stuttgart: Verl. Neuer Weg 1978 [1935], S. 180
Im Museum stehe ein ausgestopfter Storch mit einem Pfeil im Hals.
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 115
Auch junge Störche wählen ohne jegliche Anleitung den jeweils »richtigen« Weg.
Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 214
Zitationshilfe
„Storch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Storch>, abgerufen am 19.10.2019.

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