Storchschnabel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Storchschnabels · Nominativ Plural: Storchschnäbel
Nebenform Storchenschnabel · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Storchenschnabels · Nominativ Plural: Storchenschnäbel
Aussprache
WorttrennungStorch-schna-bel · Stor-chen-schna-bel
WortzerlegungStorchSchnabel
eWDG, 1976 und DWDS, 2018

Bedeutungen

1.
Schnabel des Storches Quelle: WDG, 1976
Beispiele:
Der Weißstorch, im Westen Deutschlands lange fast ganz verschwunden, ist dort seit einigen Jahren wieder ein vertrauter Anblick, ja manche Vogelschützer fürchten angesichts der Storcheninvasion schon um seltene Bodenbrüter, deren Gelege und Küken in gefräßigen Storchenschnäbeln verschwinden. [Die Welt, 02.08.2014]
vergleichend […] er pickt sich Essen vom rotierenden Drehtisch, geräucherten Tofu, die Stäbchen wie ein klappernder Storchenschnabel. [Der Spiegel, 14.07.2008, Nr. 29]
Die Frösche und Kröten an den Teichen rund um das Basislager der Störche […] gehen jetzt in Deckung, wenn sie nicht als willkommene Speise […] im roten Storchenschnabel enden wollen. [Die Welt, 11.08.2004]
Und in jedem [Nest] klappern Storchenschnäbel bei der Ankunft des Partners. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.07.1999]
2.
lilablühende oder rotblühende krautige Pflanze mit gefingerten oder handförmig geteilten Blättern und schnabelförmiger Frucht Quelle: WDG, 1976
Beispiele:
Das zarte Ruprechtskraut, Geranium robertianum, ist ein heimischer Storchschnabel und ein Wunderwerk der Natur. [Welt am Sonntag, 31.07.2016, Nr. 31]
Vom Wort her sind die Geranien allesamt »Kranich«-Gewächse, wenn auch die wissenschaftlich so benannte Gattung Geranium ihrer langschnäbligen Früchte wegen im Deutschen »Storchschnabel« (oder »Storchenschnabel«) heisst […]. [Neue Zürcher Zeitung, 24.04.2014]
Mähen Sie beim Rasen nicht die gesamte Fläche, sondern lassen Sie kleine unbeschnittene Inseln stehen. Auf denen siedeln sich gern Wildkräuter wie Wucherblume, Storchschnabel oder Hahnenfuß an. [Bild, 02.07.2003]
Das Ufer verschönen die gelben Blätter der Teichrose und die weißen der Seerose, etwas abseits der Wasserlinie leuchtet der bis zu 60 Zentimeter hohe Storchenschnabel in zartem Violett. [Welt am Sonntag, 04.06.2000]
3.
Gerät zum mechanischen, maßstabgerechten Vergrößern oder Verkleinern von Zeichnungen, Pantograf (Lesart 1) Quelle: WDG, 1976
Beispiele:
[…] Christoph Scheiner […] der 1603 den Pantographen, den Storchschnabel, erfand. [Die Zeit, 23.11.2006, Nr. 48]
Mit dem sogenannten »Storchenschnabel« konnte man die Schattenrisse minutiös verkleinern. [Süddeutsche Zeitung, 01.02.2001]
Alle Maße des Modells wurden mittels Storchschnabel auf Tonmasse übertragen und danach modelliert. [o. A.: Lexikon der Kunst – P. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1993], S. 25678]
Jedes Katalogblatt enthält eine etwa mittels Storchschnabels hergestellte verkleinerte Darstellung des Gegenstandes mit den Hauptmaßen, der zugehörigen Zeichnungsnummer und sonst erwünschten Angaben. [Polytechnische Schau. In: Dinglers Polytechnisches Journal (Hg. E. Jahnke), Jg. 1916/331, S. 122-130]

Den originalen WDG-Artikel können Sie hier anschauen.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Storch · Storchschnabel
Storch m. Der Name des Stelzvogels ahd. stor(a)h (10. Jh.), mhd. storch(e), (md.) stork(e), mnd. stork(e), mnl. storke, storc, sturc, aengl. storc, anord. storkr, nl. engl. schwed. stork führt auf germ. *sturka-. Dieses kann zu ie. *stṛg- gestellt werden, einer Ablautform von ie. *(s)terg- (s. ↗stark, ↗stracks), Gutturalerweiterung der unter ↗starren (s. d.) angeführten Wurzel ie. *(s)ter(ə)- ‘starr, steif sein; steif gehen, stolpern, fallen, stolzieren’. Vielleicht gehört hierher auch griech. tórgos (τόρχος) ‘Geier’. Der Storch ist nach seinem steifen, stelzenden Gang benannt, vgl. wie ein Storch im Salat gehen (2. Hälfte 19. Jh.). Storchschnabel m. im Vergleich mit dem Schnabel eines Storches Bezeichnung der ↗Geranie (s. d.) nach ihren schnabelförmig verlängerten Fruchtgrannen, ahd. stor(a)hessnabul (11. Jh.), mhd. storchsnabel, und eines Gerätes mit spitzwinklig gekreuzten Schienen zum Vergrößern oder Verkleinern von Zeichnungen, ‘Pantograph’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Allesschreiber · ↗Pantograf · ↗Pantograph · Storchenschnabel · Storchschnabel
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

blutrot

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Storchschnabel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dort ist sie ein idealer Partner für Funkien, Storchschnabel oder höhere Farne.
Der Tagesspiegel, 08.02.2003
Arten wie Frauenmantel und Storchschnabel fanden so ihren Weg in schwedische Gärten und Parks.
Süddeutsche Zeitung, 03.08.1995
Auf denen siedeln sich gern Wildkräuter wie Wucherblume, Storchschnabel oder Hahnenfuß an.
Bild, 02.07.2003
Doch wie es weitergeht, wie die genetischen Ressourcen etwa von Dahlien, Storchschnabel oder Rittersporn geschützt werden sollen, ist noch unklar.
Die Zeit, 03.08.2009, Nr. 31
Mit etwas Glück entdeckt man auch das Purpurrote Knabenkraut, den Blutroten Storchschnabel und das Wiesenleinblatt, auch Vermeinkraut genannt, letzteres besonders auf Bergwiesen.
Gerlach, Harry: Schmalkalden und Umgebung, Berlin-Leipzig: VEB Tourist-Verlag 1978, S. 12
Zitationshilfe
„Storchschnabel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Storchschnabel>, abgerufen am 17.09.2019.

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