Streich, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Streich(e)s · Nominativ Plural: Streiche
Aussprache
Wortbildung mit ›Streich‹ als Letztglied: ↗Backenstreich · ↗Gaunerstreich · ↗Handstreich · ↗Husarenstreich · ↗Jugendstreich · ↗Jungenstreich · ↗Klingelstreich · ↗Lausbubenstreich · ↗Narrenstreich · ↗Rutenstreich · ↗Schalksstreich · ↗Schelmenstreich · ↗Schildbürgerstreich · ↗Schuljungenstreich · ↗Schwabenstreich · ↗Schwertstreich · ↗Staatsstreich · ↗Todesstreich · ↗Zapfenstreich
 ·  formal verwandt mit: ↗spornstreichs
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
aus Übermut, Mutwillen begangene Handlung, durch die jmd. geneckt, hereingelegt wird, Possen, Schabernack
Beispiele:
ein lustiger, übermütiger, mutwilliger, böser Streich
lose, freche, tolle Streiche machen, vollführen, verüben
er ist bei jedem Streich dabei, ist stets zu Streichen aufgelegt
einen Streich ausdenken
umgangssprachlich, abwertend einen Streich aushecken
jmdm. einen Streich spielen
Dieses war der erste Streich, / Doch der zweite folgt sogleich [BuschMax u. Moritz15]
bildlich
Beispiele:
sein Gedächtnis hat ihm einen (üblen) Streich gespielt (= hat ihn getäuscht, ihn im Stich gelassen)
Ich war verzweifelt ... über den Streich, den meine unzulängliche Gesundheit mir spielte [Th. MannZauberb.2,350]
unüberlegte, törichte Handlung, Dummheit
Beispiele:
ein leichtsinniger, dummer, törichter Streich
umgangssprachlich was hast du da für einen Streich gemacht!
spöttisch du machst mir ja schöne Streiche!
2.
gehoben, veraltend Hieb, Schlag
Beispiele:
jmdm. einen leichten, schmerzhaften Streich geben, versetzen
den tödlichen Streich erwarten
er fällte das Bäumchen mit einem Streich
zu einem Streich ausholen
sprichwörtlich von einem, vom ersten Streich fällt keine Eiche
»... ich habe sieben auf einen Streich getroffen ...« [GrimmTapferes Schneiderlein1,82]
übertragen Schicksalsschlag
Beispiel:
Jetzt fällt der erste schwere Streich auf ihn [DöblinAlexanderpl.167]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Streich · Backenstreich
Streich m. ‘Hieb, Schlag’, übertragen ‘überraschende, kühne Tat’ (s. auch ↗Handstreich , ↗Staatsstreich), mhd. strīch ‘Streich, Schlag’ ist wie ablautendes mengl. strōk, engl. stroke Verbalabstraktum zu dem unter ↗streichen (s. d.) behandelten stark flektierenden Verb. Redensartlich auf einen Streich ‘mit einem Hieb, auf einmal’ (16. Jh.), jmdm. einen Streich (‘Schabernack’) spielen (18. Jh.). Backenstreich m. ‘Ohrfeige’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Coup · Streich · ↗Ulk · gelungener Streich
Unterbegriffe
  • Aufstand aus den eigenen Reihen · Überraschungscoup in der Führungsebene  ●  ↗Palastrevolution  fig.
Synonymgruppe
Finte · ↗Hinterlist · ↗List · Streich · ↗Trick · ↗Tücke  ●  ↗Kniff  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Eskapade · ↗Kapriole · ↗Schelmenstreich · Streich · närrischer Einfall  ●  ↗Mätzchen  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(leichter) Schlag mir der flachen Hand · ↗Klaps · Streich  ●  ↗Patsch  ugs. · Patscher  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Backe Fliege Fußboden Lausbub Steuervergünstigung Tapezieren ausdenken aushecken ausholen bös böse derb dumm fies gelungen genial glücken harmlos kindisch kühn leichtsinnig los lustig siebt spielen tolldreist tollkühn töricht übel übermütig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Streich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zu viele Probleme gilt es quasi auf einen Streich zu lösen.
Der Tagesspiegel, 06.10.2003
Till kam die Idee, seinem Herrn einen tollen Streich zu spielen.
Röhrich, Lutz: Hund. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 28937
Das Kind erzählt von einem üblen Streich in der Pause.
Ichenhäuser, Ernst Z.: Erziehung zum guten Benehmen, Berlin: Volk u. Wissen 1983, S. 65
Nicht zuletzt spielt auch die Technik den Verwaltungen oft einen Streich.
Die Zeit, 24.03.1949, Nr. 12
Ich brannte darauf, diesem Mann den bewußten Streich zu spielen.
Luckner, Felix von: Seeteufel, Herford: Kohler 1966 [1921], S. 244
Zitationshilfe
„Streich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Streich>, abgerufen am 21.10.2019.

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