Streicher, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Streichers · Nominativ Plural: Streicher
Aussprache
WorttrennungStrei-cher (computergeneriert)
Wortzerlegungstreichen-er
Wortbildung mit ›Streicher‹ als Erstglied: ↗Streicherchor  ·  mit ›Streicher‹ als Letztglied: ↗Landstreicher · ↗Stadtstreicher · ↗Ziegelstreicher
eWDG, 1976

Bedeutung

Spieler eines Streichinstrumentes
Beispiele:
das Orchester bestand nur aus Streichern und Holzbläsern
ein Konzert für drei Streicher und Schlagzeug
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

streichen · Streicher · Streichholz · abstreichen · Abstrich · anstreichen · Anstreicher · Anstrich · verstreichen
streichen Vb. ‘sich fortbewegen, gehen, (mit der Hand) etw. streifend berühren, über etw. hinstreifen, (be)schmieren, durch streichende Bewegung entfernen, einen Strich ziehen’, ahd. strīhhan (8. Jh.), mhd. strīchen ‘Striche machen, streichend bewegen, glätten, bestreichen, schärfen, streichend berühren, schlagen, sich rasch bewegen, herumstreifen’, mnd. mnl. strīken, nl. strijken, afries. strīka, aengl. strīcan, engl. to strike (germ. *strīkan), daneben anord. strӯkja, strӯkva (germ. *streukan) sowie (ablautend) schwach flektierendes ahd. streihhōn ‘streicheln’ (um 1000), mhd. streichen (s. ↗streicheln) führen mit dem zugehörigen, unter ↗Strich (s. d.) behandelten Abstraktum und lat. (mit n-Infix) stringere ‘schnüren, zusammenbinden, (ab)streifen’, striga ‘Strich, Schwaden, Zeltreihe, Längsfurche’, strigilis ‘Schabeisen’, aslaw. strišti, russ. strič’ (стричь) ‘scheren’ auf ie. *streig-, eine durch Guttural erweiterte Form der Wurzel ie. *ster- ‘Streifen, Strich, Strähne, Strahl’, in Erweiterungen auch ‘über etw. hinwegstreifen, -streichen’, wohl eine semantische Variante der unter ↗streuen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *ster(ə)- ‘ausbreiten, (aus)streuen’. Streicher m. ‘Landstreicher, Vagabund’ (16. Jh.; s. ↗Landstreicher), ‘Maler’ (17. Jh.; s. unten Anstreicher), ‘Spieler eines Streichinstruments’ (1. Hälfte 20. Jh.), mhd. strīcher als Bezeichnung für unterschiedliche Handwerker. Streichholz n. ‘Zündholz’ (19. Jh.), älter Bezeichnung für unterschiedliche Geräte, z. B. zum Abstreichen gefüllter Gefäße (15. Jh.). abstreichen Vb. ‘durch streichende Bewegung entfernen, sich entfernen, herumstreifen, beschmieren, streichend berühren, durch einen Strich tilgen’, mhd. abestrīchen ‘beseitigen, abwischen, forteilen’; Abstrich m. ‘Abzug’ (17. Jh.), ‘abwärtsgehender Schriftstrich’ (19. Jh.), in der Medizin ‘Entnahme von Haut, Schleimhaut’ zu Untersuchungen (19. Jh.), mhd. abestrich ‘Tilgung’. anstreichen Vb. ‘mit Farbe bedecken, mit einem Strich versehen, bezeichnen’, mhd. anestrīchen ‘bedecken, beschmieren (mit Salbe), sich putzen’; Anstreicher m. ‘Maler, Tüncher’ (18. Jh.), bei Kepler für Tangente im Sinne von ‘Berührer, berührende Linie’ (17. Jh.); Anstrich m. ‘aufgemalte Farbe, Tünche, Salbe’ (16. Jh.), mhd. anstrich ‘auf den Geigenbogen gestrichenes Harz, Kolophonium’. verstreichen Vb. ‘verschmieren, breitstreichen, durch Streichen aufbrauchen, vergehen (von der Zeit)’, ahd. firstrīhhan ‘tilgen’ (8. Jh.), mhd. verstrīchen ‘ver-, überstreichen, verschmieren, ausstreichen, sich bewegen, sich schnell oder heimlich davonmachen, vergehen’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akkordeon Blech Blechbläsern Bläsern Celesta Cembalo Fagott Flageoletts Flöte Gauleiter Harfe Holzbläsern Intonation Keyboards Klangflächen Klarinette Klavier Pauken Philharmoniker Posaunen Schlagwerk Schlagzeug Tongebung Tremolo Unisono Vibrato geteilten philharmonischen solistischen sordinierten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Streicher‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese Streicher tragen mich einfach davon, das ist himmlisch schön.
Die Welt, 26.08.2005
Im dritten Satz (Ein Tanz) umgeht sie sogar die Streicher.
Die Zeit, 02.09.2002, Nr. 35
Herr Streicher ist in seinem Bett liegengeblieben und war in dieser Nacht nicht weg.
o. A.: Einhundertsechzehnter Tag. Montag, 29. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 19249
Es ist immerhin wesentlich zu wissen, daß nicht Streicher, sondern Fink der Autor dieses Büchleins ist.
o. A.: Einunddreißigster Tag. Donnerstag, 10. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 8269
Leise setzten die Streicher ein, darüber ein perlendes, noch zögerndes Piano.
Hettche, Thomas: Der Fall Arbogast, Köln: DuMont Buchverlag, 2001, S. 229
Zitationshilfe
„Streicher“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Streicher>, abgerufen am 20.04.2018.

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