Streichholz, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Streichholzes · Nominativ Plural: Streichhölzer
Aussprache
WorttrennungStreich-holz
WortzerlegungstreichenHolz
Wortbildung mit ›Streichholz‹ als Erstglied: ↗Streichholzheftchen · ↗Streichholzschachtel
DWDS-Vollartikel, 2016

Bedeutung

Stäbchen aus Holz oder Pappe mit leicht entzündbarer Masse an einem Ende, das sich durch Reiben an einer rauen Fläche, meist einer an der Packung befindlichen speziellen Reibfläche entzünden lässt
Synonym zu Zündholz
Beispiele:
Energisch streicht die junge, zierliche Frau das Streichholz über die Reibefläche, zündet sich die Zigarette an, nimmt einen tiefen Zug. [Bild am Sonntag, 15.06.1997]
Im ersten Stock war ein dunkles Zimmer, er nahm ein Streichholz, zündete eine Kerze an[…]. [Knef, Hildegard: Der geschenkte Gaul, Berlin: Ullstein 1999, S. 104. Zitiert nach: Knef, Hildegard: Der geschenkte Gaul, Wien: Molden 1970.]
Die Preise für Kreugers [des Monopolinhabers] Zündwaren stiegen an. Millionen Verbraucher zahlten fortan [ab 1930] überhöhte Preise für ihre Streichhölzer, die zu dieser Zeit einer der meistgenutzten Alltagsgegenstände waren – unverzichtbar in jedem Haushalt. [Spiegel, 09.08.2013 (online)]
vergleichend Wie Streichhölzer knickten Strommasten reihenweise um, als vor zwei Wochen der erste Schneesturm über den Westen der Republik hinwegfegte. [Bild, 12.12.2005]
Er zündet ein Streichholz an und hält es in das ausströmende Gas. Mit einer Stichflamme[…] nimmt der Herd bullernd den Betrieb auf. [Spiegel, 07.01.2005 (online)]
Als ich zurückgekommen bin, sagt sie, war das einzige, was ich in meinem Haus noch fand, eine Kerze und eine Schachtel Streichhölzer. [Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 302]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein aufflammendes, brennendes, glimmendes, abgebranntes Streichholz
als Akkusativobjekt: ein Streichholz anzünden, entzünden, anreißen, wegwerfen
in Präpositionalgruppe/-objekt: mit Streichhölzern hantieren, spielen, zündeln; eine Schachtel mit Streichhölzern; etw. [z. B. ein Gebäude] aus Streichhölzern nachbauen
in Koordination: Kerzen, Zigaretten und Streichhölzer
als Aktivsubjekt: ein Streichholz flammt auf, brennt
als Genitivattribut: der Schein, das Licht eines Streichholzes
in vergleichender Wort-/Nominalgruppe: umknicken wie Streichhölzer
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

streichen · Streicher · Streichholz · abstreichen · Abstrich · anstreichen · Anstreicher · Anstrich · verstreichen
streichen Vb. ‘sich fortbewegen, gehen, (mit der Hand) etw. streifend berühren, über etw. hinstreifen, (be)schmieren, durch streichende Bewegung entfernen, einen Strich ziehen’, ahd. strīhhan (8. Jh.), mhd. strīchen ‘Striche machen, streichend bewegen, glätten, bestreichen, schärfen, streichend berühren, schlagen, sich rasch bewegen, herumstreifen’, mnd. mnl. strīken, nl. strijken, afries. strīka, aengl. strīcan, engl. to strike (germ. *strīkan), daneben anord. strӯkja, strӯkva (germ. *streukan) sowie (ablautend) schwach flektierendes ahd. streihhōn ‘streicheln’ (um 1000), mhd. streichen (s. ↗streicheln) führen mit dem zugehörigen, unter ↗Strich (s. d.) behandelten Abstraktum und lat. (mit n-Infix) stringere ‘schnüren, zusammenbinden, (ab)streifen’, striga ‘Strich, Schwaden, Zeltreihe, Längsfurche’, strigilis ‘Schabeisen’, aslaw. strišti, russ. strič’ (стричь) ‘scheren’ auf ie. *streig-, eine durch Guttural erweiterte Form der Wurzel ie. *ster- ‘Streifen, Strich, Strähne, Strahl’, in Erweiterungen auch ‘über etw. hinwegstreifen, -streichen’, wohl eine semantische Variante der unter ↗streuen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *ster(ə)- ‘ausbreiten, (aus)streuen’. Streicher m. ‘Landstreicher, Vagabund’ (16. Jh.; s. ↗Landstreicher), ‘Maler’ (17. Jh.; s. unten Anstreicher), ‘Spieler eines Streichinstruments’ (1. Hälfte 20. Jh.), mhd. strīcher als Bezeichnung für unterschiedliche Handwerker. Streichholz n. ‘Zündholz’ (19. Jh.), älter Bezeichnung für unterschiedliche Geräte, z. B. zum Abstreichen gefüllter Gefäße (15. Jh.). abstreichen Vb. ‘durch streichende Bewegung entfernen, sich entfernen, herumstreifen, beschmieren, streichend berühren, durch einen Strich tilgen’, mhd. abestrīchen ‘beseitigen, abwischen, forteilen’; Abstrich m. ‘Abzug’ (17. Jh.), ‘abwärtsgehender Schriftstrich’ (19. Jh.), in der Medizin ‘Entnahme von Haut, Schleimhaut’ zu Untersuchungen (19. Jh.), mhd. abestrich ‘Tilgung’. anstreichen Vb. ‘mit Farbe bedecken, mit einem Strich versehen, bezeichnen’, mhd. anestrīchen ‘bedecken, beschmieren (mit Salbe), sich putzen’; Anstreicher m. ‘Maler, Tüncher’ (18. Jh.), bei Kepler für Tangente im Sinne von ‘Berührer, berührende Linie’ (17. Jh.); Anstrich m. ‘aufgemalte Farbe, Tünche, Salbe’ (16. Jh.), mhd. anstrich ‘auf den Geigenbogen gestrichenes Harz, Kolophonium’. verstreichen Vb. ‘verschmieren, breitstreichen, durch Streichen aufbrauchen, vergehen (von der Zeit)’, ahd. firstrīhhan ‘tilgen’ (8. Jh.), mhd. verstrīchen ‘ver-, überstreichen, verschmieren, ausstreichen, sich bewegen, sich schnell oder heimlich davonmachen, vergehen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Streichholz · ↗Zündholz  ●  Schwedenholz  veraltet · ↗Schwefelholz  veraltet · ↗Schwefelhölzchen  veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anzünden Benzinkanister Feuerzeug Hantieren Kerze Lunte Reibfläche Schachtel Seife Streichholzschachtel Strohrum Strommast Zahnstocher abgebrannt anreißen anzünden aufflammen aufflammend ausblasen brennend einknicken entzünden entzündet glimmend knicken nachbauen umknicken weggeworfen zerknicken zündeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Streichholz‹.

Zitationshilfe
„Streichholz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Streichholz>, abgerufen am 23.03.2019.

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