Streik, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Streik(e)s · Nominativ Plural: Streiks/Streike
Aussprache
Wortbildung mit ›Streik‹ als Erstglied: ↗Streikaktion · ↗Streikandrohung · ↗Streikaufruf · ↗Streikbeschluss · ↗Streikbewegung · ↗Streikbrecher · ↗Streikfonds · ↗Streikfront · ↗Streikkampf · ↗Streikkasse · ↗Streikkomitee · ↗Streikleitung · ↗Streikparole · ↗Streikposten · ↗Streikrecht · ↗Streikunterstützung · ↗Streikversammlung · ↗Streikwelle
 ·  mit ›Streik‹ als Letztglied: ↗Bahnstreik · ↗Beamtenstreik · ↗Bergarbeiterstreik · ↗Bummelstreik · ↗Durststreik · ↗Eisenbahnerstreik · ↗Fluglotsenstreik · ↗Generalstreik · ↗Hungerstreik · ↗Käuferstreik · ↗Lohnstreik · ↗Massenstreik · ↗Metallarbeiterstreik · ↗Proteststreik · ↗Sitzstreik · ↗Solidaritätsstreik · ↗Sympathiestreik · ↗Warnstreik
eWDG, 1976

Bedeutung

(gewerkschaftlich organisierte) gemeinsame Arbeitsniederlegung oder Arbeitseinstellung durch Werktätige eines Wirtschaftszweiges, Betriebes oder Berufs, um politische, ökonomische, soziale Forderungen durchzusetzen, Ausstand
Beispiele:
ein politischer, ökonomischer, organisierter Streik
ein wilder, spontaner (= nicht von einer zentralen Gewerkschaftsleitung beschlossener, nicht anerkannter) Streik
ein Streik der Metallarbeiter für höhere Löhne
der Streik wird ausgerufen, bricht aus, verschärft sich, klingt ab, flaut ab, bricht zusammen
einen Streik auslösen, ausrufen, beschließen, organisieren, fortsetzen, abbrechen, niederschlagen
einen Streik abblasen, abwürgen umgangssprachlich
die Textilarbeiter haben sich dem Streik angeschlossen
für, gegen den Streik stimmen
in den Streik treten
im Streik stehen
mit Streik drohen
die Hafenarbeiter wurden von ihrer Gewerkschaft zum Streik aufgerufen
einen Betrieb durch Streik stilllegen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Streik · streiken
Streik m. ‘gewerkschaftlich organisierte Arbeitsniederlegung zur Durchsetzung wirtschaftlicher, sozialer Forderungen, Arbeitskampf’, Übernahme (1. Hälfte 19. Jh.) von gleichbed. engl. strike (Substantivierung von engl. to strike, s. unten), das seit 1810 in dieser Verwendung bezeugt ist. Der in dt. Texte in engl. Schreibweise Strike (bis etwa 1890) aufgenommene Ausdruck bezieht sich zunächst auf englische Verhältnisse, wird aber seit dem Leipziger Buchdruckerstreik (1865) auch auf Arbeitskämpfe in Deutschland angewendet und durch die Presse verbreitet. Obwohl nach 1880 im allgemeinen Sprachgebrauch geläufig, findet Streik in Gesetzestexte erst nach 1945 (zuerst Streikrecht) Eingang. streiken Vb. ‘in Streik treten, die Arbeit niederlegen’, um 1865 in der Form striken (doch in der Regel engl. Aussprache folgend) zu damals üblichem Strike gebildet, nach engl. to strike ‘stoßen, schlagen, sich fortbewegen, (Segel) niederlassen, (Gerüste, Zelte) abbrechen’, seit 1768 auch (elliptisch für to strike work) ‘die Arbeit niederlegen’, verwandt mit ↗streichen (s. d.). Die Schreibung streiken setzt (entsprechend der des Substantivs Streik) um 1890 ein. Verallgemeinerter Gebrauch im Sinne von ‘sich weigern, etw. zu tun, nicht (mehr) mitmachen’ begegnet seit Ende des 19. Jhs.

Thesaurus

Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Streikwelle im Herbst  ●  heißer Herbst  ugs.
  • Bummelstreik · Dienst nach Vorschrift
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

35-Stunden-Woche Aussperrung Beendigung Bergarbeiter Demonstrationen Dienst Eisenbahner Fluglotsen Metallindustrie Urabstimmung abgewendet andauernden angedrohten angekündigten aufgerufen ausgerufen ausgeweitet beendet bundesweiten drohenden droht eintägigen flächendeckenden fortgesetzt ganztägigen lahmgelegt landesweiten unbefristeten wilden wochenlangen

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DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Folgen des Streiks für die Wirtschaft scheinen bislang relativ gering.
Die Zeit, 09.11.2007 (online)
Und zu alledem treten seine Arbeiter, weil sie keinen Lohn erhalten haben, in den Streik.
Fath, Rolf: Werke - B. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 283
Spontan brach daraufhin ein Streik im ganzen Lande aus, der blutig niedergeschlagen wurde.
o. A.: Enzyklopädie des Nationalsozialismus - L. In: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1997], S. 22184
Heutzutage ist eben die bundesweite Wirkung eines Streiks viel gravierender als früher.
Der Spiegel, 13.01.1986
In öffentlichen Versammlungen sollten wir das Ende des Streiks verkünden.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1456
Zitationshilfe
„Streik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Streik>, abgerufen am 17.10.2017.

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