Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Streik, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Streik(e)s · Nominativ Plural: Streiks/Streike
Aussprache 
eWDG

Bedeutung

(gewerkschaftlich organisierte) gemeinsame Arbeitsniederlegung oder Arbeitseinstellung durch Werktätige eines Wirtschaftszweiges, Betriebes oder Berufs, um politische, ökonomische, soziale Forderungen durchzusetzen, Ausstand
Beispiele:
ein politischer, ökonomischer, organisierter Streik
ein wilder, spontaner (= nicht von einer zentralen Gewerkschaftsleitung beschlossener, nicht anerkannter) Streik
ein Streik der Metallarbeiter für höhere Löhne
der Streik wird ausgerufen, bricht aus, verschärft sich, klingt ab, flaut ab, bricht zusammen
einen Streik auslösen, ausrufen, beschließen, organisieren, fortsetzen, abbrechen, niederschlagen
umgangssprachlicheinen Streik abblasen, abwürgen
die Textilarbeiter haben sich dem Streik angeschlossen
für, gegen den Streik stimmen
in den Streik treten
im Streik stehen
mit Streik drohen
die Hafenarbeiter wurden von ihrer Gewerkschaft zum Streik aufgerufen
einen Betrieb durch Streik stilllegen
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Streik · streiken
Streik m. ‘gewerkschaftlich organisierte Arbeitsniederlegung zur Durchsetzung wirtschaftlicher, sozialer Forderungen, Arbeitskampf’, Übernahme (1. Hälfte 19. Jh.) von gleichbed. engl. strike (Substantivierung von engl. to strike, s. unten). Der in dt. Texte in engl. Schreibweise Strike (bis etwa 1890) aufgenommene Ausdruck bezieht sich zunächst auf englische Verhältnisse, wird aber seit dem Leipziger Buchdruckerstreik (1865) auch auf Arbeitskämpfe in Deutschland angewendet und durch die Presse verbreitet. Obwohl nach 1880 im allgemeinen Sprachgebrauch geläufig, findet Streik in Gesetzestexte erst nach 1945 (zuerst Streikrecht) Eingang. streiken Vb. ‘gewerkschaftlich organisiert die Arbeit niederlegen’, um 1865 in der Form striken (doch in der Regel engl. Aussprache folgend) zu damals üblichem Strike (s. oben) gebildet, nach engl. to strike ‘stoßen, schlagen, sich fortbewegen, (Segel) niederlassen, (Gerüste, Zelte) abbrechen’ (verwandt mit nhd. streichen, s. d.), hier als Ausdruck der Seeleute (1768) to strike ‘die Arbeit verweigern’, elliptisch für to strike the sails ‘die Segel streichen’ (um nicht auslaufen zu müssen), dann allgemein to strike work. Die Schreibung streiken setzt (entsprechend der des Substantivs Streik) um 1890 ein. Verallgemeinerter Gebrauch im Sinne von ‘sich weigern, etw. zu tun, nicht (mehr) mitmachen’ begegnet seit Ende des 19. Jhs.

Thesaurus

Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Streik‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Streik‹.

Verwendungsbeispiele für ›Streik‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In öffentlichen Versammlungen sollten wir das Ende des Streiks verkünden. [Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1456]
Städtische Arbeiter, die an Zahl rasch zunahmen, griffen zu Streiks. [Langer, Paul F.: Japan zwischen den Kriegen. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 6723]
Plötzlicher Streik der städtischen Arbeiter – erst in der Nacht hat man die Wagen einfahren können. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1920. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1920], S. 158]
Bei dem Streik strömt alles aus den Dörfern in die Stadt. [Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg – Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1930], S. 935]
Und zu allem Überfluss droht ihr nun auch zum ersten Mal seit acht Jahren ein massiver Streik. [Die Zeit, 23.03.2000, Nr. 13]
Zitationshilfe
„Streik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Streik>.

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