eWDG

Bedeutungen

1.
mit Worten ausgetragene, heftige Auseinandersetzung zwischen zwei oder mehreren persönlichen Gegnern, Zank
Beispiele:
ein heftiger, erbitterter, ernsthafter Streit
ein gelehrter, wissenschaftlicher, vermögensrechtlicher Streit
ein Streit der Meinungen, mit Worten, um Nichtigkeiten
ein Streit entsteht, entzündet sich, bricht aus, endet
um diese Frage entbrannte (zwischen ihnen) ein hitziger Streit
bei ihnen herrscht immer Zank und Streit, gibt es oft Streit
(mit jmdm.) Streit haben, bekommen
mutwillig einen Streit anfangen, vom Zaune brechen
gehobenmutwillig einen Streit entfachen
Streit suchen
den Streit schlichten, beilegen, beenden
scherzhaftnur keinen Streit vermeiden!
(mit jmdm.) in Streit geraten, kommen
sie lagen miteinander in Streit
sie lebten miteinander im Streit
er lag mit sich und der ganzen Welt im Streit
sich in einen Streit einmischen, aus einem Streit heraushalten
umgangssprachlichein Streit um des Kaisers Bart (= ein S. um etw. Belangloses)
2.
veraltet mit Waffen geführter Kampf
Beispiele:
zum Streite rüsten
Frisch zum Kampfe! Frisch zum Streite! [ MozartEntführungII 6]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

streiten · abstreiten · bestreiten · umstritten · Streit · Streitaxt · Streitwagen · Streitmacht · Streitfall · Streitschrift · Streithammel · streitbar · streitig · strittig · Streitigkeit
streiten Vb. ‘sich mit Worten auseinandersetzen, kämpfen’. Das starke Verb ahd. strītan ‘sich im Meinungsstreit auseinandersetzen, einen Rechtsstreit führen, zanken, bewaffnet kämpfen’, (selten) ‘wetteifern’ (8. Jh.), mhd. strīten, vor allem ‘bewaffnet kämpfen’, auch ‘streben, trachten’, mnd. (stark und schwach) strīden ‘streiten’, (schwach) ‘große Schritte machen’, mnl. strīden, nl. strijden, afries. strīda ‘streiten’, aengl. strīdan ‘schreiten, spreizen’, engl. to stride ‘schreiten, große Schritte machen’, schwed. (stark und schwach) strida ‘kämpfen, streiten’ (germ. *streidan) hat neben sich das schwache Verb asächs. strīdian ‘streiten, bestreiten’, anord. strīða ‘plagen, Schaden zufügen’ sowie das unten dargestellte Substantiv Streit und anord. strīðr ‘hart, stark, hartnäckig, widerspenstig’, (mit anderer Ablautstufe) streitask ‘sich anstrengen, kämpfen’, strita ‘angestrengt ziehen, sich plagen’. Außergerm. Vergleichsmöglichkeiten fehlen. Ausgehend von einer Bedeutung ‘sich starrsinnig, widerspenstig, hartnäckig verhalten’, läßt sich ie. *strē̌idh- ansetzen, Dentalerweiterung der Wurzel ie. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein’ (s. starren). Die Verwendung im Sinne von ‘schreiten, große Schritte machen’ entwickelt sich vielleicht unter Einfluß von schreiten (s. d.; vgl. Seebold 476). abstreiten Vb. ‘im (Rechts)streit, im Kampf abgewinnen, streitig machen, hartnäckig absprechen, aberkennen’, seit dem 18. Jh. vor allem ‘in Abrede stellen, leugnen’, mhd. abestrīten ‘im (Rechts)streit, Kampf abgewinnen’. bestreiten Vb. ‘(eine Meinung, eine Behauptung) anfechten, angreifen’, mhd. bestrīten ‘bekämpfen’; seit dem 17. Jh. ‘die Kosten, den Aufwand tragen’, entwickelt aus ‘einer Sache gewachsen sein, sie bewältigen’. umstritten Part.adj. ‘dem Streit der Ansprüche, der Meinungen unterliegend, umkämpft, zweifelhaft’ (19. Jh.). Streit m. ‘Meinungs-, Rechtsauseinandersetzung, Hader, Zerwürfnis innerhalb einer Gemeinschaft’, ahd. strīt ‘Auseinandersetzung mit Worten (über Meinungen oder rechtliche Dinge), Konflikt, Hader, tätlicher Kampf, Wettkampf, Empörung, Aufruhr’ (8. Jh.), mhd. mnd. strīt ‘Auseinandersetzung mit Worten (vor Gericht) oder mit Waffen, innerer Kampf, Widerstand, Streitmacht, Heeresabteilung, Schlachtordnung, Rache, Streben’, asächs. strīd ‘Streit, Eifer’, mnl. strijt, nl. strijd, anord. strīð, schwed. strid. In den oben angegebenen Bedeutungen ist Streit vor allem seit dem 19. Jh. gebräuchlich, nachdem älterer Gebrauch im Sinne von ‘Auseinandersetzung mit Waffen, Waffengang’ gegen Ende des 18. Jhs. von Kampf übernommen wird. Den alten Sinn bewahren Streitaxt f. ‘als Hieb- oder Wurfwaffe verwendete Axt’, spätmhd. (omd.) strīthax (um 1400); redensartlich die Streitaxt begraben ‘Frieden schließen’ (19. Jh.); Streitwagen m. ‘mit Kriegern besetzter Kampfwagen’ (15. Jh.) und Streitmacht f. ‘Kampfkraft eines bewaffneten Verbandes, kampfbereite Truppe’ (18. Jh.). Streitfall m. ‘Konflikt’ (rechtssprachlich, 19. Jh.). Streitschrift f. ‘polemische Abhandlung über religiöse, politische, wissenschaftliche Fragen’ (17. Jh.). Streithammel m. ‘zänkischer Mensch’ (um 1800). streitbar Adj. ‘kriegerisch, zu Polemik und Auseinandersetzung neigend’, mhd. strītbære ‘streithaft, zum Kampf dienlich oder gerüstet’. streitig Adj. ‘uneins, umstritten’, ahd. strītīg (um 1000), mhd. strītec, strītic ‘streithaft, kampflustig, streitsüchtig, rechthaberisch, ungestüm, ungehorsam, eifrig, strebend’; jmdm. etw. streitig machen ‘anfechten’ (16. Jh.). strittig Adj. ‘umstritten, uneins, streitsüchtig’ (15. Jh.). Streitigkeit f. ‘Konflikt, Uneinigkeit, Zank’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Auseinandersetzung(en) · Clinch · Geplänkel · Gerangel · Hakelei · Rangelei · Reibungen · Scharmützel · Streiterei · Streitigkeit · Unfrieden · Zank · Zwist · Zwistigkeit  ●  Streit  Hauptform · Differenzen  geh. · Friktion  geh., bildungssprachlich · Hader  geh. · Hickhack  ugs. · Hin und Her  ugs., fig. · Klinsch  ugs., regional · Knatsch  ugs. · Krach  ugs. · Querelen  geh. · Stunk  ugs. · Wickel  ugs., österr. · Zankerei  ugs. · Zoff  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
Auseinandersetzung · Konflikt · Kontroverse · Streit  ●  Fehde  veraltend
Synonymgruppe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Streit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Streit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Streit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Streit konkretisiert sich dann auf die Dauer der Übergangsfrist. [Küsters, Hans Jürgen: Entscheidung für die deutsche Einheit. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1998], S. 968]
Nach seinem Tod begann ein Streit um die Auslegung des Testaments. [P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1978, Nr. 12]
Und diese Fähigkeit gehört nicht immer zu den Stärken eines öffentlichen Streits. [Weizsäcker, Richard von: Dreimal Stunde Null? 1949 1969 1989, Berlin: Siedler Verlag 2001, S. 33]
Es ist schwer, sich heute den ganzen Ernst des Streites zu vergegenwärtigen. [Taubes, Jacob: Abendländische Eschatologie, München: Matthes und Seitz, 1991 [1947], S. 158]
Die Regierung verfolgt genüßlich den außenpolitischen Streit in der Opposition. [Der Spiegel, 06.09.1993]
Zitationshilfe
„Streit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Streit>.

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