Stress, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stress/Stresses · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Ungültige Schreibung Streß
Rechtschreibregeln § 2
Wortbildung  mit ›Stress‹ als Erstglied: ↗Stresstest · ↗Stresszeit · ↗stressfrei · ↗stressgeplagt · ↗stressig · ↗stressvoll
 ·  mit ›Stress‹ als Letztglied: ↗Dauerstress · ↗Dichtestress  ·  mit ›Stress‹ als Grundform: ↗stressen
Herkunft aus gleichbedeutend stressamerik-engl
eWDG

Bedeutung

(gesundheitsschädigende) Überbeanspruchung des menschlichen Organismus durch starke körperliche, nervliche und psychische Belastungen
Beispiele:
der Stress des modernen Großstadtlebens
eine der häufigsten Ursachen des Herzinfarkts ist der Stress
in seiner neuen Funktion war er einem ständigen Stress ausgesetzt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Streß · stressen · stressig
Streß m. ‘(gesundheitsschädigende) Überbeanspruchung des menschlichen Organismus durch große physische und psychische Belastungen’, Übernahme (50er Jahre 20. Jh.) von gleichbed. amerik.-engl. stress, das zuerst 1936 von dem kanadischen Physiologen H. Selye als medizinischer Terminus im oben angegebenen Sinne verwendet wird. Engl. stress ‘Nachdruck, Gewicht, Beanspruchung, Belastung, Spannung’ geht entweder als Kürzung von engl. distress ‘Qual, Schmerz, Kummer, Not, Erschöpfung’ auf afrz. destrece ‘Bedrängnis, Angst, Not’ (vlat. *districtia ‘Enge’, abgeleitet von lat. districtus, Part. Perf. zu lat. distringere ‘auseinanderziehen, -dehnen, von allen Seiten zusammenschnüren, einengen’) oder auf afrz. estrece ‘Enge, Druck, Bedrückung’ (zu afrz. estrecier ‘enger machen, zusammenziehen’, dieses aus gleichbed. vlat. *strictiāre, abgeleitet von lat. strictus ‘dicht, straff, stramm, eng’, Part.adj. zu lat. stringere ‘schnüren, zusammenbinden, (ab)streifen’) zurück. Davon abgeleitet stressen Vb. ‘sehr anstrengen, erschöpfen, überbeanspruchen’ und (umgangssprachlich) stressig Adj. ‘sehr anstrengend, belastend’ (beide 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(psychische) Belastung · ↗Aufregung · ↗Druck · ↗Hektik · ↗Nervosität · Stress
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Nervenanspannung · Stress · nervliche Anspannung · nervliche Belastung
Assoziationen
  • (voll) ausgelastet (sein) · alle Hände voll zu tun haben · bis zum Hals in Arbeit stecken · keine freie Minute haben · reichlich zu tun haben · sehr beschäftigt (sein) · viel Arbeit haben · viel zu tun haben · von morgens bis abends nur damit beschäftigt sein (zu)  ●  (da) wartet Arbeit (auf jemanden)  ugs. · gut zu tun haben (mit)  ugs. · ↗viel um die Ohren haben  ugs., fig.
Synonymgruppe
Konflikte · Probleme · ↗Schererei(en) · ↗Streit · Stress · ↗Unmut · ↗Ärger · Ärgerlichkeiten  ●  (der) Haussegen hängt schief  ugs., fig. · (die) Kacke ist am dampfen  derb, fig. · Huddel  ugs., saarländisch · ↗Knatsch  ugs. · ↗Krach  ugs. · Misshelligkeiten  geh. · ↗Theater  ugs. · ↗Trouble  ugs., engl. · Verdrießlichkeiten  geh., selten
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(hoher) Druck · Stress · hohe Beanspruchung · starke Belastung
Assoziationen
  • (voll) ausgelastet (sein) · alle Hände voll zu tun haben · bis zum Hals in Arbeit stecken · keine freie Minute haben · reichlich zu tun haben · sehr beschäftigt (sein) · viel Arbeit haben · viel zu tun haben · von morgens bis abends nur damit beschäftigt sein (zu)  ●  (da) wartet Arbeit (auf jemanden)  ugs. · gut zu tun haben (mit)  ugs. · ↗viel um die Ohren haben  ugs., fig.
Synonymgruppe
(da ist) (aber) die Kacke am Dampfen  derb · (dann gibt es) Stress  ugs. · (dann ist) (aber) Panhas am Schwenkmast  ugs., ruhrdt. · (das gibt) Ärger!  ugs. · (es gibt) Kasalla  ugs., rheinisch, salopp · (es) setzt was  ugs., veraltend · dann ist Stress angesagt  ugs.
Assoziationen
  • Hiebe · Körperstrafe · ↗Prügel · Schläge · Tracht Prügel · ↗Züchtigung · es setzt Prügel · es setzt was · es setzt was mit dem Rohrstock  ●  (dann hat dein) Arsch Kirmes  derb · (die) Jacke voll  ugs. · ↗(eine) Wucht  ugs., regional · (es gibt) langen Hafer  ugs. · (es gibt) was hinter die Löffel  ugs. · (es gibt) was hinter die Ohren  ugs. · ↗Abreibung  ugs. · ↗Dresche  ugs. · ↗Haue  ugs. · Keile kriegen  ugs. · ↗Kloppe  ugs. · ↗Senge  ugs. · den Arsch voll kriegen  derb · langen Hafer kriegen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Stress‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stress‹.

Verwendungsbeispiele für ›Stress‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der ganze Stress, den man im Zusammenleben mit einem Mann nun einmal hat, fällt völlig weg.
Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 8
Doch wenn die Zeiten lange zu gut und der Kinder zu viele waren, dann entsteht Streß.
Die Welt, 03.05.2005
Bei den täglichen Einsätzen wisse der Beamte nicht, was auf ihn zukomme; dies erzeuge zusätzlichen Stress.
Der Tagesspiegel, 15.02.2004
Aber was jetzt mit ihm vorging, was ihn immer wieder stundenweise aus der Bahn warf, war das Stress?
Delius, Friedrich Christian: Ein Held der inneren Sicherheit, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1981, S. 96
Das Interesse an der Erforschung von Streß resultiert nicht zuletzt daraus, daß man bestimmte - meist negative - Folgen erwartet.
Semmer, Norbert: Streß. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 17726
Zitationshilfe
„Stress“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stress>, abgerufen am 08.03.2021.

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