Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Streusel, der oder das

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Streusels · Nominativ Plural: Streusel · wird meist im Plural verwendet
Grammatik Substantiv (Neutrum)
Aussprache 
Worttrennung Streu-sel
Wortbildung  mit ›Streusel‹ als Erstglied: Streuselkuchen · Streuselschnecke  ·  mit ›Streusel‹ als Letztglied: Schokoladenstreusel
eWDG

Bedeutung

aus locker mit Butter und Zucker vermischtem Mehl zubereitetes Bröckchen zum Bestreuen von Obstkuchen und Hefekuchen
Beispiel:
Apfelkuchen, Pflaumenkuchen mit Streuseln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

streuen · Streu · Streusel · zerstreuen · zerstreut · Zerstreuung · Zerstreutheit
streuen Vb. ‘werfend gleichmäßig ausbreiten’, ahd. strewen, strouwen (8. Jh.), mhd. strewen, ströuwen, ströun, strouwen, streun ‘niederstrecken, zu Boden werfen, (aus)streuen, -schütten, vergießen, ausbreiten, zerstreuen, verbreiten, bedecken’, asächs. strōian, streuwian, mnd. ströu(w)en, mnl. strōien, strouwen, nl. strooien, afries. strēwa, aengl. strewian, streowian, engl. to strew, anord. strā (statt *streyja, Neubildung zum schwach gebildeten Prät. strāða), schwed. strö, got. straujan (germ. *straujan) führt mit lat. struere (strūctum) ‘schichten, über-, aneinanderlegen, aufbauen’, struēs ‘Haufen, Menge’ auf ie. *streu-, Erweiterung der Wurzel ie. *ster(ə)-, *strē-, *stru- ‘ausbreiten, (aus)streuen’, wozu (mit Nasalpräsens) aind. stṛṇā́ti ‘streut (hin), bestreut, wirft hin’, stṛṇṓti ‘streckt nieder, unterwirft, besiegt’, griech. stornýnai (στορνύναι) ‘hinbreiten, ausbreiten, ein Bett machen, ebnen, bahnen, ausstreuen, bestreuen’, lat. sternere ‘hinbreiten, streuen, ebnen, bedecken’, air. sernim ‘breite aus’ sowie (ohne Nasal) aslaw. prostrěti, russ. prosterét’ (простереть) ‘ausbreiten, ausdehnen’. Verwandt sind u. a. die unter Strahl, Stirn, streichen, Streifen, Stroh behandelten Wortgruppen. Im Nhd. hat sich aus einer Vielzahl mundartlicher Formen streuen durchgesetzt. Zur Bedeutungsentwicklung von ‘ausbreiten’ zu ‘verteilend auswerfen’ vgl. Pfeifer in: PBB 82 (1960) 132 ff. Streu f. ‘das Hingestreute, Material zum Unterstreuen, Stallstroh’, Bildung auf ī zum Verb, mhd. ströuwe, strewe, ströu; vgl. ahd. gistrewi, gistrouwi (8. Jh.). Streusel m. n. ‘Klümpchen aus Mehl, Butter und Zucker, auf Kuchen gestreut’ (19. Jh.; dazu Streuselkuchen, ebenfalls 19. Jh.), mundartlich und in der bäuerlichen Umgangssprache gleichbed. mit Streu, Deverbativum mit dem Suffix -sal, -sel (s. d.); vgl. mnd. strouwelse. zerstreuen Vb. ‘auseinanderstreuen, -jagen’, mhd. zerströuwen, -ströun. Übertragener Gebrauch der Mystik daʒ gemüet, herze zerströuwen ‘die Seele von der Gemeinschaft mit Gott ablenken’ geht im 15. Jh. auf Störungen des seelischen Gleichgewichts über, wird jedoch in mystisch-religiösem Sinne vom Pietismus übernommen. Zu Anfang des 18. Jhs. entwickelt sich daraus jmdn., sich zerstreuen ‘ablenken, vergnügen’, beeinflußt von zerstreut Part.adj. (15. Jh.), das Anfang des 18. Jhs., wohl in Anlehnung an frz. distrait, die Bedeutung ‘unaufmerksam, durch fremde Eindrücke abgelenkt, unkonzentriert’ annimmt. Zerstreuung f. ‘Ablenkung, Vergnügen, Zeitvertreib’ (18. Jh.), zuvor ‘das Auseinanderwerfen, -treiben, Auflösen’, spätmhd. zerströuwunge ‘Uneinigkeit’. Zerstreutheit f. ‘Unaufmerksamkeit, Unkonzentriertheit’ (18. Jh.), vereinzelt ‘Abgesondertheit, Isoliertheit’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Streusel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Streusel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Streusel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jeder Streusel ist anders, aber sie schmecken alle absolut gleich. [Der Tagesspiegel, 10.12.2000]
Als er sich nach Landessitte zackig verbeugte, purzelten die Streusel von seinem Kopfe. [Süddeutsche Zeitung, 10.02.2001]
Sie stellt selbstgebackenen Pflaumenkuchen mit und ohne Streusel auf den Tisch. [Bild, 04.09.1999]
Große Schlange, oder ich sage lieber Ilse, polkte in den Streuseln auf ihrer Schulter herum. [Holtz-Baumert, Gerhard: Alfons Zitterbacke, Berlin: Kinderbuchverlag 1981 [1958], S. 74]
Auf jeden Fall sorgen die schwarzen Streusel jetzt für einen Riesenwirbel in der Bundesliga. [Bild, 04.10.2003]
Zitationshilfe
„Streusel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Streusel>.

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