Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Strick, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Strick(e)s · Nominativ Plural: Stricke
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Strick‹ als Erstglied: Strickleiter  ·  mit ›Strick‹ als Letztglied: Baststrick · Fallstrick · Galgenstrick · Hanfstrick · Kulturstrick
eWDG

Bedeutungen

1.
aus Flachs, Hanf geflochtenes Seil, dicke Schnur zum Anbinden, Festbinden
Beispiele:
ein langer, dicker, hänfener Strick
der Strick hält, reißt
einen Strick um etw. binden, knoten
der Bauer führte die Ziege am Strick
einen Ballen mit einem Strick verschnüren
der Gefangene war mit Stricken gefesselt
bildlich
Beispiele:
wenn alle Stricke reißen (= wenn keine andere Möglichkeit bleibt)
umgangssprachlichjmdm. einen Strick aus etw. drehen (= jmdm. harmlos gemeinte Worte, Handlungen böse auslegen und ihm dadurch schaden)
saloppden Strick nehmen (= sich erhängen)
2.
salopp, scherzhaft Schlingel, Schelm
Beispiele:
ein durchtriebener Strick
du bist vielleicht ein Strick!
denn er war ein liederlicher Strick [ KügelgenJugenderinnerungen387]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Strick · Fallstrick · stricken · bestricken · Strickzeug
Strick m. ‘kurzes, gedrehtes Seil, kräftige Schnur’, nur dt. und nl. Ahd. stric ‘(Fang)schlinge’ (8. Jh.), mhd. stric ‘Schlinge, Fessel, Fallstrick, Seil’, mnd. strik ‘derbe Schnur, Fangnetz, Falle’, mnl. stric, strec, stricke, nl. strik, auch ‘Knoten, geknüpfte Schleife’ führen auf (expressives kk aufweisendes) westgerm. *strikka-, das sich mit lat. stringere (strictum) in der Bedeutung ‘straff anziehen, zusammenbinden, schnüren’ (vgl. strictus ‘straff’) zu ie. *streig- ‘steif, straff, zusammendrehen, Strick’ stellt, wohl eine Erweiterung der unter starren (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)ter(ə)- ‘starr, steif sein’. Im Sinne von ‘Fangschlinge’ hält sich Strick in der Jägersprache (bei Vogel- und Wildfang) bis ins Nhd., wird aber schließlich von Schlinge abgelöst. Seit mhd. Zeit zunehmend für ‘Seil, kräftige Schnur’, vgl. wenn alle Stricke reißen ‘im äußersten Notfall’ (18. Jh.); dann auch ‘Strang des Henkers’, vgl. den Strick (‘Tod am Galgen’) verdient haben (18. Jh.), jmdm., sich einen Strick drehen ‘auf sein Verderben hinarbeiten’ (16. Jh.). Aus der Übertragung auf eine Person (Strick ‘einer, der den Galgenstrick verdient hat’, 16. Jh.) entwickelt sich ‘Tunichtgut, Schlingel’, meist von Kindern (ebenfalls 16. Jh.). Fallstrick m. ‘Schlinge, Strick, der zu Fall bringt’ (16. Jh.). stricken Vb. ‘einen Faden zu einem Maschengewebe verknüpfen’ (mit Stricknadeln), ahd. stricken ‘eine Schlinge, einen Knoten knüpfen’ (um 1000), mhd. stricken ‘(Stricke) zusammenfügen, verknüpfen (zu Netzen für Fisch- und Vogelfang), festschnüren, heften, schlingen, binden, stricken’. bestricken Vb. ‘umgarnen, bezaubern, betören’, eigentlich ‘mit Stricken, mit Netzen fangen’, ahd. bistricken ‘zusammenbinden, schnüren’ (8. Jh.), mhd. bestricken ‘(mit einem Strick) fangen, fesseln’, bildlich ‘umgarnen, betören, für sich einnehmen’. Strickzeug n. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Haltetau · Seil · Strick · Tau · Trosse  ●  Reep (marit.)  fachspr.
Assoziationen
  • Festmacher (marit.) · Festmacherleine · Leine · Spring (marit.) · Trosse
Synonymgruppe
Henkerstrick · Strang · Strick
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Strick‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Strick‹.

Verwendungsbeispiele für ›Strick‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf einmal hat man was gesagt und der Strick um den Hals ist da. [Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 140]
Er hob die Hände mit einer tobenden Wut an den letzten Strick. [Jacques, Norbert: Dr. Mabuse, der Spieler, Gütersloh: Bertelsmann 1961 [1920], S. 190]
Dasselbe geschieht mit den Stricken, nachdem sie zusammengeschlungen worden sind. [Schulze, Friedrich: Der Deutsche Buchhandel und die geistigen Strömungen der letzten hundert Jahre. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1925], S. 8703]
Das eiserne Tor hängt schief in den verrosteten Angeln, nur noch von einem groben Strick gehalten. [Die Zeit, 22.11.1996, Nr. 48]
Und dabei war er doch schon verurteilt, er hatte doch den Strick schon um den Hals! [konkret, 1990]
Zitationshilfe
„Strick“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Strick>.

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