Strick, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Strick(e)s · Nominativ Plural: Stricke
Aussprache
Wortbildung mit ›Strick‹ als Letztglied: ↗Baststrick · ↗Fallstrick · ↗Galgenstrick · ↗Hanfstrick · ↗Kulturstrick
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
aus Flachs, Hanf geflochtenes Seil, dicke Schnur zum Anbinden, Festbinden
Beispiele:
ein langer, dicker, hänfener Strick
der Strick hält, reißt
einen Strick um etw. binden, knoten
der Bauer führte die Ziege am Strick
einen Ballen mit einem Strick verschnüren
der Gefangene war mit Stricken gefesselt
bildlich
Beispiele:
wenn alle Stricke reißen (= wenn keine andere Möglichkeit bleibt) umgangssprachlich
jmdm. einen Strick aus etw. drehen (= jmdm. harmlos gemeinte Worte, Handlungen böse auslegen und ihm dadurch schaden) umgangssprachlich
den Strick nehmen (= sich erhängen) salopp
2.
salopp, scherzhaft Schlingel, Schelm
Beispiele:
ein durchtriebener Strick
du bist vielleicht ein Strick!
denn er war ein liederlicher Strick [KügelgenJugenderinnerungen387]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Strick · Fallstrick · stricken · bestricken · Strickzeug
Strick m. ‘kurzes, gedrehtes Seil, kräftige Schnur’, nur dt. und nl. Ahd. stric ‘(Fang)schlinge’ (8. Jh.), mhd. stric ‘Schlinge, Fessel, Fallstrick, Seil’, mnd. strik ‘derbe Schnur, Fangnetz, Falle’, mnl. stric, strec, stricke, nl. strik, auch ‘Knoten, geknüpfte Schleife’ führen auf (expressives kk aufweisendes) westgerm. *strikka-, das sich mit lat. stringere (strictum) in der Bedeutung ‘straff anziehen, zusammenbinden, schnüren’ (vgl. strictus ‘straff’) zu ie. *streig- ‘steif, straff, zusammendrehen, Strick’ stellt, wohl eine Erweiterung der unter ↗starren (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)ter(ə)- ‘starr, steif sein’. Im Sinne von ‘Fangschlinge’ hält sich Strick in der Jägersprache (bei Vogel- und Wildfang) bis ins Nhd., wird aber schließlich von Schlinge abgelöst. Seit mhd. Zeit zunehmend für ‘Seil, kräftige Schnur’, vgl. wenn alle Stricke reißen ‘im äußersten Notfall’ (18. Jh.); dann auch ‘Strang des Henkers’, vgl. den Strick (‘Tod am Galgen’) verdient haben (18. Jh.), jmdm., sich einen Strick drehen ‘auf sein Verderben hinarbeiten’ (16. Jh.). Aus der Übertragung auf eine Person (Strick ‘einer, der den Galgenstrick verdient hat’, 16. Jh.) entwickelt sich ‘Tunichtgut, Schlingel’, meist von Kindern (ebenfalls 16. Jh.). Fallstrick m. ‘Schlinge, Strick, der zu Fall bringt’ (16. Jh.). stricken Vb. ‘einen Faden zu einem Maschengewebe verknüpfen’ (mit Stricknadeln), ahd. stricken ‘eine Schlinge, einen Knoten knüpfen’ (um 1000), mhd. stricken ‘(Stricke) zusammenfügen, verknüpfen (zu Netzen für Fisch- und Vogelfang), festschnüren, heften, schlingen, binden, stricken’. bestricken Vb. ‘umgarnen, bezaubern, betören’, eigentl. ‘mit Stricken, mit Netzen fangen’, ahd. bistricken ‘zusammenbinden, schnüren’ (8. Jh.), mhd. bestricken ‘(mit einem Strick) fangen, fesseln’, bildlich ‘umgarnen, betören, für sich einnehmen’. Strickzeug n. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Seil · ↗Tau · ↗Trosse  ●  ↗Reep (marit.)  fachspr.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Henkerstrick · ↗Strang
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufhängen Galgen Gehenkten Hals Henkers Häkeln Kutte Nähen Riemen Schlinge Sticken Weben Zicke angebunden baumelt befestigt drehen durchschnitt erdrosselt erhängt festgebunden flechten gefesselt geflochtenen geschlungen knotete reißen verknotet zusammengebunden zusammengeschnürt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Strick‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit einem Strick um den Hals ", berichtet das Mädchen untermalt mit gruseligen Klängen.
Die Welt, 10.05.2002
Er lag der Kunst über die Jahrhunderte hinweg als Strick um den Hals.
Der Tagesspiegel, 17.04.1998
Am nächsten Morgen baumelte mein Vater nicht mehr an dem langen Strick.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 65
Dasselbe geschieht mit den Stricken, nachdem sie zusammengeschlungen worden sind.
Schulze, Friedrich: Der Deutsche Buchhandel und die geistigen Strömungen der letzten hundert Jahre. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1925], S. 8703
Man ließ ihn stehen mit seinem Strick um den Hals.
Heym, Georg: Der Dieb. In: Deutsche Literatur, Berlin: Directmedia Publ. 1998 [1911], S. 9607
Zitationshilfe
„Strick“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Strick>, abgerufen am 20.11.2017.

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