Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Strippe, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Strippe · Nominativ Plural: Strippen
Aussprache 
Worttrennung Strip-pe (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Strippe‹ als Erstglied: Strippenzieher  ·  mit ›Strippe‹ als Letztglied: Quasselstrippe

Bedeutungsübersicht+

  1. [landschaftlich, besonders berlinisch] ...
    1. 1. [umgangssprachlich] fester, dicker Faden zum Festbinden, Verschnüren, Schnur, Bindfaden
    2. 2. [salopp] Leitungsdraht
eWDG

Bedeutung

landschaftlich, besonders berlinisch
1.
umgangssprachlich fester, dicker Faden zum Festbinden, Verschnüren, Schnur, Bindfaden
Beispiele:
eine lange, feste, haltbare Strippe
die Strippe hält, reißt
Kartons, Pakete mit Strippen verschnüren
bildlich
Beispiel:
saloppes regnet Strippen (= es fällt starker Regen)
2.
salopp Leitungsdraht
Beispiel:
Strippen ziehen, flicken
Fernsprechleitung
Beispiele:
am anderen Ende der Strippe meldete sich niemand
umgangssprachlichOma ist an der Strippe (= meldet sich, spricht)
er hängt dauernd an der Strippe (= telefoniert dauernd)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Strippe · Strupfe · Strüpfe · Stropp
Strippe f. ‘Schlinge, Riemen, Strick, Bindfaden’, vorwiegend nordd. und md., seit dem 17. Jh. in der Literatursprache. Zugrunde liegt einerseits mnd. strippe ‘Riemen für die Sattelgurte, Schlaufe, Schlinge’, verwandt mit der unter Streifen (s. d.) dargestellten Wortgruppe, andererseits damit lautlich zusammenfallendes omd. Strüppe, entrundet Strippe ‘Riemen, gedrehter Strick, Bindfaden’, das mit entsprechendem obd. westmd. Strupfe, Strüpfe f. auch Strupf m., ‘Schleife, Schlinge, Schnur, geknotetes oder zu knotendes Band’, mhd. strüpfe, mnd. mnl. nl. strop ‘gedrehter Strick, Schlinge’, nhd. (nordd. westmd.) Stropp m. ‘kurzes Tau mit (Rund)schlinge oder Haken, Aufhänger’ entlehnt ist aus lat. struppus, stroppus ‘gedrehter Riemen’, griech. stróphos (στρόφος) ‘Band, Strick, Seil’; zu griech. stréphein (στρέφειν) ‘drehen, wenden’ (s. Strophe); vgl. Lasch Berlinisch 211 und Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 472 f. Strippe verbreitet sich im 19. Jh. besonders von Berlin aus als Bezeichnung für jede gedrehte oder geflochtene Schnur.

Thesaurus

Synonymgruppe
Telefonkabel · Telefonschnur  ●  Strippe  ugs.
Schifffahrt
Synonymgruppe
Leine · Schnur  ●  Strippe  ugs., regional
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Strippe‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Strippe‹.

Verwendungsbeispiele für ›Strippe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zusätzlich muß nämlich noch ein Schalter in die Strippe eingebaut sein. [C't, 1993, Nr. 1]
Wir sehen nur, wie gefangen sie zunächst sind zwischen den Strippen, die sie selbst gezogen haben. [Die Zeit, 10.05.1996, Nr. 20]
Und er hat für seinen Minister viele politische Strippen gezogen. [Die Zeit, 09.05.2011, Nr. 19]
Wie kann so eine prosaische elektrische Strippe fünfzig Mark kosten? [Die Zeit, 25.03.1988, Nr. 13]
Immer war alles an mir zerrissen und immer verlor ich die Höschen mitsamt der Strippe, die sie festhalten sollte. [Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 21]
Zitationshilfe
„Strippe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Strippe>.

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