Stroh, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Stroh(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Stroh‹ als Erstglied: ↗Strohballen · ↗Strohband · ↗Strohbinder · ↗Strohblume · ↗Strohbund · ↗Strohbündel · ↗Strohdach · ↗Strohfeime · ↗Strohfeuer · ↗Strohfirma · ↗Strohfrau · ↗Strohgeflecht · ↗Strohhalm · ↗Strohhaufen · ↗Strohhut · ↗Strohkopf · ↗Strohlager · ↗Strohmann · ↗Strohmatte · ↗Strohmiete · ↗Strohpresse · ↗Strohpuppe · ↗Strohsack · ↗Strohschober · ↗Strohschuh · ↗Strohschwad · ↗Strohschwaden · ↗Strohschütte · ↗Strohseil · ↗Strohstern · ↗Strohunterlage · ↗Strohwisch · ↗Strohwitwe · ↗Strohwitwer · ↗strohblond · ↗strohdumm · ↗strohern · ↗strohfarben · ↗strohfarbig · ↗strohgeflochten · ↗strohgelb · ↗strohumhüllt
 ·  mit ›Stroh‹ als Letztglied: ↗Bettstroh · ↗Bohnenstroh · ↗Deckstroh · ↗Erbsenstroh · ↗Erbsstroh · ↗Futterstroh · ↗Haferstroh · ↗Häckselstroh · ↗Maisstroh · ↗Reisstroh · ↗Weizenstroh
Mehrwortausdrücke  Stroh im Kopf haben
eWDG, 1976

Bedeutung

trockene Halme des ausgedroschenen Getreides
Beispiele:
ein Bund, eine Schütte Stroh
trockenes, gehäckseltes, fauliges, verfaultes Stroh
dem Vieh frisches Stroh (auf)schütten
Stroh pressen, binden, zu Häcksel schneiden
ein Haus, eine Hütte mit Stroh decken
Suse, liebe Suse, was raschelt im Stroh? [Volkslied]
etw. brennt wie Stroh (= sehr rasch)
etw. schmeckt wie Stroh (= schmeckt strohig)
er flocht neue Bienenkörbe aus Stroh [ StrittmatterBienkopp41]
bildlich
Beispiele:
salopp Stroh im Kopf haben (= dumm sein)
umgangssprachlichleeres Stroh dreschen (= viel reden, ohne dass etwas dabei herauskommt)

Mehrwortausdrücke

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stroh · Strohblume · Strohhalm · Strohkopf · strohdumm · Strohmann · Strohwitwe · Strohwitwer
Stroh n. ‘Halme von ausgedroschenem Getreide’, ahd. (8. Jh.), mhd. strō (Genitiv strōwes), mnd. mnl. strō, nl. stro, afries. strē, aengl. strēaw, engl. straw, anord. strā, schwed. strå (germ. *strawa-) steht im Sinne von ‘Aus-, Hingestreutes’ zu der unter ↗streuen (s. d.) angegebenen Wurzelform ie. *streu- ‘ausbreiten, (aus)streuen’. Hierzu die Wendung leeres Stroh dreschen ‘sinnloses, unnützes, schon mehrmals gesagtes Zeug reden’, mhd. lær strō dreschen. Strohblume f. Korbblütler, dessen Blüten nach dem Welken strohartig trocknen und Form und Farbe behalten (17. Jh.). Strohhalm m. ‘einzelner Getreidestengel’ (15. Jh.), übertragen ‘geringe oder trügerische Hoffnung’ (16. Jh.), ‘Trinkröhrchen’ (19. Jh.). Strohkopf m. ‘Dummkopf’, wer gleichsam Stroh statt Gehirn im Kopf hat wie eine Strohpuppe (tumper Strohkopff, 17. Jh.). Daran anschließend strohdumm Adj. (19. Jh.). Strohmann m. ‘Puppe aus Stroh’ (16. Jh.), ‘Vogelscheuche’ (17. Jh.), ‘vorgeschobene Person’ (18. Jh.), wohl nach frz. homme de paille (Ende 16. Jh.). Strohwitwe f. scherzhafte Bezeichnung für eine ‘Frau, deren Mann vorrübergehend nicht anwesend, z. B. verreist ist’, die also allein auf dem Stroh (der Lagerstatt) liegt (Anfang 18. Jh.); voraus gehen Bildungen wie spätmhd. strōbrūt ‘Mädchen, das schon vor der Hochzeit ein Kind erwartet’, mnd. graswēdewe ‘Mädchen, das keine Jungfrau mehr ist’ (16. Jh.). Dazu entsprechendes Strohwitwer m. (ebenfalls Anfang 18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Stroh‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stroh‹.

Verwendungsbeispiele für ›Stroh‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Heutzutage zahlt mancher Tourist dafür, in irgendwelchen Scheuern auf Stroh schlafen zu dürfen.
Süddeutsche Zeitung, 11.03.2004
Und da lagst du plötzlich, im Stroh neben der Kuh.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 205
In dem kleinen öden Saal warf er sich in seiner Ecke auf das Stroh.
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 65
Dort schlief er freilich schon in der „guten alten Zeit“; ich fürchte, auf demselben Stroh.
Die Zeit, 28.01.1952, Nr. 04
Wir lagen in den verlassenen Häusern, auf Stroh, sehr dicht zusammen.
Brief von Karl Aldag vom 11.11.1914. In: Witkop, Philipp (Hg.), Kriegsbriefe gefallener Studenten, München: Müller 1928 [1914], S. 21
Zitationshilfe
„Stroh“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stroh>, abgerufen am 21.10.2020.

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