Strohwitwer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungStroh-wit-wer (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutung

siehe auch Strohwitwe
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stroh · Strohblume · Strohhalm · Strohmann · Strohwitwe · Strohwitwer
Stroh n. ‘Halme von ausgedroschenem Getreide’, ahd. (8. Jh.), mhd. strō (Genitiv strōwes), mnd. mnl. strō, nl. stro, afries. strē, aengl. strēaw, engl. straw, anord. strā, schwed. strå (germ. *strawa-) steht im Sinne von ‘Aus-, Hingestreutes’ zu der unter ↗streuen (s. d.) angegebenen Wurzelform ie. *streu- ‘ausbreiten, (aus)streuen’. Hierzu die Wendung leeres Stroh dreschen ‘sinnloses, unnützes, schon mehrmals gesagtes Zeug reden’, mhd. lær strō dreschen. Strohblume f. Korbblütler, dessen Blüten nach dem Welken strohartig trocknen und Form und Farbe behalten (17. Jh.). Strohhalm m. ‘einzelner Getreidestengel’ (15. Jh.), übertragen ‘geringe oder trügerische Hoffnung’ (16. Jh.), ‘Trinkröhrchen’ (19. Jh.). Strohmann m. ‘Puppe aus Stroh’ (16. Jh.), ‘Vogelscheuche’ (17. Jh.), ‘vorgeschobene Person’ (18. Jh.), wohl nach frz. homme de paille (Ende 16. Jh.). Strohwitwe f. scherzhafte Bezeichnung für eine ‘Frau, deren Mann vorrübergehend nicht anwesend, z. B. verreist ist’, die also allein auf dem Stroh (der Lagerstatt) liegt (Anfang 18. Jh.); voraus gehen Bildungen wie spätmhd. strōbrūt ‘Mädchen, das schon vor der Hochzeit ein Kind erwartet’, mnd. graswēdewe ‘Mädchen, das keine Jungfrau mehr ist’ (16. Jh.). Dazu entsprechendes Strohwitwer m. (ebenfalls Anfang 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Strohwitwer [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Assoziationen
  • Strohwitwe · Witwe auf Zeit · grüne Witwe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Junggeselle

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Strohwitwer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da ist sie kurzentschlossen nach Athen geflogen ", erzählte der Strohwitwer.
Bild, 05.07.1999
Wenn man Strohwitwer ist, so versäume man in keinem Brief an die Gattin, von der Sehnsucht nach ihr zu sprechen.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 10228
Am Montag hat Stefan Beinlich die Rolle als Strohwitwer abgelegt.
Die Welt, 15.07.2003
Seine Familie sei auf dem Lande, er sei Strohwitwer und entbehre »seine Ordnung«, besonders aber die gewohnte »Hausmannsküche«.
Meisel-Hess, Grete: Die Intellektuellen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 10964
Aber auch Marilyn ist diesmal richtig sympathisch als dümmliches Photomodell in einer reizenden amerikanischen Komödie über das ewig-junge Thema „Strohwitwer“.
Die Zeit, 07.07.1955, Nr. 27
Zitationshilfe
„Strohwitwer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Strohwitwer>, abgerufen am 18.08.2019.

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