Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Studio, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Studios · Nominativ Plural: Studios
Aussprache 
Worttrennung Stu-dio
Wortbildung  mit ›Studio‹ als Erstglied: Studio-Session · Studioaufführung · Studioaufnahme · Studiofilm · Studiomusiker · Studiosession · studiomäßig
 ·  mit ›Studio‹ als Letztglied: Bräunungsstudio · Fernsehstudio · Filmstudio · Fitness-Studio · Fitnessstudio · Fotostudio · Nachtstudio · Nagelstudio · Schlagerstudio · Sonnenstudio · Tonstudio · Wahlstudio
Herkunft aus studioital ‘Studier-, Arbeitszimmer, Laboratorium, Künstleratelier’
eWDG

Bedeutungen

1.
Arbeitsraum, besonders eines Künstlers, Atelier
2.
Aufnahmeraum, Senderaum bei Film, Funk und Fernsehen
3.
Versuchsbühne
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

studieren · Student · studentisch · Studiosus · stud. · Studium · Studie · Studio
studieren Vb. ‘sich intensiv um etw. (besonders um einen Wissenschaftszweig) bemühen, sich etw. aneignen, lernen, zu erforschen suchen, eine Universität oder Fachschule besuchen’, mhd. studieren, entlehnt aus lat. studēre ‘betreiben, streben, trachten, Partei nehmen, begünstigen, sich ernstlich um etw. bemühen, sich wissenschaftlich beschäftigen’. In älterer Sprache besonders vom Lernen der Lateinschüler, vom Absolvieren einer geschlossenen höheren Schulbildung (15. Jh.), später vom Besuchen einer Universität, vgl. studiert haben ‘eine Universität besucht haben’, studieren lassen ‘eine Universität besuchen lassen’ (16. Jh.). Daneben auch ‘sich mit einer Sache beschäftigen, sich intensiv informieren, nachdenken über etw.’, vgl. in der Mystik ‘nachdenken, meditieren’; in freier Verwendung ‘in das Wesen einer Sache eindringen, forschen’; eine Rolle studieren (vom Schauspieler, 18. Jh.). Student m. ‘wer studiert, an einer Fach- oder Hochschule, Universität immatrikuliert ist’, mhd. studente, auch ‘Schüler’, aus lat. studēns (Genitiv studentis), Part. Präs. von lat. studēre, substantiviert ‘Lernender, sich Bemühender’; vgl. mlat. fratres studentes bei den Franziskanern und Dominikanern ‘jüngere Ordensbrüder, die sich mit der Wissenschaft befassen’. Anfangs daher ‘Theologieschüler einer höheren geistlichen Schule’ (besonders der Franziskaner und Dominikaner), ‘Studierender an einer Universität’ (seit 15. Jh.). studentisch Adj. ‘einem Studenten gemäß, ihn betreffend’, anfangs ‘nach Wahrheit strebend, dem Studium ergeben’ (16. Jh.). Studiosus m. ‘Schüler, Student’ (heute meist scherzhaft), Übernahme (16. Jh.) von lat. studiōsus m. ‘Kunst-, Wissenschaftsbeflissener’, Substantivierung von lat. studiōsus Adj. ‘eifrig, sich befleißigend’. Aus der Studentensprache stammt für das Substantiv lat. studiōsus die Abkürzung stud. in stud. phil., stud. iur., stud. med. usw. Studium n. ‘intensive Beschäftigung mit einer (wissenschaftlichen) Sache oder Fragestellung, Hochschulausbildung’ (15. Jh.), anfangs auch ‘Studienanstalt, Lateinschule, Universität’ (14. Jh.), ‘Arbeitszimmer’ (15. Jh.), mhd. studium ‘intensive Beschäftigung mit etw.’, spätmhd. ‘Ort, wo man studiert, Universität’, Übernahme von lat. studium ‘innerer Trieb, eifriges Streben, Neigung, Lieblingsbeschäftigung, wissenschaftliches Streben, wissenschaftliche Beschäftigung, Studienort’, mlat. auch ‘geistliche Schule, Lateinschule, Universität’. Studie f. ‘Untersuchung, Vorarbeit zu einem wissenschaftlichen oder künstlerischen Werk’ (um 1800), rückgebildet aus dem zu Studium geschaffenen Plural Studien. Studio n. ‘Arbeitszimmer, Künstleratelier’ (18. Jh.), ‘Aufnahmeraum für Rundfunk- und Fernsehsendungen, Versuchsbühne’ (20. Jh.), ital. studio ‘Studier-, Arbeitszimmer, Laboratorium, Künstleratelier’, aus lat. studium.

Thesaurus

Synonymgruppe
Senderaum · Studio
Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›Studio‹ (berechnet)

Admiralspalast Funkhaus Gorki Heimathafen Klavierstimmer Lokalsender Maxim-gorki-theater Mousonturm Otto-falckenberg-schule Radiosender Renaissance-theater Rundfunk Schaubühne Staatstheater Südwestfunk Union-film babelsberger betreiben betreten eingerichtet einrichten gläsern improvisiert kreuzberger kölner legendär mieten produzieren virtuell yorker

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Studio‹.

Verwendungsbeispiele für ›Studio‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Konzerte gab es kaum, der Ort, an dem Musik gemacht wurde, war das Studio. [Die Zeit, 20.04.2000, Nr. 17]
Da will ich wieder ins Studio zurück, weil ich mich dann wieder frage, ob ich es noch mal schaffen kann. [Die Zeit, 10.02.2000, Nr. 7]
In einem Studio bemalt er später die vergrößerten Bilder mit Ölfarben. [Die Zeit, 02.12.1999, Nr. 49]
Ich arbeite häufig zwölf Stunden am Tag, manchmal sitze ich bis vier Uhr morgens im Studio. [Die Zeit, 12.05.1999, Nr. 20]
Anschließend schwimme ich zwei Stunden im Pool, gehe in mein Büro, ins Studio und spätestens um elf Uhr ins Bett. [Der Spiegel, 20.09.1999]
Zitationshilfe
„Studio“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Studio>.

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