Stulle, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Stulle · Nominativ Plural: Stullen
Aussprache
WorttrennungStul-le
Wortbildung mit ›Stulle‹ als Erstglied: ↗Stullenbüchse · ↗Stullenpaket · ↗Stullenpapier
 ·  mit ›Stulle‹ als Letztglied: ↗Butterstulle · ↗Frühstücksstulle · ↗Klappstulle · ↗Schinkenstulle · ↗Schmalzstulle · ↗Vesperstulle · ↗Wurststulle
eWDG, 1976

Bedeutung

norddeutsch, (besonders) berlinisch, umgangssprachlich (zusammengeklappte) bestrichene und belegte Scheibe Brot
Beispiele:
eine Stulle zurechtmachen, mit Butter bestreichen, mit Wurst belegen
die Stullen machen, schmieren
er hat Marmelade auf der Stulle
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stulle f. ‘(zusammengeklappte) bestrichene und belegte Scheibe Brot’, besonders in Berlin (seit dem 17. Jh.) und in Norddeutschland. Die Bezeichnung, durch niederländische Siedler (vgl. Teuchert Sprachreste 297 f.) vermittelt, beruht auf dem zu ↗Stollen m. (s. d.) gehörenden nl. (landschaftlich) stul m. ‘Kloß Butter, Brocken, Stück, Lappen, Torfklumpen’, so daß von ‘Klumpen, Brocken von Brot’ auszugehen ist. Der Übergang zum fem. Genus erfolgt wohl unter Einfluß von Scheibe oder Schnitte. Lange stehen Stulle und Stolle gleichbedeutend nebeneinander, bis gegen Ende des 19. Jhs. eine Unterscheidung von (Butter)stulle und unter obersächs. Einfluß (Weihnachts)stolle f. oder -stollen m. erfolgt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Butterbrot · ↗Scheibe · belegtes Brot  ●  ↗Bemme  ugs., regional · Knifte  ugs. · ↗Schnitte  ugs. · Stulle  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bier Butter Kaffee Käse Obst Schmalz Thermoskanne Wurst auspacken beißen belegt dick einpacken essen geschmiert hauen mitbringen mitgebracht mitnehmen packen schmieren selbstgeschmiert verteilen verzehren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stulle‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da darf man sich nicht die Butter von der Stulle nehmen lassen.
Der Tagesspiegel, 15.10.2000
Sie geht zum Tisch, schmiert sich unter Tränen eine Stulle und beißt herzhaft hinein.
Stramm, August: Rudimentär. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914], S. 40617
Die Enten, ein Pärchen, watscheln ans Ufer, auf sie zu, aber sie hat nichts dabei, keine Stulle zum Verfüttern.
Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 209
Ich habe jedenfalls nur Stullen mit einem milden Käse dabei.
Die Zeit, 20.01.2005, Nr. 04
Bei mir geht ja nichts über eine frische Stulle mit guter Butter und etwas Salz.
Bild, 17.09.2001
Zitationshilfe
„Stulle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stulle>, abgerufen am 22.07.2019.

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