Stummel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stummels · Nominativ Plural: Stummel
Aussprache
WorttrennungStum-mel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Stummel‹ als Erstglied: ↗Stummelbein · ↗Stummelflügel · ↗Stummelfüßer · ↗Stummelpfeife · ↗Stummelschwanz
 ·  mit ›Stummel‹ als Letztglied: ↗Kerzenstummel · ↗Schwanzstummel · ↗Zahnstummel
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich kurzer, übriggebliebener Rest eines länglichen kleinen Gegenstandes
Beispiele:
er schrieb mit einem Stummel von Bleistift
wir hatten keine Kerzen mehr, nur noch ein paar kurze Stummel
Schwingen und Schwanz des Vogels waren bis auf winzige Stummel gestutzt
von seinen Zähnen waren nur noch ein paar schwärzliche Stummel übrig
der Aschenbecher lag voller Stummel (= Zigaretten-, Zigarrenreste)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stummel · verstümmeln
Stummel m. ‘Reststück, Stumpf’, mnd. stümpel (um 1300, am Niederrhein), frühnhd. stumbel, stumpel, stimmel (15. Jh.), mnl. nl. stommel ist substantiviert aus einem in ahd. stumbal ‘verstümmelt, gestutzt, stumpfsinnig’ (8. Jh.) überlieferten Adjektiv, anzuschließen an ie. *stembh-, nasalierte Variante der unter ↗Stab (s. d.) genannten Wurzel ie. *stē̌b(h)-, *stəb(h)-, *step- ‘Pfosten, Pfeiler, Stamm, Baumstamm’. verstümmeln Vb. ‘gewaltsam verunstalten’, mhd. verstümbeln, verstumeln, zu ahd. stumbalōn ‘abschneiden, stutzen, verstümmeln’ (um 800; vgl. stumbilōn, stumbilen, 11. Jh., und bistumbalōn, 8. Jh., bistumbilen, 10. Jh.), mhd. stümbeln, stümmeln, stummeln.

Thesaurus

Synonymgruppe
Rest · ↗Reststück · Stummel · ↗Stückchen · abgeschnittenes Ende · übriggebliebenes Ende

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aschenbecher Mund Zahn Zigarette Zigarre ausdrücken glühend kurz ragen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stummel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die grünen, faulenden Stummel beschreibt sein Arzt mit offensichtlichem Ekel.
Die Zeit, 02.10.2006, Nr. 40
Er ist ein komischer kleiner Stummel, hängt an einem höchst unpraktischen Platz und das Design ist total bekloppt.
Süddeutsche Zeitung, 02.02.2001
Sie nahm den schwarzen, zerkauten Stummel aus den Zähnen und schob ihn dem Baby in den Mund.
Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 0
Die Flügel sind völlig verkümmert und nur noch durch kurze Stummel angedeutet.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 171
Jetzt, nach dem Abzug der Soldaten, finden sich nicht einmal mehr Stummel auf den Straßen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1945. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1945], S. 133
Zitationshilfe
„Stummel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stummel>, abgerufen am 15.12.2018.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Stumme
stumm
Stulpstiefel
Stulpnase
Stulphandschuh
Stummelbein
Stummelbeine
Stummelflügel
Stummelfuß
Stummelfüßer