Stumpf, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stumpf(e)s · Nominativ Plural: Stümpfe
Aussprache
Wortbildung mit ›Stumpf‹ als Letztglied: ↗Armstumpf · ↗Baumstumpf · ↗Beinstumpf · ↗Eichenstumpf · ↗Kegelstumpf · ↗Kerzenstumpf · ↗Lichtstumpf · ↗Pyramidenstumpf · ↗Säulenstumpf · ↗Weidenstumpf · ↗Zahnstumpf
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
kurzer, übriggebliebener Teil von etw. Länglichem
Beispiele:
die Kerze war bis auf einen Stumpf niedergebrannt
von der Burg war nur der Stumpf eines Bergfrieds erhalten
seine Zähne waren nur noch Stümpfe
(nach dem Fällen) stehengebliebener Teil eines Baumstammes, Baumstumpf
Beispiele:
die Stümpfe roden
der alte Stumpf treibt neu aus
sich auf einen Stumpf setzen
umgangssprachlich, bildlich mit Stumpf und Stielganz und gar
Beispiel:
etw. mit Stumpf und Stiel ausrotten, vernichten
2.
stehengebliebener Teil eines amputierten Gliedes des menschlichen Körpers
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stumpf m. ‘zurückgebliebener, aufrecht ragender Rest eines Ganzen’ (vgl. Baum-, Bein-, Zahn-, Kerzenstumpf), auch ‘Trinkgefäß, Becher’. Das nur im Dt. und Nl. bezeugte Substantiv ahd. stumph (10. Jh.), mhd. stumpf(e), (md.) stumpe ‘Stumpf, Stummel, Stoppel, Baumstumpf, verstümmeltes Glied’, mnd. stump, mnl. stompe, nl. stomp ‘abgestumpfter Gegenstand’ (engl. stump aus dem Mnd. bzw. Mnl.) ist gleicher Herkunft wie das unter ↗stumpf (s. d.) behandelte Adjektiv. Auch hier ist als älteste Bedeutung ‘Verstümmeltes, Verkürztes’ anzusetzen. Formelhaft mit Stumpf und Stiel ‘völlig, ganz und gar’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(der) Stubben (Baumstumpf) · (die) Stubbe (Baumstumpf) · ↗Stumpen · Stumpf

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arm Baum Bein Erde Faschismus Hauptversammlung Marxismus Minarett Nerv Prothese Stein Stiel Stil Wurzel ausmerzen ausreißen ausrotten beseitigen blutend blutig braun brennen kahl mächtig ragen schwarz verbunden verkohlt vernichten übrig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stumpf‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was einst Bäume gewesen waren, waren jetzt nur noch zerfetzte Stümpfe.
Die Welt, 09.09.2004
Gleichzeitig führt Stumpfe einen großen Teil dieser Entwicklung auf die vielen betrieblichen Lösungen zurück.
Der Tagesspiegel, 17.11.1997
Manchmal versuche ich mir verkohlte Hände vorzustellen; es sind aber nie meine Hände, diese schwarzen fingerlosen Stümpfe.
Reimann, Brigitte: Franziska Linkerhand, Berlin: Neues Leben 1974, S. 458
Mit Stumpf und Stiel müssen sie ausgerottet werden, sonst kommen wir zu keinem Ziel.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 03.02.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Denn als er sich eben auf einem Stumpf niedergelassen hatte, sah er zuerst den Hund, sodann das Mädchen.
Flake, Otto: Scherzo. In: ders., Lichtenthaler Allee, Gütersloh: Mohn 1965 [1935], S. 271
Zitationshilfe
„Stumpf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stumpf>, abgerufen am 25.04.2019.

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