Sturheit, die

Grammatik Substantiv (Femininum)
Aussprache 
Worttrennung Stur-heit
Grundform stur
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stur · Sturheit
stur Adj. ‘starr, hart, uneinsichtig’, im 19. Jh. aus dem Nd., vgl. mnd. stūr(e), nd. stūr ‘starr, störrisch’, mnl. stuur ‘streng, hartherzig, barsch’ sowie anord. stūra f. ‘Düsterheit, Trauer, Kummer’, stūra ‘betrübt sein’, schwed. (mundartlich) stur ‘betrübt’, ferner ahd. stūr(i) (8. Jh.) neben ablautendem stiuri ‘stark, groß, stattlich, stolz’ (9. Jh.). Außergerm. ist ebenfalls r-Suffix aufweisendes aind. stūráḥ ‘groß, stark, dick’ heranzuziehen, so daß von ie. *steu-, *steu̯ə- bzw. *stū- ‘massiv, dick, breit, standsicher, feststehend’ ausgegangen werden kann, einer Form der unter ↗stehen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’. Sturheit f. ‘Uneinsichtigkeit, Engstirnigkeit’ (20. Jh.), mnd. stūrhēt ‘Strenge, Festigkeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Beharrlichkeit · ↗Bockigkeit · ↗Hartnäckigkeit · ↗Rechthaberei · ↗Starrköpfigkeit · ↗Starrsinn · Sturheit · ↗Verbissenheit  ●  Sturschädeligkeit  selten · ↗Dickköpfigkeit  ugs. · Dickschädeligkeit  ugs. · ↗Halsstarrigkeit  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Sturheit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sturheit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Sturheit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das mag dann zwar lange dauern, bis der Film zustande kommt, aber durch vielleicht pathologische Sturheit habe ich es bisher immer irgendwie geschafft.
Die Zeit, 10.02.2005, Nr. 07
Und trotzdem könnte mit ihnen das Ende der Sturheit begonnen haben.
Der Tagesspiegel, 25.02.2002
Sie fand darin nichts von der Sturheit und Enge des Zorns.
Düffel, John von: Vom Wasser, München: dtv 2006, S. 141
Ich sagte mir, vielleicht, wahrscheinlich werde ihre Sturheit trotz allem und allem doch von Millionen geglaubt und als Kräftigung empfunden.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1945. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1945], S. 381
Angeblich verraten plumpe, kurze Finger Eigensinn, aber nicht etwa lobenswerte Eigenwilligkeit, sondern Sturheit.
Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 28
Zitationshilfe
„Sturheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sturheit>, abgerufen am 28.11.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
stur
stupsnäsig
Stupsnase
Stupser
stupsen
Sturkopf
sturm
Sturm im Wasserglas
Sturm und Drang
Sturm-und-Drang-Periode