Sturz, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Sturzes · Nominativ Plural: Stürze
Aussprache
Wortbildung mit ›Sturz‹ als Erstglied: ↗Sturzacker · ↗Sturzbach · ↗Sturzbad · ↗Sturzflug · ↗Sturzflut · ↗Sturzgeburt · ↗Sturzgut · ↗Sturzhang · ↗Sturzhelm · ↗Sturzregen · ↗Sturzsee · ↗Sturzverletzung · ↗Sturzwelle
 ·  mit ›Sturz‹ als Letztglied: ↗Barometersturz · ↗Bergsturz · ↗Börsensturz · ↗Eissturz · ↗Glassturz · ↗Kurssturz · ↗Marksturz · ↗Massensturz · ↗Preissturz · ↗Temperatursturz · ↗Todessturz · ↗Treppensturz · ↗Wettersturz
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
jäher, schneller, heftiger Fall
a)
aus der Höhe in die Tiefe
Beispiel:
er ist bei dem Sturz aus dem Fenster, in den Abgrund, vom Felsen ums Leben gekommen
übertragen
Beispiel:
Aber Geisteskrankheit war nicht einfach Sturz in Finsternis [MusilMann1549]
b)
das heftige Hinfallen und Aufprallen
Beispiele:
er hat sich bei dem (schweren, unglücklichen) Sturz auf das Eis, beim Skifahren, im Hausflur, von der Leiter den Fuß gebrochen
in den Sturz waren vier Radrennfahrer verwickelt
2.
Entfernung aus dem Regierungsamt, Beseitigung eines Regimes, einer Regierungsform aufgrund veränderter Machtverhältnisse
Beispiele:
der Sturz eines Königs, einer Regierung
die Finanzkrise hatte den Sturz des Finanzministers zur Folge, hat den Sturz der Regierung herbeigeführt
die Medien forderten den Sturz (= Abschaffung) des Gesetzes
3.
entsprechend der Bedeutung von stürzen (6)
a)
plötzlicher, starker Rückgang
Beispiel:
ein plötzlicher Sturz der Temperatur (= Abkühlung) um 10 Grad
b)
starker Verlust an Wert
Beispiel:
der Sturz der Aktien an der Börse
4.
landschaftlich, besonders süddeutsch, besonders österreichisch stark gewölbte, einer Glocke ähnliche Bedeckung, die zum Schutz über etw. gestülpt, gestürzt wird, Glasglocke
Beispiel:
ein gläserner Sturz
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stürzen · Sturz · Sturzacker · umstürzen · Umsturz
stürzen Vb. ‘hinunterstoßen, umstülpen, fallen, eilen’, ahd. sturzen (um 1000, vgl. bi-, firsturzen, 9. Jh.), mhd. sturzen ‘umstoßen, umstülpen, umsinken, fallen’, frühnhd. (mit Umlaut) stürzen, mnd. störten, mnl. storten, sturten, nl. storten, aengl. styrtan (in nordhumbr. sturtende, Part. Präs.) ‘aufspringen, plötzlich loslaufen, fortstürzen’ stellt sich mit den unter ↗Sterz (s. d.) angeführten ablautenden Formen sowie mit aengl. steartlian ‘stolpern’, engl. to startle ‘auf-, erschrecken’, anord. stirtla ‘mit Mühe aufrichten’ zu einer Dentalerweiterung der unter ↗starren (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)ter(ə)- ‘starr, steif sein, starrer, fester Gegenstand; steif gehen, stolpern, fallen, stolzieren’. Im Dt. wird die (bereits spätmhd. bezeugte) Bedeutung ‘eilen, ungestüm und schnell laufen’ im 18. Jh. geläufig. Sturz m. ‘Fall, das Fallen, das Umstülpen, das von oben Deckende’, ahd. (8. Jh.), mhd. sturz; vgl. Fenster-, Türsturz. Auch Sturz m., häufiger Sturze, Stürze f. ‘(Topf)deckel’ (14. Jh.). Sturzacker m. ‘grob (mit „umgestürzten“ Schollen) gepflügter Acker’ (16. Jh.). umstürzen Vb. ‘zu Boden werfen, umkippen, zu Fall bringen, zerstören’, mhd. umbestürzen. Umsturz m. ‘umgestürzte Bäume’ (als Kollektivum vereinzelt 16. Jh.), dann ‘das Umstürzen’ und übertragen ‘plötzliche Umwälzung, Änderung ins Gegenteil, revolutionäre Beseitigung einer bestehenden Regierungsform’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Revolution · Sturz · ↗Umschwung · ↗Umsturz · ↗Umwälzung  ●  ↗Subversion  fachspr.
Unterbegriffe
  • Preußenputsch · Preußenschlag
  • Wiener Oktoberaufstand 1848 · Wiener Oktoberrevolution
  • Bürgerbräu-Putsch · Hitler-Ludendorff-Putsch · Hitlerputsch
  • Meiji-Renovation · Meiji-Restauration · Meiji-Revolution
  • Februarputsch · Februarumsturz
  • Asternrevolution · Herbstrosenrevolution
  • Gapsin-Putsch · Gapsin-Revolution
  • Jungpersische Revolution · Konstitutionelle Revolution
  • Griechische Revolution · Griechischer Aufstand · Griechischer Unabhängigkeitskrieg
  • Mexikanische Revolution · Mexikanischer Bürgerkrieg
  • Große Sozialistische Oktoberrevolution · ↗Oktoberrevolution
Assoziationen
Synonymgruppe
Abfall · ↗Fall · Fallen · ↗Niedergang · Sinken · Sturz · ↗Untergang
Assoziationen
Synonymgruppe
Machtenthebung · ↗Putsch (gegen) · Sturz (eines Vorsitzenden)
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Diktator Diktatur Kommunismus Machthaber Monarchie Regierung Regime Saddam-Regime Schah Staatschef Taliban Taliban-Regime Verschwörung Zweitklassigkeit aufrufen erleiden gebrechen gewaltsam herbeiführen hinarbeiten jäh schwer spektakulär tief tödlich verletzen verwickeln zuziehen überleben überschatten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sturz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hat das Problem nicht geschaffen, sein Sturz wird es nicht lösen.
Die Welt, 08.04.2004
Dank seiner dicken Wände überlebt es so manchen kleinen Sturz.
Der Tagesspiegel, 01.10.2003
Die Verantwortung für einen daraus hervorgehenden Sturz der Regierung wog aber schwerer.
Der Spiegel, 05.05.1997
Der Sturz des Zweiten Kaiserreiches brachte O. in eine mißliche Lage.
o. A.: O. In: Brockhaus-Riemann-Musiklexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 7239
Er klammerte sich ans Holz, riß es im Sturze mit.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 478
Zitationshilfe
„Sturz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sturz#1>, abgerufen am 12.12.2019.

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Sturz, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Sturzes · Nominativ Plural: Sturze
Aussprache
eWDG, 1976

Bedeutung

Bauwesen obere Begrenzung einer Fensteröffnung, Türöffnung zur Aufnahme des darüberliegenden Mauerwerks
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stürzen · Sturz · Sturzacker · umstürzen · Umsturz
stürzen Vb. ‘hinunterstoßen, umstülpen, fallen, eilen’, ahd. sturzen (um 1000, vgl. bi-, firsturzen, 9. Jh.), mhd. sturzen ‘umstoßen, umstülpen, umsinken, fallen’, frühnhd. (mit Umlaut) stürzen, mnd. störten, mnl. storten, sturten, nl. storten, aengl. styrtan (in nordhumbr. sturtende, Part. Präs.) ‘aufspringen, plötzlich loslaufen, fortstürzen’ stellt sich mit den unter ↗Sterz (s. d.) angeführten ablautenden Formen sowie mit aengl. steartlian ‘stolpern’, engl. to startle ‘auf-, erschrecken’, anord. stirtla ‘mit Mühe aufrichten’ zu einer Dentalerweiterung der unter ↗starren (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)ter(ə)- ‘starr, steif sein, starrer, fester Gegenstand; steif gehen, stolpern, fallen, stolzieren’. Im Dt. wird die (bereits spätmhd. bezeugte) Bedeutung ‘eilen, ungestüm und schnell laufen’ im 18. Jh. geläufig. Sturz m. ‘Fall, das Fallen, das Umstülpen, das von oben Deckende’, ahd. (8. Jh.), mhd. sturz; vgl. Fenster-, Türsturz. Auch Sturz m., häufiger Sturze, Stürze f. ‘(Topf)deckel’ (14. Jh.). Sturzacker m. ‘grob (mit „umgestürzten“ Schollen) gepflügter Acker’ (16. Jh.). umstürzen Vb. ‘zu Boden werfen, umkippen, zu Fall bringen, zerstören’, mhd. umbestürzen. Umsturz m. ‘umgestürzte Bäume’ (als Kollektivum vereinzelt 16. Jh.), dann ‘das Umstürzen’ und übertragen ‘plötzliche Umwälzung, Änderung ins Gegenteil, revolutionäre Beseitigung einer bestehenden Regierungsform’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Revolution · Sturz · ↗Umschwung · ↗Umsturz · ↗Umwälzung  ●  ↗Subversion  fachspr.
Unterbegriffe
  • Preußenputsch · Preußenschlag
  • Wiener Oktoberaufstand 1848 · Wiener Oktoberrevolution
  • Bürgerbräu-Putsch · Hitler-Ludendorff-Putsch · Hitlerputsch
  • Meiji-Renovation · Meiji-Restauration · Meiji-Revolution
  • Februarputsch · Februarumsturz
  • Asternrevolution · Herbstrosenrevolution
  • Gapsin-Putsch · Gapsin-Revolution
  • Jungpersische Revolution · Konstitutionelle Revolution
  • Griechische Revolution · Griechischer Aufstand · Griechischer Unabhängigkeitskrieg
  • Mexikanische Revolution · Mexikanischer Bürgerkrieg
  • Große Sozialistische Oktoberrevolution · ↗Oktoberrevolution
Assoziationen
Synonymgruppe
Abfall · ↗Fall · Fallen · ↗Niedergang · Sinken · Sturz · ↗Untergang
Assoziationen
Synonymgruppe
Machtenthebung · ↗Putsch (gegen) · Sturz (eines Vorsitzenden)
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Diktator Diktatur Kommunismus Machthaber Monarchie Regierung Regime Saddam-Regime Schah Staatschef Taliban Taliban-Regime Verschwörung Zweitklassigkeit aufrufen erleiden gebrechen gewaltsam herbeiführen hinarbeiten jäh schwer spektakulär tief tödlich verletzen verwickeln zuziehen überleben überschatten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sturz‹.

Verwendungsbeispiel
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Leider befand sich im ganzen Hause kein gläserner Sturz, groß genug, das verkohlte Skelett zu bergen.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 476
Zitationshilfe
„Sturz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sturz#2>, abgerufen am 12.12.2019.

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