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Subjekt, das

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GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Subjekt(e)s · Nominativ Plural: Subjekte
Aussprache 
Worttrennung Sub-jekt (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Subjekt‹ als Erstglied: Subjektbegriff · Subjektphilosophie · Subjektposition · Subjektsatz · Subjektsein · Subjektsgenitiv · Subjektsteuer · Subjektwerdung · subjektiv · subjektlos · subjektorientiert
 ·  mit ›Subjekt‹ als Letztglied: Erkenntnissubjekt · Föderationssubjekt · Handlungssubjekt · Kontrasubjekt · Rechtssubjekt · Steuersubjekt · Völkerrechtssubjekt · Wirtschaftssubjekt
Herkunft aus subiectumspätlat ‘das Daruntergelegte, Substanz, ursprünglich Gegebenes, grammatischer Satzgegenstand’, subiectummlat ‘Begriff, Gegenstand’ < subicerelat ‘unter oder an etw. werfen, legen, setzen, stellen, fügen, unterlegen, unterbreiten, unterwerfen’
eWDG

Bedeutungen

1.
Philosophie über ein Bewusstsein und Denkvermögen verfügendes, erkennendes und handelndes Wesen
Beispiele:
das Subjekt verändert die Welt, sich selbst
die dialektische Einheit von Subjekt und Objekt
den geschichtlichen Lebensprozess, historische Vorgänge tätig bestimmende, beeinflussende (Gruppe von) Menschen
Beispiele:
Subjekt der Politik im Sozialismus sind die Werktätigen unter der Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch‑leninistischen Partei [ Urania1970]
sie [revolutionäre Intellektuelle] waren von Objekten der Geschichte zu Subjekten der Geschichte geworden [ Becherin: Tradition57]
Jura Träger von Pflichten und Rechten
2.
abwertend Mensch mit moralisch negativen Eigenschaften
Beispiele:
ein verdächtiges, zweifelhaftes, verkommenes, übles Subjekt
gekaufte, bezahlte Subjekte
Gestern wollte sie den Tochtermann noch erwürgen, da hieß es »Subjekt«, »Scheusal«, »Liederjan« [ BredelVäter28]
3.
Sprachwissenschaft Satzglied, das den Träger der Handlung, des Vorganges oder des Zustandes bezeichnet, Satzgegenstand
Beispiel:
ein Substantiv, Pronomen, Gliedsatz als Subjekt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Subjekt · subjektiv · Subjektivismus · subjektivistisch · Subjektivität
Subjekt n. ‘das Zugrundegelegte, Untergeordnete, Abhängige, Substanz, (Roh)stoff’ (1. Hälfte 16. Jh.), ‘Gegenstand der Erkenntnis, zugrundeliegender Begriff in einem Urteil’ (Ende 16. Jh.), in Kunst und Literatur ‘Gegenstand, Thema, Motiv’ (s. auch Sujet), in der Grammatik ‘Träger der Aussage, Satzgegenstand’ (Mitte 18. Jh.), in der Kanzleisprache ‘Person in abhängiger, untergeordneter Position’ (17. Jh.; später ‘anrüchige Person’, 19. Jh.), in der Philosophie (Kant) ‘mit Bewußtsein begabtes, erkennendes, handelndes Wesen, Ich, Individuum’ (18. Jh.), entlehnt aus spätlat. subiectum ‘das Daruntergelegte, Substanz, ursprünglich Gegebenes, grammatischer Satzgegenstand’, mlat. ‘Begriff, Gegenstand’, Substantivierung des neutralen Part. Perf. von lat. subicere ‘unter oder an etw. werfen, legen, setzen, stellen, fügen, unterlegen, unterbreiten, unterwerfen’, zu lat. iacere ‘werfen’. Die Anwendung des Ausdrucks auf Personen ist vorgeprägt in lat. subiectī m. (Plur.) ‘die Unterworfenen, die Untertanen’ (mlat. auch der Sing. subiectus), doch zeigt das Dt. auch in diesem Falle das sonst übliche neutrale Genus. – subjektiv Adj. ‘das Subjekt betreffend, von ihm abhängig, ausgehend, auf das Subjekt bezogen, persönlich, individuell bedingt’ (18. Jh.), danach auch ‘einseitig, willkürlich, abwertend’, vgl. lat. subiectīvus ‘hinzugefügt, nachgesetzt, zum Subjekt gehörig’. Subjektivismus m. philosophische Richtung, Denk- und Verhaltensweise, die das Subjektive überbewertet und das Objektive vernachlässigt, allgemein ‘Ichbezogenheit’ (1. Hälfte 19. Jh.), gelehrte Bildung zu subjektiv. subjektivistisch Adj. ‘den Subjektivismus betreffend, ichbezogen’ (2. Hälfte 19. Jh.). Subjektivität f. ‘Individualität, (nur) vom Subjekt bestimmte Verhaltens- und Handlungsweise, nur persönliche Auffassung, Unsachlichkeit durch Nichtbeachtung des Objektive’ (Ende 18. Jh.).

Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Charakter · Einzelwesen · Mensch · Person · Persönlichkeit  ●  Frau weibl. · Mann männl. · Individuum geh. · Subjekt ugs., abwertend · Typ ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Satzgegenstand · Subjekt
Oberbegriffe
Assoziationen

Element · Subjekt

Typische Verbindungen zu ›Subjekt‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Subjekt‹.

Autonomie Begierde Erkennen Föderation Hauptsatz Objekt Prädikat Relativsatz Subjekt Tathandlung Verb Verschwinden Völkerrecht autonom betrachtend denkend empfindend erfahrend erkennend erlebend grammatisch handelnd lyrisch neuzeitlich revolutionär selbstbestimmt stellungnehmend transzendental verkommen wahrnehmend

Verwendungsbeispiele für ›Subjekt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch scheint mir der Begriff »Arbeiterklasse« wenig geeignet zu sein für die Bestimmung des revolutionären Subjekts. [Kursbuch, 1977, Bd. 48]
Wir streichen zwar die Behauptung, das Bewußtsein sei das Subjekt. [Luhmann, Niklas: Soziale Systeme, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1984, S. 290]
Am Ende muß das strengste Denken über sich als bloßes Denken eines Subjekts hinaus. [Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 1055]
In ihm verdichtet sich die erotische Macht des weiblichen Objekts über das männliche Subjekt. [Die Zeit, 21.10.1999, Nr. 43]
Die zugehörige existenzielle Praxis aber, daran kommen wir bei aller Arbeit am Begriff nicht vorbei, bleibt dem jeweiligen Subjekt selbst überlassen. [Die Zeit, 07.10.1999, Nr. 41]
Zitationshilfe
„Subjekt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Subjekt>.

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