Sublimat, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Sublimat(e)s · Nominativ Plural: Sublimate
Aussprache
WorttrennungSu-bli-mat · Sub-li-mat
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Sublimat‹ als Erstglied: ↗Sublimatpille
eWDG, 1976

Bedeutung

Chemie festes Kondensat, das bei der Abkühlung der Dämpfe mancher Substanzen direkt, unter Umgehung des flüssigen Zustandes, entsteht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sublim · sublimieren · Sublimat
sublim Adj. ‘erhaben, verfeinert, vergeistigt’, Entlehnung (2. Hälfte 17. Jh.) aus lat. sublīmis ‘hoch, erhaben, emporstehend, emporragend’, übertragen auch von Rede und Dichtung; zu lat. līmen ‘Schwelle, Türschwelle’. Im Dt. anfangs vom erhabenen Stil, seit dem 18. Jh. in erweiterter Anwendung. Einfluß von gleichbed. mfrz. frz. sublime ist wahrscheinlich. sublimieren Vb. ‘ins Erhabene steigern, verfeinern, veredeln’ (18. Jh.), zuvor (Mitte 15. Jh.) als Fachwort der Alchimie bzw. der Chemie ‘unmittelbar aus dem festen in den gasförmigen bzw. aus dem gasförmigen in den festen Aggregatzustand übergehen oder überführen’, aus lat. sublīmāre ‘(hoch) erheben, emporheben’; vgl. mfrz. frz. sublimer. Sublimat n. ‘unmittelbar aus dem gasförmigen Zustand (mit Überspringen des flüssigen) ausgeschiedener fester Niederschlag’ (16. Jh.), auch Bezeichnung für ‘Quecksilberchlorid’, lat. sublīmātum, substantiviertes Neutrum des Part. Perf. von lat. sublīmāre (s. oben).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Karbolsäure und Sublimat greifen die Hände des damit beschäftigten Personals stark an.
Körting, Georg Friedrich: Unterrichtsbuch für die weibliche freiwillige Krankenpflege, Berlin: Mittler 1913 [1907], S. 58
Die Eheleute nahmen Sublimat zu sich und drehten dann in der Wohnung den Gashahn auf.
Vossische Zeitung (Abend-Ausgabe), 03.03.1931
Er ist eher das Sublimat aller Hoffnungen, Interessen und Wünsche, die auf das Kunstgebilde eines Spitzenpolitikers fokussiert werden.
Die Welt, 12.01.2000
Durch Erhitzen im Schmelzpunktsröhrchen erhält man ein Sublimat von Phthalsäureanhydrid.
Sandermann, Wilhelm: Grundlagen der Chemie und chemischen Technologie des Holzes, Leipzig: Geest & Portig 1956, S. 433
Neuerdings wird auch Uspulun, das ist Chlorphenolquecksilber oder Sublimat und Formalin mit oder ohne Kupfervitriol, Sublimoform, Fusariol zusammen benutzt.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 152
Zitationshilfe
„Sublimat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sublimat>, abgerufen am 17.11.2019.

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