Subsumtion, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungSub-sum-ti-on (computergeneriert)
Grundformsubsumieren
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
bildungssprachlich das Subsumieren
2.
Rechtssprache Unterordnung eines Sachverhalts unter den Tatbestand einer Rechtsnorm
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sub- · subaltern · subkutan · subsumieren · Subsumtion · subarktisch · subpolar · Subverlag · Subunternehmer
sub- in Zusammensetzungen ‘unter, unterhalb’. Lat. sub Präp. ‘unter, unterhalb, unten, unmittelbar hinter, bei’ bildet im Lat. eine Vielzahl von Komposita, z. B. subicere, subiectum (s. ↗Subjekt), subscrībere (s. ↗subskribieren), subtrahere (s. ↗subtrahieren). Dabei wird das auslautende -b an folgende Konsonanten assimiliert, z. B. suf- (s. ↗Suffix), sug- (s. ↗suggerieren), sur- (s. ↗Surrogat); außerdem sus- aus subs- mit Ausfall von b (s. ↗suspendieren, ↗suspekt). Vgl. auch subaltern Adj. ‘untergeben, untergeordnet, abhängig’, entlehnt (Anfang 17. Jh.) über mfrz. frz. subalterne ‘untergeben, untergeordnet’ (frz. auch ‘mittelmäßig, beschränkt’) aus spätlat. subalternus ‘untergeordnet’; vgl. lat. alternus ‘einer um den andern, abwechselnd, gegenseitig’, zu lat. alter ‘der eine von zweien, der andere’. Oft (nach mlat. Vorbild) innerhalb einer Rangordnung, vgl. subalterner Offizier (18. Jh.), subalterner Beamter (19. Jh.). subkutan Adj. ‘unterhalb der Haut befindlich’ (19. Jh.), medizinischer Terminus, spätlat. subcutāneus; vgl. lat. cutis ‘Haut, Vorhaut, Leder’. subsumieren Vb. ‘unterordnen, einordnen, das Besondere dem Allgemeinen unterordnen’ (Ende 18. Jh.), mlat. subsumere ‘zusammenfassen, unter-, einordnen’; vgl. lat. sūmere ‘nehmen, kaufen, an-, aufwenden’. Subsumtion f. ‘Einordnung, Einbeziehung, Zusammenfassung’ (18. Jh.), gleichbed. mlat. subsumptio; vgl. lat. sūmptio (Genitiv sūmptiōnis) ‘Aufwand, Voraussetzung’. Als Neuprägung z. B. subarktisch Adj. subpolar Adj. ‘zwischen Arktis und gemäßigter Zone befindlich’ (19. Jh.); s. ↗arktisch und ↗polar. Auch in hybriden Bildungen wie Subverlag m. (im Musikverlagswesen) ‘Verlag, der vom Originalverlag die Verlagsrechte für einen bestimmten Bereich erhält’, Subunternehmer m. ‘Unternehmer, der von einem anderen Unternehmer einen Auftrag erhält’ (beide 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Subsumierung · Subsumption · Subsumtion · ↗Unterordnung  ●  Schubladisierung  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

reell

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Subsumtion‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und trotzdem steht man ziemlich hilflos und verwirrt vor der Subsumtion.
Süddeutsche Zeitung, 29.10.1994
Es springt in die Augen, daß eine uninteressierte, gleichsam neutralistische Subsumtion den Sinn des Gesetzes verfehlen wird.
Die Zeit, 16.02.1959, Nr. 07
Sprechen ist, wie wir betonten, niemals nur die Subsumtion des Einzelnen unter Allgemeinbegriffe.
Gadamer, Hans-Georg: Wahrheit und Methode, Tübingen: Mohr 1960, S. 465
Das Urteil beruht nicht mehr auf dem wirklichen Vollzug der Synthesis, sondern auf blinder Subsumtion.
Horkheimer, Max u. Adorno, Theodor W.: Dialektik der Aufklärung, Amsterdam: Querido 1947 [1944], S. 229
Die dritte und entscheidende Schwäche der Werttheorie sehe ich in der Überverallgemeinerung eines speziellen Falles der Subsumtion der Lebenswelt unter Systemimperative.
Habermas, Jürgen: Theorie des kommunikativen Handelns - Bd. 2. Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1981, S. 623
Zitationshilfe
„Subsumtion“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Subsumtion>, abgerufen am 21.11.2019.

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